gesundheit
Neuer Schnauf für die Lunge

Neben der traditionellen chirurgischen Lungenvolumenreduktion bietet das KSA zur Behandlung einer COPD auch neue Verfahren an: «Coils» etwa.

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Mit "Coil" und Lungenventil gegen COPD.

Mit "Coil" und Lungenventil gegen COPD.

Kantonsspital Aarau KSA

So unterschiedlich sich die Krankheit COPD äussert, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Der chirurgische Eingriff, bei dem das am meisten zerstörte Lungengewebe entfernt wird, sei dabei nach wie vor «das etablierteste Verfahren, das auch am erfolgversprechendsten ist – aber natürlich eine Operation mit all ihren Risiken darstellt », sagt Sarosh Irani.

Daneben gibt es auch endoskopische Möglichkeiten, um die Lunge zu «stabilisieren » – mit Lungenventilen etwa, die ähnlich funktionieren wie ein Ballon-Ventil. Dem Patienten werden mehrere dieser etwa fünf Millimeter grossen Ventile in die Bronchien eingesetzt, die dazu führen, dass sich bestimmte Areale der Lunge zusammenziehen, also quasi schrumpfen, und dadurch der restlichen Lunge eine bessere Funktion erlauben. «Die Ventile werden über ein Endoskop via Nase eingeführt, das Ganze geschieht unblutig ohne einen einzigen Operationsschnitt.» Eine Besserung tritt in der Regel innerhalb von Tagen ein. Wenn nicht, können die Lungenventile über den gleichen Weg wieder entfernt werden.

Draht-Spiralen in der Lunge

Ebenso ist dies bei den sogenannten «Coils» der Fall. Dabei führt Sarosh Irani via Endoskop kleine Draht-Spiralen, die sich, einmal losgelassen, zu kugeligen Gebilden spreizen, in die Lungenlappen ein – quasi ein drahtiges Stützgewebe für die Lunge. Dieses Verfahren wird im Kantonsspital Aarau ganz neu angeboten. Chefarzt Sarosh Irani vom KSA betont: «Welche Behandlung sich für welchen Patienten am besten eignet, wird individuell entschieden. Ob chirurgisch oder endoskopisch – Ziel ist, für jeden Patienten eine massgeschneiderte Lösung anzubieten.»

Autorin: Ursula Känel Kocher

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