In der Wildnis

77 Kilometer Tunnel: In Finnland entsteht das erste Atommüll-Endlager der Welt – ein Augenschein

77 Kilometer Tunnel: In Finnland entsteht das erste Atommüll-Endlager – ein Augenschein

In einem 400 Meter tiefen Schacht sollen die Brennstäbe beerdigt werden.

Was in der Schweiz noch gesucht wird, wird in Finnland seit 2004 gebaut: ein Endlager für radioaktiven Atommüll.

«Onkalo» – «kleine Höhle» wird das Tunnelsystem auf der finnischen Insel «Olkiluoto» genannt. Das klingt fast schon liebevoll. Ist aber eine ernste Sache: In dem Stollensystem mitten in der Wildnis sollend dereinst radioaktive Abfälle gelagert werden.

Weil der Granit hier fast 2000 Millionen Jahre alt und immer noch stabil ist, eignet sich der Untergrund auf der finnischen Insel für den Endlagerstandort. Seit den 1970er-Jahren wird das Gestein untersucht – bis heute. Die Experten stellen lediglich «sehr kleine» Bewegungen fest. 

Mit Betonblocks versiegelt

Ab nächstem Jahr sollen in der «kleinen Höhle» rund 5000 Tonnen Atommüll gelagert werden. In einem 400 Meter tiefen Schacht sollen die Brennstäbe beerdigt werden. Für mehrere tausend Jahre. Die Brennstäbe kommen in Schächte, die mit Tonerde gefüllt und mit Betonblocks abgeschottet werden.

Den Kritikern ist das zu viel der Versiegelung. Sie fordern, dass die radioaktiven Abfälle leichter zugänglich gelagert werden – für den Fall, dass die Kapseln korrodieren oder lecken. (SRF(/smo)

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