Schlaf

Chinesen testen Armbanduhr zur Schlafmessung ausgerechnet im Aargau

Das Armband «Huawei fit» zeichnet nicht nur auf, was eine Person tagsüber tut, sondern auch, wie lange sie schläft. Doch wie verlässlich messen die Sensoren

Das Armband «Huawei fit» zeichnet nicht nur auf, was eine Person tagsüber tut, sondern auch, wie lange sie schläft. Doch wie verlässlich messen die Sensoren

Die chinesische Firma Huawei lässt ein neues Armband zur Messung des Schlafs ausgerechnet von der Klinik Barmelweid testen.

Armbänder, welche vorgeben, die Schlafqualität zu messen, taugen nichts. Davon konnte man bisher getrost ausgehen. Und das sagt einer, der es wissen muss: der Leiter Schlafmedizin in der Klinik Barmelweid im Kanton Aargau, Ramin Khatami. «Für viele Firmen sind solche Armbänder ein interessantes Thema», sagt Khatami, «aber jene, die wir getestet haben, waren bisher fast alle unbrauchbar.»

Überprüft, ob die sogenannten Wearabels etwas taugen, hat die Klinik bisher aus reinem Interesse. Nun aber wurde die Klinik Barmelweid vom chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei kontaktiert und gebeten, ihr Armband «Huawei fit» zu testen. «Die Firma wurde auf uns aufmerksam, weil wir selber Algorithmen entwickeln, um die Schlafeffizienz überprüfen zu können», sagt Khatami.

In der Klinik stehen dafür allerdings mehr Apparate zur Verfügung als nur ein Armband mit Sensoren. Doch die Sensoren, welche Huawei entwickelt hat, haben es offenbar ins sich. Khatami sagt: «Die Technik ist sehr gut und die Algorithmen, welche die Universität Harvard entwickelt hat, sind auch für uns interessant.»

Immerhin mal wissenschaftlich

Ob das Gerät die Feuertaufe bis am Schluss bestanden hat, darf Khatami noch nicht verraten. Neu ist aber, dass ein Hersteller sein Armband überhaupt wissenschaftlich überprüfen lässt. Und dies gleich doppelt: Das Armband von Huawei wird auch an der Universität Oxford unter die Lupe genommen.

Mittlerweile können solche Armbänder nicht nur den Puls und die Bewegungsaktivität messen. Sie haben auch Sensoren, welche die Körpertemperatur, den Hautwiderstand und die Sauerstoffsättigung im Blut messen können. Es gibt unzählige Parameter, welche etwas über den Schlaf aussagen, weil sie sich ändern, sobald der Mensch einschläft. Auch die Bewegungen lassen sich Schlaf- oder Wachphasen zuordnen – sofern sie richtig gemessen und analysiert werden können.

Die Nachfrage nach solchen Messgeräten für den persönlichen Gebrauch ist auf jeden Fall da. Heute muss auch der Schlaf effizient sein, wachliegen ist verlorene Zeit. Zweifelhaft ist, ob sich damit die Schlafeffizienz auch verändern lässt: Morgens ist nach einem Blick aufs Armband zwar klar, wie lange man tatsächlich geschlafen hat – aber das vertreibt nicht die Ringe unter den Augen.

Und die Schlafdauer alleine sagt noch nichts über die Qualität des Schlafes aus. Dieses jedoch soll bald möglich sein: Die Klinik Barmelweid bleibt Forschungspartnerin von Huawei, um das Wearable gemeinsam weiterzuentwickeln und in Zukunft nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die -qualität zu messen. Idealer Kommunikator zwischen der Klinik und China ist der Barmelweid-Mitarbeiter Zhongxing Zhang. Der Forschungsassistent entwickelt nicht nur Algorithmen, sondern spricht auch Chinesisch.

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