Facebook hat einen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Das ist klar. Doch welchen, darüber streiten sich Wissenschafter nach wie vor. In häufiger Regelmässigkeit teilen Forscher ihre aus Studien gewonnenen Erkenntnisse zum sozialen Netzwerkverhalten mit der Öffentlichkeit.

Diese Woche war es wieder einmal so weit. Ein Team von Wissenschaftern aus der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland hat festgestellt, dass Menschen über 60 Jahre dank Facebook und anderen sozialen Websites an Lebensqualität gewinnen. Denn über Facebook können ältere Menschen auch nach der Pensionierung oder bei eingeschränkter Mobilität ihre Sozialkontakte aufrechthalten.

Unzufrieden, frustriert und neidisch

Doch soziale Netzwerke haben auch negative Effekte. Das sagt uns nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch die Wissenschaft. So haben deutsche Forscher herausgefunden, dass Facebook seine Nutzer unzufrieden, frustriert und neidisch macht. Von über 500 Befragten gab ein Drittel an, dass sie sich während oder nach der Nutzung des sozialen Netzwerks schlecht fühlen.

Als wesentlichen Grund dafür sehen die Forscher den Neid auf die positiven Nachrichten der Facebook-Freunde. So seien Personen besonders häufig von Neid und Frust betroffen, die Facebook in erster Line passiv nutzen – also die Posts und Fotos ihrer Facebook-Freunde betrachten, ohne selber welche abzusetzen.

Der Schlüssel zu einer gesunden Facebook-Nutzung, so könnte man folgern, liegt also darin, nicht nur mitzulesen, was andere schreiben, sondern aktiv mit seinen Freunden zu kommunizieren. Dieser Schluss steht jedoch im Widerspruch zu einer anderen Studie. So wollen amerikanische Forscher herausgefunden haben, dass wer besonders intensiv mit guten Freunden über Facebook kommuniziert, Gefahr läuft, dick zu werden und Schulden zu machen. Die Befragung von 500 Internetanwendern ergab, dass Facebook-Nutzer, die über das soziale Netzwerk viel mit engen Freunden kommunizieren, einen grösseren Body Mass Index (BMI) aufweisen und mehr Kreditkartenschulden haben als die übrigen Teilnehmer.

Den Grund dafür vermuten die Forscher in einem kurzzeitigen Nachlass der Selbstdisziplin: Anhand von psychologischen Tests zeigte sich, dass Facebook-Nutzer, nachdem sie mit engen Freunden kommuniziert haben ein höheres Selbstwertgefühl haben und vermehrt zu ungesunden Snacks greifen.

Im Alter wird alles gut

Liesse man ausser Acht, dass solche Studien immer nur Tendenzen für Nutzergruppen zeigen und keine Kausalzusammenhänge aufzeigen können, ergäbe sich folgendes Bild: Entweder man verhält sich auf Facebook still und wird frustriert und unzufrieden. Oder man spricht mit und wird dick und verschuldet. Wie auch immer wir uns entscheiden, am Ende wird alles gut: Denn im Alter macht Facebook glücklich.