Alkohol

Junge Trinker suchen den Rausch, ältere den Pegel

Junge Trinker suchen den Rausch, ältere den Pegel

Insgesamt nimmt der Alkoholkonsum seit Jahren ab. Heute liegt der Pro-Kopf-Konsum reinen Alkohols noch bei 8,3 Litern pro Jahr. Das entspricht 56 Litern Bier, 36 Litern Wein und 4 Litern Spirituosen. Im Trinkverhalten fallen Altersunterschiede auf: So ist etwa der tägliche Konsum bei jüngeren Menschen heute nicht mehr en vogue. Er nimmt mit fortschreitendem Alter zu und liegt in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen am höchsten. Auffallend: Die Frauen gleichen sich den Männern an. So konsumieren die 65- bis 74-jährigen Frauen heute deutlich mehr Alkohol als noch vor 20 Jahren.

Bei den Jungen dagegen liegen die Probleme beim Rauschtrinken, zum Beispiel am Wochenende. Rund 40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen trinken sich heute mindestens einmal im Monat in den Rausch. Besonders davon betroffen: junge, ledige Männer.

In der Schweiz sind um die 250 000 Menschen alkoholabhängig. 1600 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkoholismus, sei es durch Unfälle oder durch den Alkoholkonsum ausgelöste Krankheiten.

Tabak

Die E-Zigarette kommt, die Pfeife verschwindet.

Die E-Zigarette kommt, die Pfeife verschwindet.

Unangefochtene Nummer eins bleibt die Zigarette. 96 Prozent aller Raucher rauchen Zigaretten. Andere Raucherwaren wie Zigarillos, Zigarren oder Pfeifen sind aus der Mode gekommen.

Insgesamt wird heute weniger geraucht als früher. Der Raucheranteil ist seit dem Jahr 2000 von 33 auf 25 Prozent gesunken. Doch Studienergebnisse weisen darauf hin, dass der Rückgang beim Rauchen und auch beim Passivrauchen stagniert.

Dabei steht Rauchen noch immer an der Spitze der vermeidbaren Todesursachen: Jedes Jahr sterben in der Schweiz 9000 Menschen aufgrund von Raucherkrankheiten wie Lungenkrebs (ein Viertel), an weiteren Lungenerkrankungen sowie an Herz-Kreislauf-Krankheiten (je ein Sechstel).
Als Boomprodukt stellt sich die E-Zigarette heraus. Bereits liegt der Anteil jener Menschen, die schon mal eine E-Zigarette geraucht haben, bei 6,7 Prozent. Dabei ist der Anteil junger Erwachsener besonders hoch. Unklar ist noch, ob E-Zigaretten eher Aussteigern dienen oder erst zum Rauchen verführen.

Illegale Drogen

Immer weniger Heroin und ein Revival von Ecstasy

Immer weniger Heroin und ein Revival von Ecstasy

In der Schweiz sterben immer weniger Menschen an illegalen Drogen. Haupttodesursache ist und bleibt jedoch Heroin. Noch beträgt die Population der Heroinabhängigen rund 20 000. Sie altert zunehmend und wird Jahr für Jahr kleiner. Einerseits, weil immer weniger Menschen neu Heroin konsumieren, andererseits, weil jährlich 100 Menschen an den Folgen ihres Heroinkonsums sterben.

Während die Heroinabhängigen älter werden und nach wie vor eine enge Betreuung mittels Substitutionsbehandlung brauchen (z.B. Methadon), hat sich der Konsum von Kokain, Ecstasy und Amphetamin diversifiziert: So hat sich bis 2012 die Anzahl der Personen verdoppelt, die angaben, schon einmal Kokain konsumiert zu haben. Abwasseranalysen zeigen, dass Kokain oder Ecstasy, das einen leichten Anstieg verzeichnet, vermehrt am Wochenende konsumiert werden. Heroin und Cannabis dagegen werden regelmässiger konsumiert. Der Cannabiskonsum bleibt stabil und international vergleichsweise hoch.

Glücksspiele

Es gibt viele Casinos und ein gefährliches Online-Angebot

Es gibt viele Casinos und ein gefährliches Online-Angebot

Die Schweiz weist mit ihren 21 Betrieben eine der weltweit höchsten Casino-Dichten auf. Gemäss Schätzungen haben im letzten Jahr mehr als drei Millionen Menschen in der Schweiz um Geld gespielt. Dabei sind die Online-Geldspiele nicht berücksichtigt, dafür aber die über 8000 Lotterie-Verkaufsstellen. Knapp 200 000 Spieler gelten als moderat riskant und etwas über 75 000 als exzessiv. Letztere teilen sich in 47 000 problematische und 28 000 pathologische Spieler auf.

Insgesamt liegt der Anteil der exzessiven Spieler bei rund einem Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Folgen von Spielsucht können dramatisch sein: Nicht selten führen Spielprobleme zu Problemen in der Familie, Gewalt, Isolierung oder gar Verelendung. Etwa jeder sechste exzessive Spieler meldet Privatkonkurs an und das Selbstmordrisiko in der Gruppe der Spielsüchtigen ist höher als in der Restbevölkerung.

Online-Spiele entziehen sich nicht nur jeglicher Kontrolle. Studienergebnisse sprechen auch dafür, dass sie die Spielsucht noch mehr fördern können als der Gang ins Casino.