Tiere
Älteste fossile Python im Welterbe Grube Messel entdeckt

Im Unesco-Welterbe Grube Messe sind die ältesten bekannten Fossilien einer Pythonart entdeckt worden. Forschern der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt und der Uni in Sao Paulo zufolge sind die Schlangen rund 47 Millionen Jahre alt.

Drucken
Teilen
Die neu beschriebene Pythonart Messelopython freyi ist der älteste bekannte fossile Nachweis einer Python weltweit.

Die neu beschriebene Pythonart Messelopython freyi ist der älteste bekannte fossile Nachweis einer Python weltweit.

Senckenberg

Der Fund der etwa ein Meter langen, nahezu vollständig erhaltenen versteinerten Skelette lasse den Ursprung der Riesenschlangen in Europa vermuten, teilte die Senckenberg Gesellschaft am Mittwoch mit. Anders als heute habe die Ur-Python mit ihren anatomisch sehr ähnlichen Verwandten, den Boaschlangen, in einem Ökosystem zusammengelebt. Die These, dass beide Schlangenfamilien miteinander konkurrieren würden, müsse daher überdacht werden.

"Zur Zeit des Eozäns, also vor etwa 47 Millionen Jahren, gab es diese Schlangen demnach schon in Europa. Unsere Analysen zeigen, dass sie sich auch hier entwickelt haben", sagte der Frankfurter Paläontologe Krister Smith. Pythons zählen heute mit einer Länge von bis zu sechs Metern zu den grössten Schlangen der Welt und leben vorwiegend in Afrika, Süd- und Südostasien sowie in Australien.

Benannt nach deutschem Paläontologen

Benannt ist die neue Pythonart "Messelopython freyi" nach dem Fundort und dem Paläontologen Eberhard Frey vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe.

Das von der deutschen Unesco-Kommission als "Fenster zur Urzeit" bezeichnete Areal Grube Messel in Südhessen ist seit 25 Jahren Welterbe. Die in den Ölschiefer eingepressten und konservierten Funde zeigen, wie die Welt vor Millionen Jahre in der damals tropischen Region aussah. Mit mittlerweile mehreren Zehntausend Fossilien-Funden können Wissenschaftler ein relativ genaues Bild der damaligen Lebenswelt und des Klimas zeichnen.