Virtual Reality

Warum Mark Zuckerberg 2,3 Milliarden Dollar für eine Brille bezahlt

Brille statt Bildschirm: Facebook setzt auf den neuen Gaming-Tend.

Brille statt Bildschirm: Facebook setzt auf den neuen Gaming-Tend.

Facebook überrascht mit der Übernahme des Sart-ups Oculus. Dieses entwickelt eine Virtual-Reality-Brille für Gamer. Wer sie sich aufsetzt, hat das Gefühl, er sei in einer anderen Welt.

Mark Zuckerbergs Einkaufstour geht weiter: Facebook kauft das Start-up Oculus für 2,3 Milliarden Dollar. Anders als die milliardenschwere Übernahme des Messenger-Diensts Wahtsapp von vergangenem Monat überrascht der neuste Zukauf.

Denn Oculus hat nicht mit dem Kerngeschäft von Facebook, der Vernetzung von Menschen zu tun. Das amerikanische Jungunternehmen arbeitete nämlich an der Entwicklung der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. Es ist eine Art Taucherbrille für Gamer, die aber anstelle eines durchsichtigen Glases eine schwarze Plastikmembran aufweist. Dahinter befinden sich zwei kleine Bildschirme – einer fürs rechte und einer fürs linke Auge. Über diese Bildschirme wird für den Nutzer die Illusion einer virtuellen Welt aufgebaut.

Es entsteht das Gefühl, dass man nicht mehr auf einen Bildschirm blickt, sondern sich in einer anderen Welt befindet. Dreht man den Kopf, sieht man sich in der Welt um; kein schwarzer Bildschirmrand schränkt das Sichtfeld ein. Es ist eine schier perfekte Illusion, wie sich bei einem kurzen Ausprobieren der Brille letzten Sommer im Rahmen der Videospielmesse E3 in Los Angeles zeigte.

(Quelle: Youtube/MMORPGHispano)

Occulus

Idee nicht neu

In der Zwischenzeit hat Oculus die Brille weiter verbessert. Ein marktreifes Produkt gibt es aber noch nicht. Bisher wurde die Datenbrille erst an Entwickler ausgeliefert, die derzeit daran sind, dafür Spiele zu programmieren. Das Kalkül dahinter ist wohl, dass mit dem Produkt für die Endkunden auch gleich die passende Software auf den Markt kommt.

Die Idee einer Virtual-Reality-Brille ist nicht neu. Verschiedene Firmen haben sich schon daran versucht, doch noch keine Brille war so überzeugend wie jene von Oculus. Dabei gibt es das Unternehmen, das sich anfänglich über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert hat, erst seit zwei Jahren.

Brille für Playstation

Zu den Rivalen von Oculus Rift gehört unter anderem der japanische Elektronikriese Sony, der letzte Woche sein «Project Morpheus» vorstellte. Nutzer der Playstation 4 sollen sich mit dieser Brille in die virtuelle Spielewelt einklinken können. Ein Erscheinungstermin der Sony-Brille wurde aber noch nicht bekannt gegeben.

Mit dem neusten Zukauf investiert Facebook in seine Zukunft. Zuckerberg erklärte die Übernahme unter anderem damit, dass es neben Games noch jede Menge weitere Anwendungsmöglichkeiten für Datenbrillen gebe. Sportfans könnten sich die besten Plätze im Stadion sichern, virtuelles Lernen oder virtuelle Konversationen mit dem Arzt würden verbessert. Man fühle sich «wahrhaft anwesend».

Facebook zahlt für Oculus 400 Millionen Dollar in bar und etwa 1,6 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Hinzu kommen später bis zu 300 Millionen Dollar, wenn bestimmte Ziele erreicht werden.

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