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In der Renaissance galt die Tomate als Todesfrucht – mit gutem Grund, wie dieser Historiker erklärt

In der Renaissance galt die Tomate als Todesfrucht – dieser Historiker erklärt, warum das gute Gründe hatte

Historiker Nicolas Godinot hat eine einfache Erklärung für die mysteriösen Todesfälle.

Im 16. Jahrhundert kommt die Tomate aus Mexiko nach Europa und verbreitet in der Oberschicht Angst und Schrecken. Für die auf den ersten Blick mysteriösen Todesfälle, die der Frucht angelastet werden, gibt es eine einfache Erklärung.

Sugo, Salat, Ketchup. Die Tomate ist aus Europa nicht mehr wegzudenken. Kaum zu glauben, dass die Menschen einst Angst davor hatten, sie zu essen. Denn nachdem es die Frucht im 16. Jahrhundert erstmals von Mittelamerika über den Atlantik nach Europa schaffte, kam es hier zu mysteriösen Todesfällen. 

Das neuartige Nahrungsmittel, ein Gewächs des Todes? Historiker Nicolas Godinot hat dafür eine erstaunlich einfache Erklärung: «Damals assen die Reichen häufig aus Zinn-Tellern. Das Problem: Die Säure der Tomate löst das Blei aus dem Zinngeschirr. Man geht davon aus, dass sich die Oberschicht so bei jeder Tomatenmahlzeit etwas mehr vergiftet hat.»

Der Tomatentod in der Renaissance ereilte also nur die Reichen – alle anderen konnten sich gar kein Zinngeschirr leisten. (SRF)

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