«PRP» ist die Abkürzung für «Platelet-Rich Plasma» oder zu Deutsch «plättchenreiches Plasma». Also Blutplasma, das mit Blutplättchen angereichert ist.

Es fliesst bei jedem von uns durch die Adern und könnte nun zahlreiche Haarausfall-Patienten von ihrem Leiden erlösen.

Wie das möglich ist, zeigt das Gesundheistmagazin CheckUp in der aktuellen Sendung. Geschildert wird der Fall von Andreas Giger, 36 Jahre alt. Er kämpfte mit allen Mitteln gegen starken Haarausfall – vergebens. Seine letzte Hoffnung: Eine PRP-Behandlung.

In die Kopfhaut gespritzt

Die Kamera begleitet Giger zum Termin in der Schönheitsklinik. Dem Patienten wird erst eine kleine Menge Blut abegnommen. In der Zentrifuge wird dieses dann in die einzelnen Bestandteile aufgetrennt.

Für die Behandlung von Haarausfall ist nur das Blutplasma interessant. Es wird dem Patienten in die Kopfhaut gespritzt und soll dort den Haarausfall nicht nur stoppen, sondern auch wieder neue Haare spriessen lassen.

Die Behandlung wird zusätzlich mit «Micro-Needling» kombiniert: Mit Nadeln werden feine Verletzungen in die Kopfhaut gestochen, die Reparaturmechanismen in der Haut auslösen sollen.

«Das sind kleine Kraftpakete»

Die eigenen Blutplättchen werden schon seit Längerem in anderen medizinischen Bereichen eingesetzt. Zum Beispiel bei Heilungsprozessen von Sehnen oder Knorpeln und in der Schönheitschirurgie.

Blutplättchen sind im Körper für die Wundheilung verantwortlich. «Das sind kleine Kraftpakete, die sind voll mit Wachstumsfaktoren und Mikronährstoffen», sagt Karoline Zepter von der Schönheitsklinik «Pret-a Beaute» in Thalwil ZH, die die Behandlung anbietet. «Sie haben deshalb die Fähigkeit, die Haarwurzeln zu regenerieren. Auch solche, die schon nicht mehr aktiv waren.»

1000 Franken pro Sitzung

Rund 1000 Franken kostet eine einmalige PRP-Behandlung. Drei davon sind laut den Spezialisten nötig, und dies alle ein bis zwei Jahre. Detaillierte Erfahrungswerte gibt es noch nicht.

Doch die Methode hat laut «CheckUp» ihre Grenzen. «Es gibt sicher auch Patienten, die darauf nicht ansprechen», sagt Zepter. Etwa, wenn der Haarverlust schon zu lange besteht und keine Stammzellen mehr vorhanden sind, die aktiviert werden können.