«Du siehst aus wie 25» – solch einen Satz hört man gerne, vor allem, wenn es nicht mit unserem eigentlichen biografischen Alter übereinstimmt. Das biografische Alter ist die schlichte Zeitangabe, wie lange wir schon leben. Mit dem biologischen Alter allerdings wird der Zustand des Körpers gemessen.

Mithilfe verschiedener Marker wie etwa Nieren- und Lungenfunktion bestimmten US-Forscher das biologische Alter von rund 1000 38-jährigen Menschen. Dabei gab es Unterschiede von unter 30 bis über 60 Jahre. 

Der Seltsame Fall des Benjamin Button - Trailer Deutsch

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«Wenn wir altersbedingte Krankheiten verhindern wollen, müssen wir das Altern schon bei jungen Menschen untersuchen», erklärte Hauptautor Dan Belsky von der Duke University in einer Mitteilung zur Studie, die von der US-nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde.

Grundlage für die Studie ist die fortlaufende «Dunedin-Studie», für die 1037 Menschen aus der neuseeländischen Stadt Dunedin von ihrer Geburt bis zu ihrem 38. Lebensjahr regelmässig gesundheitlich untersucht werden. 

Dreimal schneller altern

Das Ergebnis: Die meisten Teilnehmer alterten tatsächlich jedes Jahr um ein biologisches Jahr. Einige aber alterten jedes chronologische Jahr um drei Jahre, während andere jünger blieben als ihr biologisches Alter. 

Die 92-jährige Harriette Thompson beim Zieleinlauf am San Diego Rock 'n' Roll Marathon

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Diejenigen, deren biologisches Alter höher als 38 Jahre war, zeigten auch einen stärkeren IQ-Rückgang, Zeichen für ein erhöhtes Schlaganfall- und Demenzrisiko sowie verminderte motorische Fähigkeiten. Die Spuren des Alterns waren dabei schon mit 26 Jahren nachweisbar, so Gerontologe Belsky.

Insgesamt hoffen die Wissenschafter, dass ihr Analyseraster dabei hilft, in den Alterungsprozess im Ganzen einzugreifen, anstatt einzelne altersbedingte Krankheiten isoliert zu behandeln. Man vermutet, dass das Altern nur zu 20 Prozent genetisch bedingt ist. Der Rest geht auf Umwelteinflüsse zurück. 

Jene Umwelteinflüsse würden Raum für eine medizinische Beeinflussung des Alterungsprozesses lassen, schreiben die Forscher. (SDA/imü)