Heute hat die NZZ die Namen von fünf Prominenten publiziert, deren Wohn- und Mail-Adressen sowie Handy- und Festnetznummern sich auf einem Datenträger befunden haben, welcher der Swisscom gestohlen wurde. Die persönlichen Daten hat die NZZ zwar nicht veröffentlicht, doch bekannt ist nun, dass die fünf prominenten Personen Kunden der Swisscom sind.

Swisscom prüft rechtliche Schritte

Die Swisscom verurteilt dieses Vorgehen. „Wir wollen uns schützend vor unsere Kunden stellen und prüfen rechtliche Schritte", sagt Olaf Schulze, Pressesprecher der Swisscom. Für eine solche Veröffentlichung bestehe aus Sicht der Swisscomt kein öffentliches Interesse. Vielmehr würden die Persönlichkeitsrechte der Kunden durch diesen Schritt der NZZ verletzt.

Für Eliane Schmid, Informationsbeauftragte des Schweizer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten ist die Veröffentlichung der Namen unproblematisch: "Es handelt sich dabei um Personen von öffentlichem Interesse und die NZZ hat keine Telefonnummern oder Adressen bekannt gegeben." Die Tatsache, dass man nun wisse, dass die entsprechenden Personen Swisscom-Kunden sind, touchiere wohl die Privatsphäre, sei aber sei "keine besonders schützenswerte Information".

Nach Veröffentlichung des Artikels hat dies Swisscom gemäss Schulze die genannten Kunden unmittelbar kontaktiert und sie über die Umstände aufgeklärt. Nicht benachrichtigt wurden jedoch die anderen 974 prominenten Kunden, deren Angaben sich auf dem entwendeten Datenträger befinden. "Im Sinne der Transparenz wäre es wünschesnwert, Betroffene umfassend zu informieren", sagt Schmid. Dafür sieht Schulze aber keinen Anlass, da die Daten nicht öffentlich gemacht wurden.

Gibt es noch weitere Kopien der Daten?

Drei von insgesamt vier Datenbänder sind wieder im Besitz der Swisscom, eines wurde laut Ermittlungserkenntnissen zerstört. Nach der neusten Veröffentlichung der NZZ zum Inhalt der Bänder ist für die Swisscom klar, dass die Zeitung die Daten kopiert hat. Die Ermittlungen hätten jedoch keinen Hinweis darauf gegeben, dass die Bänder noch anderweitig kopiert worden seien, sagt Schulze. Beweisen lässt sich das aber natürlich nicht. Einem Datenträger sieht man nicht an, ob sein Inhalt kopiert worden ist oder nicht.