Die Erlösung ist jeweils gross. Nach minutenlangem Schleichen lichtet sich die Blechschlange und es geht endlich wieder vorwärts. Doch weit und breit ist kein Hindernis zu sehen, das den Stau hätte verursachen können.

Sogenannter Phantomstau fühlt sich genauso an, wie der Name sagt: wie ein Leiden ohne Grund. Doch es gibt einen. Das Video oben erklärt, wie der Stau aus dem Nichts entsteht.

Schuld sind genau jene Autofahrer, die möglichst schnell ans Ziel kommen wollen. Sie wechseln ungeduldig die Spur oder fahren zu nahe auf, so dass sie abbremsen müssen. Dieses Bremsen löst im dichten Verkehr eine Kettenreaktion aus.

Auch wenn erst nur leicht abgebremst werden muss – der folgende Fahrer muss stärker bremsen und der übernächste noch stärker – bis es schliesslich für die Verkehrsteilnehmer noch weiter hinten zum stockenden Verkehr oder Stillstand kommt. 

Abstand halten und kommunizieren

Laut Verkehrsexperten könnten wir hier noch von Ameisen lernen. Sie haben auf ihren Strassen keinen Stau, weil sie nie überholen und immer Abstand halten. Über Berührungen und Pheromone kommunizieren sie ständig miteinander und passen ihre Geschwindigkeit dem Vordermann an. 

Was heisst das für den Autoverkehr? Stauforscher wollen Autos entwickeln, die über W-Lan miteinander kommunizieren - und so andere Autos frühzeitig vor Hindernissen wie Unfallstellen warnen. So soll abruptes Bremsen vermieden werden. (smo)