Sie berichten darüber im Fachblatt «Chemistry - A European Journal». Die meisten Bakterien könnten über Signalmoleküle miteinander kommunizieren, schrieb die Universität Basel am Donnerstag in einer Mitteilung. Übersteigt deren Konzentration eine bestimmte Schwelle, erkennen die Bakterien, dass sich in der Nähe genügend Artgenossen befinden, um eine gemeinsame Aktion auszulösen.

Erst dann werden Gene aktiviert, welche zum Beispiel die Bildung von Biofilmen - Oberflächenfilmen im Körper, die sowohl schädlich wie auch nützlich sein können - auslösen oder krank machende Faktoren freisetzen. Mit diesem "Geruchssinn" koordinieren die Bakterien Verhaltensweisen, die der gesamten Population nützen.

Andockstelle gefunden

Indem sie einen fluoreszierenden Baustein an den natürlichen Signalstoff anhängten, konnten die Forscher um Karl Gademann von der Uni Basel und Leo Eberl von der Uni Zürich diese Kommunikation sichtbar machen. Sie konnten auch zeigen, dass das Konstrukt an einen spezifischen Rezeptor andockt.

Der in der Studie untersuchte Organismus ist ein Bakterium, das Biofilme innerhalb der Lunge bildet. Dies kann vor allem bei immungeschwächten oder an zystischer Fibrose erkrankten Patienten zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündungen führen.

Mit der Methode sei ein einfacher Nachweis der Rezeptoren in lebenden Bakterien möglich, betonen die Forscher. Dies könnte zum Beispiel für einen schnellen Test der Bakterien-Kommunikation in der Umwelt oder in Proben von Patienten nützlich sein.