Sprechstunde

Grippe – trotz Impfung?

Weiterhin sind Kleinkinder bis vier Jahre am stärksten von der Grippe betroffen. (Symbolbild)

Weiterhin sind Kleinkinder bis vier Jahre am stärksten von der Grippe betroffen. (Symbolbild)

Die «Sprechstunde» wird vom Kantonsspital Baselland und dem Universitätsspital Basel bestritten. Sie erscheint alle zwei Wochen.

Warum ist die Grippe für ältere Menschen gefährlicher? Ab welchem Alter sollte man sich gegen die Grippe impfen lassen? Für welche Personen kann die Grippe lebensgefährlich sein?

Für Menschen über 65 Jahre ist ein Grippevirus zunehmend gefährlicher. Dies ist hauptsächlich durch zwei Faktoren bedingt: Einerseits kommt es zu einem Alterungsprozess des Immunsystems, sodass Infektionen nicht mehr so wirkungsvoll bekämpft werden können wie bei Jüngeren. Anderseits haben ältere Menschen viel häufiger zusätzliche (chronische) Erkrankungen, wie Lungenschädigungen, Herzerkrankungen, Diabetes. Somit sind sie anfälliger für eine Grippe und haben, wenn sie daran erkranken, viel häufiger Komplikationen. Die häufigsten Komplikationen sind zusätzliche Infektionen mit Bakterien, eine akute Verschlechterung einer chronischen Begleiterkrankung (Herzinsuffizienz, COPD-Erkrankung und andere). Komplikationen sind die Hauptursache für Todesfälle; in der Schweiz sterben rund 1500 Personen pro Jahr an den Folgen der Grippe. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit allen Menschen über 65 Jahren und solchen mit chronischen Erkrankungen, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Wie merke ich, ob ich eine Grippe habe oder nur eine Erkältung mit Husten, Schnupfen und evtl. Fieber?

Aufgrund der Symptome kann häufig nicht zuverlässig zwischen einer echten Grippe (Influenza) und einer Erkältung unterschieden werden. Eine Influenza beginnt meist sehr plötzlich und geht häufig mit Fieber und teilweise starken Muskel- und Kopfschmerzen einher, während Schnupfen und Halsschmerzen seltener sind. Der Beginn einer Erkältung ist meist schleichend, Halsschmerzen und Schnupfen sind viel häufiger und stärker ausgeprägt. Fieber kommt vor allem bei Erwachsenen selten vor. Letztlich kann das Influenzavirus nur mittels einer Laboruntersuchung sicher nachgewiesen werden.

Warum kann ich krank werden, obwohl ich mich gegen Grippe impfen lasse?

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Die Grippeimpfung schützt ausschliesslich gegen das Influenzavirus, den Erreger der «echten Grippe», also der Influenza-Erkrankung. Gegen eine Erkältung, welche durch viele verschiedene andere Viren verursacht wird, besteht natürlich kein Schutz. Deshalb kann man auch nach einer Grippeimpfung an einer Erkältung erkranken.
  • Wegen der langen und aufwendigen Produktion muss die Zusammensetzung des Impfstoffes bereits im Frühjahr festgelegt werden. Da Grippeviren sehr schnell mutieren, kann es sein, dass sich diese bis zur Grippesaison bereits wieder verändert haben und somit der Impfstoff die zirkulierenden Viren nur ungenügend abdeckt. Eine Grippeimpfung bietet aber in jedem Fall einen (Teil-)Schutz vor einer Grippe.
  • Nach einer Grippeimpfung dauert es rund zwei Wochen, bis der Impfschutz voll ausgebildet ist.

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