Umwelt
Fast unbemerkt findet ein enormes Insektensterben statt

Merken
Drucken
Teilen
Vor allem Schmetterlinge sind vom grossen Insektensterben betroffen.

Vor allem Schmetterlinge sind vom grossen Insektensterben betroffen.

epa

Die neu erschienene erste weltweite (Meta-)Studie zum Insektenbestand zeichnet ein dramatisches Bild:

  • 40% der Insektenarten sind in den nächsten paar Jahrzehnten vom Aussterben bedroht.
  • Der gesamte Insektenbestand nimmt jährlich um 2,5% ab.
  • Das Aussterben der Insekten ist achtmal schneller als dasjenige von Säugetieren.
  • Motten und Schmetterlinge sind am stärksten betroffen.
  • Auch der Bienenbestand hat (in Colorado zum Beispiel) um fast die Hälfte abgenommen.

Der Guardian, der sich auf die Autoren der Studie beruft, geht sogar so weit, zu mutmassen, dass bis in 100 Jahren der gesamte Insektenbestand ausgerottet sein könnte.

Massenaussterben von Tieren sind kein neues Phänomen. Bereits fünfmal in der Erdgeschichte wurde die Artenvielfalt der Lebewesen drastisch verkleinert. Viele Forscher gehen davon aus, dass wir uns in einer sechsten Phase befinden.

Deutlich weniger Gewinner als Verlierer

Die neu erschienene Studie wurde im renommierten Fachmagazin «Biological Conservation» veröffentlicht. Grundlage für die Meta-Studie waren 73 ausgewählte Untersuchungen der letzten Jahre.

Ein paar wenige Arten können derzeit ihren Bestand vergrössern. Ein Mitautor der Studie, Francisco Sánchez-Bayo, erklärte gegenüber dem Guardian, dass sich Nutzniesser und Leidtragende allerdings bei Weitem nicht die Waage halten würden.

Hauptgründe für das Massensterben sind laut Sánchez-Bayo der Verlust von Lebensraum durch die Industrialisierung der Landwirtschaft. Weitere unterstützende Faktoren seien die flächendeckende Benutzung von Pestiziden, neue Eindringlinge in den knapper werdenden Lebensraum und der Klimawandel:

Wir müssen die Art, wie wir Nahrung produzieren, verändern. Ansonsten rotten wir die Insekten als Ganzes innerhalb von wenigen Jahrzehnten aus. Die Auswirkung auf das Ökosystem des Planeten wären katastrophal, um es milde auszudrücken.

(Quelle: Francisco Sánchez-Bayo, Studien-Mitautor)

Mehr zum Insektensterben: Bestand ist um die Hälfte geschrumpft – jetzt hagelt es Initiativen