Steht der Hochzeitstermin fest, nehmen sich viele Frauen vor, bis dahin abzunehmen. In der Ehe nimmt aber dann das Körpergewicht zu.

Australische Forscherinnen haben jetzt den zeitlichen Verlauf im Auf und Ab des Körpergewichts kurz vor und nach der Heirat ermittelt.

Entgegen ihrer Erwartung nahm zwar knapp die Hälfte der Probandinnen in den Monaten vor der Eheschliessung ab. Andere jedoch nahmen zu, sodass sich das durchschnittliche Körpergewicht aller Testpersonen gar nicht veränderte.

Überraschend war auch, dass die Frauen schon in den ersten sechs Monaten nach der Hochzeit im Schnitt zwei Kilogramm zulegten.

Hatten andere zuvor versucht, die Frau zum Abnehmen zu überreden, erhöhte sich das Körpergewicht als Ehefrau sogar noch stärker, berichten die Wissenschafterinnen im Fachblatt «Body Image».

Abnehmen für den Verlobten

«Mögliche Folgen einer Gewichtszunahme nach der Heirat für die längerfristige Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und das Essverhalten sind noch nicht erforscht», schreiben Ivanka Pricharda und Marika Tiggemann von der Flinders University in Adelaide.

Für ihre Studie befragten sie 343 Frauen im Alter von durchschnittlich 26 Jahren, die mehrere Monate vor ihrer geplanten Heirat eine Hochzeitsmesse besuchten.

Einen Monat vor der Eheschliessung gaben 130 von diesen erneut Auskunft über ihr Gewicht. Auf den dritten Kontaktversuch, sechs Monate nach der Hochzeit, antworteten noch 112 Probandinnen. Zwischen den beiden Terminen vor der Heirat nahmen 47 Prozent der Frauen ab, die anderen nahmen zu oder behielten ihr Gewicht.

Ein halbes Jahr nach der Eheschliessung lag die durchschnittliche Gewichtszunahme bei 2,1 Kilogramm. 44 Frauen gaben an, dass sie von der Mutter oder dem Verlobten aufgefordert wurden, vor der Hochzeit abzunehmen. Bei ihnen blieb das Körpergewicht bis zur Heirat konstant und stieg dann sogar um 4,5 Kilogramm an.

Besonders für diese Gruppe von Frauen könnte ein erhöhtes Risiko bestehen, später eine sogenannte Körperbildstörung oder krankhaftes Essverhalten zu entwickeln, befürchten die Forscherinnen. Langzeitstudien seien nötig, um diese Vermutung zu prüfen.