Dazu genüge es, die Blätter vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger zu reiben, berichten Forschende um Lehcen Benikhlef von der Universität Freiburg im Fachjournal "BMC Plant Biology". Innert Minuten nach der Berührung schütteten die Pflanzenzellen Kalzium sowie aggressive Sauerstoffverbindungen aus, was die Abwehr mobilisiert, schrieb der Onlinedienst "wissenschaft.de" am Montag.

Zudem wurde die äusserste Schicht des Blattes durchlässiger - vermutlich, damit die Abwehrchemikalien besser austreten können - und sogenannte Berührungsgene wurden aktiviert. Nach mehrmaligem Rubbeln erwies sich die Ackerschmalwand als vorübergehend immun gegen Botrytis cinerea, einen Schimmelpilz, der Graufäule verursacht.

Noch acht Stunden nach dem Streicheln war 50 Prozent dieser Resistenz vorhanden, und erst nach 24 Stunden war die Pflanzen dem Pilz so hilflos ausgeliefert wie zuvor. Ähnliche Effekte hatte das Team von Professor Jean-Pierre Métraux zuvor auch mit brachialeren Mitteln erreicht, indem sie die Blätter mit Zangen gequetscht und mit Nadeln durchstochen hatten.

Die Forscher haben zwei Hypothesen für das Phänomen: Das Streicheln könnte die Blattoberfläche angreifen, sodass diese für Substanzen, die eine Präsenz des Schädlings signalisieren, durchlässiger wird. Die andere Erklärung wäre, dass druckempfindliche Eiweisse auf der Membran der Pflanzenzellen die Berührung wahrnehmen und die Immun-Reaktion hervorrufen.