Hirnforschung

Mensch braucht laut einer Studie zum Sprechen beide Gehirnhälften

Hirnaktivität-Messung im Kernspintomograph an Uni Zürich (Archiv)

Hirnaktivität-Messung im Kernspintomograph an Uni Zürich (Archiv)

Anders als häufig angenommen benötigen Menschen zum Sprechen offenbar beide Gehirnhälften. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch in der britischen Fachzeitschrift «Nature» veröffentlichten Studie.

Wissenschaftler der Universität New York unternahmen Versuche mit 16 Freiwilligen, deren Gehirnaktivität sie mit Hilfe von direkt auf der Hirnrinde angebrachten Elektroden massen. Ein solches sogenannten Elektrokortikogramm wird bei Patienten mit schwerer Epilepsie vor einem chirurgischen Eingriff gemacht. Die Messergebnisse gelten als genauer als etwa die eines 3D-Scans zur Messung der Hirnaktivität.

Die Freiwilligen sollten frei erfundene Wörter wie "pob" oder "kig" sagen, damit nur jene Hirnregionen aktiviert werden, die für das Aussprechen von Wörtern genutzt werden. Da die Wörter keine Bedeutung haben, wurden andere Hirnregionen aktiviert als jene, die für die Sprache genutzt werden, wenn Wörter verstanden und Sätze gebildet werden müssen. Die Tests zeigten, dass Regionen in beiden Gehirnhälften bei der Aussprache der erfundenen Wörter genutzt werden.

Die neuen Erkenntnisse würden den bisherigen als gültig anerkannten Kenntnisstand umwerfen, schrieb Forscher Bijan Pesaran in einer Mitteilung. "Wir können jetzt neue Wege entwickeln, um jenen zu helfen, die ihre Fähigkeit zu sprechen nach einem Schlaganfall oder Verletzungen mit einer Schädigung des Gehirns verloren haben."

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