21 Fälle aus 13 Jahren haben die Ärzte untersucht. «Überraschend ist, wie schwer die Verletzungen und Erkrankungen waren», sagt Aristomenis Exadaktylos (43), Direktor des universitären Notfallzentrums, zu SonntagsBlick. Nur sieben Patienten konnten ambulant behandelt werden, der Rest blieb im Spital – mit Zerrungen, Verrenkungen und Herzinfarkten. Exadaktylos: «Vermutlich ist das nur die Spitze des Eisbergs!»

80 Prozent der Patienten waren Männer, im Durchschnitt 62 Jahre alt. «Besonders anfällig sind Pensionierte, die wahrscheinlich gleich nach dem Frühstück zum Schneeschaufeln geschickt werden», sagt Exadaktylos. «Sie unterschätzen die Aufgabe und überschätzen ihre Kräfte!» Kälte und extreme Anstrengung sind offenbar eine bisweilen tödliche Kombination.

Der Körper will sich vor Wärmeverlust schützen, deshalb verengen sich die Blutgefässe. «So steigt das Risiko für einen Herzinfarkt massiv», sagt Stefan Stortecky (34), Oberarzt für invasive Kardiologie am Inselspital. Damit die Schaufelei kein schlimmes Ende nimmt, rät Exadaktylos, die Aufgabe in Abschnitten zu erledigen – und sich gut vorzubereiten. «Wärmen Sie sich auf, stretchen Sie und lassen Sie nach der letzten Mahlzeit eine Stunde verstreichen.» 

Schneeschaufeln in Bedretto: Auf den Dächern liegen über 2 Meter Schnee

Schneeschaufeln in Bedretto: Auf den Dächern liegen über 2 Meter Schnee