In Australien grassiert die Grippewelle jeweils ein halbes Jahr früher als in der Schweiz. Dieses Jahr hat das Land an der happigsten Epidemie seit 15 Jahren gelitten.

Helen Kovari, Infektiologin an der Hirslanden-Klinik, klärt auf: In Australien sei der Subtyp H3N2 zirkuliert. Im Vergleich zu den Grippeviren vom letzten Jahr habe er sich leicht verändert. "Er hat einen aggressiveren Verlauf gezeigt, auch bei jungen gesunden Menschen", sagt Kovari in der Sendung "Check Up" von "Tele M1".

Die Viren der Südhalbkugel tauchen laut der Infektiologin häufig auch auf der Nordhalbkugel auf. Es sei aber nicht immer so. Prognosen seien schwierig zu machen. Ausserdem können sich die Viren auch während der Grippesaison verändern.

Erkältung oder Grippe?

Heftige und rasch auftretende Symptome begleiten die Grippe: Hohes Fieber, Schüttelfrost, trockener Husten, starke Kopf- und Gliederschmerzen. Die Erkältung mit ihren viel schwächeren Symptomen unterscheidet sich deutlich von ihr. Nur der Hals schmerzt bei einer Erkältung stärker als bei der Grippe und die Nase ist stärker verstopft.

Besonders gefährdet von der Grippe sind Menschen über 65 Jahren, Schwangere oder Frauen, die in den letzten vier Wochen entbunden haben, Frühgeborene in den ersten zwei Wintern, chronisch Kranke, Patienten in Alters- und Pflegeheimen, Medizinpersonal, Kinderbetreuer und Säuglinge bis sechs Monate. Letztere können nicht geimpft werden.

Jedes Jahr impfen

Wer sich impfen lässt, ist erst zwei Wochen nach der Injektion vollständig geschützt. Zu beachten gilt es: Man muss sich jedes Jahr erneut impfen lassen, weil sich die Grippeviren jedes Jahr verändern.

Mit einfachen Mitteln kann man das Risiko, an einer Grippe zu erkranken oder andere Menschen anzustecken, minimieren: Regelmässig die Hände waschen, in die Armbeuge husten, Taschentücher entsorgen und zu Hause bleiben, wenn es einen erwischt hat. (mwa)