Sonnenanbeter und Sommerfans werden sich unglaublich gefreut haben, als der heimische Wetterbericht für diese Woche endlich Hochsommertemperaturen von über 30 Grad angekündigt hat. Wenn wir Schweizer sehnsüchtig auf unseren Hochsommer warten, wird unsere Geduld oft stark strapaziert. Doch eigentlich sollten wir uns glücklich schätzen mit unserem ausgeglichenen Klima. 

Während wir uns monatelang über das kühle Wetter beschwert haben, wurden andere Länder von Hitzewellen mit Temperaturen von über 45 Grad heimgesucht. In Indien starben im Mai innert 10 Tagen mehr als 2000 Menschen aufgrund von Hitzschlägen und Dehydrierungen. Das sind so viele, wie es seit 20 Jahren nicht mehr gab. Knapp einen Monat später hat es auch das Nachbarland getroffen. Auch die Pakistaner litten bis vor kurzem unter lebensgefährlichen Temperaturen.

Wegen der extremen Hitze verloren im Süden des Landes mehr als tausend Menschen ihr Leben. Zehntausende mussten in Spitäler behandelt werden. Zu den Opfern gehören vor allem ältere Leute, die es sich nicht leisten können, zu Hause zu bleiben und trotz der Hitze draussen weiterarbeiteten.

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Experten warnen, dass der Klimawandel die Lage in Zukunft noch verschärfen wird. «Die Zahl der Hitzewellen-Tage könnte von fünf auf 30 bis 40 pro Jahr steigen», sagte Arjuna Srinidhi vom Zentrum für Wissenschaft und Umwelt der Zeitung «The Hindu».

In Europa und vor allem in unseren Breitengraden treten solche extreme Wetterbedingungen nur äusserst selten auf. Doch vor nicht einmal zwölf Jahren bekam auch die Schweiz zu spüren, wie sich Temperaturen über 35 Grad anfühlen.

Die Hitzewelle des Jahres 2003 forderte europaweit mehrere zehntausend Todesopfer. Damals wurde sie als Indiz für die fortschreitende globale Erwärmung angesehen. Auch hierzulande müssen wir in Zukunft wohl vermehrt mit solchen Szenarien rechnen.

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Was tun gegen die Hitze

Christian Ludwig-Voellmy, Hausarzt am Doktorzentrum Behmen in Aarau, empfiehlt bei hohen Temperaturen im Schatten oder in den gekühlten, eigenen vier Wänden zu bleiben. «Im Süden Europas gibt es nicht umsonst die Tradition, um die heisseste Zeit des Tages Siesta zu machen. Bei solcher Hitze sollte man den Tag im Schatten oder drinnen verbringen», sagt Ludwig-Voellmy.

Ausserdem sollte, man wenn man an der Sonne ist, unbedingt einen Hut tragen und möglichst weite und am besten weisse Kleidung tragen.

Viel Trinken ist besonders wichtig. Dies zeigt sich ebenfalls am Beispiel von Pakistan. Da die Muslime dort zurzeit wegen des Ramadans auf Essen und Trinken während des Tages verzichten, sind sie zusätzlich geschwächt und anfällig auf die Hitze.

Kleriker hatten die Gläubigen dazu aufgerufen, das Fasten einzustellen. Der Koran erlaube dies Schwachen und Kranken explizit. Am Dienstag rief die Regierung ausserdem einen nationalen Feiertag aus, damit möglichst wenige Menschen nach draussen gingen.

Laut Thilo Burkard, Oberarzt des Universitätsspitals Basel, ertragen ältere Menschen und Kleinkinder die Hitze besonders schlecht. «Auch Personen, die Kreislaufprobleme haben, herz- oder nierenkrank sind und bestimmte Medikamente nehmen müssen, gehören zu dieser Risikogruppe.»

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Was bei Überhitzung mit dem Körper passiert

Dass es dabei in Extremfällen sogar um Leben und Tod geht, zeigt uns das Beispiel von Indien und Pakistan. Die Normaltemperatur unseres Körpers liegt bei ca. 37 Grad Celsius. Im Hochsommer schwitzt unser Körper, um Überhitzungen zu vermeiden. Wird er allerdings Temperaturen von über 40 Grad ausgesetzt, besteht die Gefahr eines Hitzeschlags. In diesem Stadium produziert der Körper keinen Schweiss mehr, sodass die Haut trocken und fahl wird und noch schneller erhitzt. Steigt die Körpertemperatur dabei auf mehr als 39 Grad, spürt man bereits erste Ermüdungserscheinungen. Ab 41 Grad wird es lebensgefährlich. Chemische Prozesse werden durcheinandergebracht und die Zellen beginnen zu verfallen. Die Enzyme (Eiweiss) in unserem Körper beginnen zu gerinnen, was unweigerlich zum Tode führt.

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