Protest

Warum Wikipedia einen Tag lang offline geht

Wikipedia protestiert gegen die EU-Urheberrechtsreform. (Archivbild)

Wikipedia protestiert gegen die EU-Urheberrechtsreform. (Archivbild)

Der deutschsprachige Teil von Wikipedia wird am 21. März einen Tag lang abgeschaltet. Das haben die Autoren der Enzyklopädie in einer Abstimmung beschlossen, an der 233 Stimmberechtigte teilnahmen. Autor Thomas Planinger bestätigt den Beschluss auf Twitter:

Die Abschaltung ist ein Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform. Diese soll Google, YouTube und Co. neu verpflichten, Inhalte zu entfernen, für die von den Urhebern keine Lizenz erteilt wurde. Google etwa soll für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten auf den Google-News-Seiten Geld an die Verlage zahlen müssen.

Kritiker warnen, das neue Regelwerk könne das Ende des Internet bedeuten, wie wir es kennen. Sie befürchten, dass Plattformbetreiber gezwungen werden, Inhalte automatisch zu filtern und dabei auch legale Inhalte blockiert würden. Ausserdem befürchten kleine Verlage und Nachrichtenseiten, Reichweite einzubüssen, wenn sie nicht mehr bei Suchmaschinendiensten wie Google News erscheinen.

Die Reform ist stark umstritten. Nach Ansicht einiger Experten profitierten die grossen Player erheblich von den neuen Regeln: "Die vorliegende Reform wird die wenigen Starken stärker machen und den Rest weiter schwächen", zitiert "SRF" den Diplom-Informatiker Henning Tillmann. Das Europaparlament stimmt Ende März über die Reform ab.

Wikipedia will am 21. März einen Hinweis auf die Probleme des geplanten Urheberrechts publizieren. Die Plattform wäre laut Planinger nicht von der Reform betroffen. Es gehe aber um die Solidarität im Netz, schreibt er auf Twitter: "Wikipedia ist keine einsame Insel im großen Internet-Ozean, sondern Teil einer vernetzten Internetgemeinschaft und deshalb sind viele Autoren aus prinzipiellen Erwägungen gegen die EU-Urheberrechtsreform."

(mwa/sda)

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