Zu Hause bei
Es fehlt die Frau im Haus

Das stilvolle 8,5-Zimmer-Landhaus befindet sich hoch über Glarus. «Nur etwas leer ist es hier», sagt der Glarner SVP-Ständerat This Jenny (61). Nach der Scheidung von seiner Frau lebt er mit Sohn Matthias in einer Art Männer-WG.

Gina Kern
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Die Bergwelt zum Greifen nah: Ausblick von This Jennys Terrasse.

Die Bergwelt zum Greifen nah: Ausblick von This Jennys Terrasse.

Die Hundehütte vor der Haustür ist unbewohnt. Das Katzentürli ist auch nicht mehr in Betrieb. Trotzdem hat Ständerat This Jenny das Lachen nicht verloren. Der erfolgreiche Unternehmer und SVP-Mann bittet in charmanter Manier in sein Haus. Eine Villa, gebaut vor 22 Jahren, auf 1500-Quadratmeter Land, hoch über Glarus. «Uns hat die Art des Landhauses gefallen, also haben wir damals so gebaut», sagt er schmunzelnd und setzt sich an seinen «Lieblingsplatz» im Erker neben der Küche. Es sei einfach schön im Glarnerland, gerät er ins Schwärmen. Einziger Wermutstropfen: «Die Sonne verschwindet im Winter sehr früh hinter dem Glärnisch.»

Der Schäferhund der Familie wohnt bei Jennys ehemaliger Frau. Obwohl sie Ende 2011 ausgezogen ist, pflegen sie ein ausgezeichnetes Verhältnis und betreuen den Hund oft gemeinsam. Sie arbeitet nach wie vor in seinem Unternehmen, regelt seine privaten finanziellen Verpflichtungen und verwaltet seine Liegenschaften. Die Inneneinrichtung sei immer Sache seiner Ex-Frau gewesen und war selbstverständlich nicht vergleichbar mit der Einrichtung von heute. Das Haus wirkt dennoch sehr aufgeräumt, aber auch etwas unbewohnt, gibt Jenny zu. Er lebt durchschnittlich vier Monate pro Jahr in Bern, da «verkümmere» ein Haus ohne Frau. Es fehle an lieblicher Einrichtung.

Geniesst das Alleinsein

Und doch ist Jenny das Wohnen sehr wichtig. «Ich mag die Behaglichkeit und die Gemütlichkeit. Hier kann ich mich gut erholen und auftanken», sagt er und gibt zu: «Früher konnte ich mir nicht vorstellen, alleine zu leben. Heute geniesse ich das Alleinsein und bin froh, niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen.» This Jennys neue Partnerin kommt aus Zermatt und besucht ihn ab und zu in Glarus und bringt nun neues Leben und Ambiente in die Räume.

Ein Blick ins Wohnzimmer verrät, dass hier auch schon mehr Bilder an der Wand hingen. Die Nägel sind noch immer sichtbar. Die Bilder hat verständlicherweise seine Frau mitgenommen, ebenso die meisten Möbel. Nach der Trennung vor vier Jahren bewohnte der Politiker kurzfristig eine Wohnung. «Da kaufte ich mir einige Möbel und auch dieses weisse Sofa hier», sagt er und lässt sich in die Kissen sinken. Eine Notlösung. Die Feuerstelle sei nur noch wenig in Gebrauch und im Fernseher schaue er gerade mal drei Sendungen: «10 vor 10», «Rundschau» und Sport.

Fitnessraum im Untergeschoss

Sport ist ein zentraler Punkt in Jennys Leben. Als begnadeter Skifahrer hat er mehrfach das Parlamentarier-Skirennen gewonnen. Auch Bergtouren und Tennis spielen gehören zu seinen Leidenschaften. Der Fitnessraum im Untergeschoss des Hauses wurde nie «richtig» realisiert. «Leider», sagt Jenny. «Es fehlt mir die Lust, zu Hause alleine zu trainieren.» Einzig Sohn Matthias hängt sich ab und zu an eine Stange, die im Türrahmen zum Schlafzimmer befestigt ist.

Im Obergeschoss befinden sich vier Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Besonders stolz ist Jenny auf sein neues Badezimmer mit der eleganten Badewanne. Der Schieferboden ist ein Stein aus der Region. Ansonsten wählte Jenny einfache weisse Bodenplättli für den Eingang, ein schönes Eichenparkett für das Wohnzimmer und verschiedene Teppiche für die Schlafzimmer.

Noch fehlen die kleinen Details

Im oberen Stock könnte sich Jenny gut vorstellen, in ein paar Jahren eine zweite Wohnung einzurichten. «So kann ich – falls ich mal pflegebedürftig werden sollte – jemanden anstellen.» Auch sorgte der Unternehmer anderweitig vor: Für seine Kinder kaufte er eine der letzten Parzellen in Mollis. Und so erzählt er gerne von seinen erwachsenen Kindern und wie das Haus früher belebt war.

Heute sei alles etwas ruhiger: «Es fehlen hier noch viele kleine Details, die das Wohnen gemütlicher machen. Aber das stört mich im Moment nicht und hat noch Zeit. Ich liebe grosszügige Räume mehr als die detaillierte Inneneinrichtung.»

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