Die Schweizer Hochschulen leisteten einen wichtigen Anteil an den Innovationen Europas, sagte Hengartner in einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag". Es liege deshalb auch im Interesse der EU, dass die Schweiz weiterhin Teil der europäischen Forschungsgemeinde bleibe.

Nach Hengartner wird das EU-Förderprogramm Horizon 2020 ein Lackmustest dafür sein, "wie es mit den Beziehungen zu Europa weitergeht". Er selber werde im Februar und April nach Brüssel reisen, um für die Anliegen der Schweizer Hochschulen zu werben.

Sollte bezüglich Personenfreizügigkeit keine Einigung mit der EU zustande kommen, könnte sich Hengartner auch einen Weg vorstellen, der über die EU hinausgeht. "Vielleicht arbeiten wir dann stärker mit den USA zusammen oder mit Hochschulen aus dem asiatischen Raum."

Die EU sei zwar der wichtigste Partner und könne nicht ersetzt werden, aber die EU sei nicht alles. "Vielleicht", so der Rektor der Universität Zürich, "haben wir in ein paar Jahren etwas aufgebaut, das noch besser ist". Gerade Japan und China investierten sehr viel und strebten mit aller Macht nach Nobelpreisen.