Digitalisierung

Überfordert mit googeln? Mit diesen 5 Tipps machen Sie Ihre Kinder (und sich selbst) zu Internet-Profis

Einer von drei Internetnutzern ist heute jünger als 18 Jahre. (Symbolbild)

Einer von drei Internetnutzern ist heute jünger als 18 Jahre. (Symbolbild)

Jugendliche sind im Umgang mit dem Internet überfordert. Ihnen fehlen Medienkompetenzen. Obwohl die Digitalisierungswelle bereits rollt. So werden Sie und Ihre Kinder zum Internet-Profi.

1. Die Information direkt bei der Quelle beziehen

In den Weiten des Internets verliert man schnell den Überblick, woher die Informationen stammen. Werden sie weitergegeben, steigt das Risiko, dass sich Ungenauigkeiten einschleichen. Erste Anhaltspunkte zur Verlässlichkeit geben der Autor, seine Funktion und die Plattform. Steht beispielsweise «Sponsored Content» über einem Artikel, verweist dies darauf, dass es sich um Werbung handelt: Der Inhalt ist also bezahlt. Fehlt die Quelle gänzlich, sollte das stutzig machen.

Wikipedia-Artikel als Quellen zu nutzen, sei – so Eszter Hargittai, Professorin für Medienforschung an der Universität Zürich – nicht grundsätzlich verboten. Besser sei es jedoch, wenn man nach der ersten Lektüre auf Wikipedia die ursprünglichen Informationen sucht. Hilfreich ist dabei, dass nach dem Wikipedia-Artikel jeweils dessen Quellen aufgeführt sind. Dort lässt sich der Inhalt in einem ersten Schritt überprüfen.

2. Expertenwissen auf Social Media nutzen

Nebst dem Zeitvertreib mit amüsanten Filmchen kann sich Social Media durchaus als hilfreiche Quelle entpuppen. Will etwa eine Schülerin oder ein Schüler mehr zum Thema vegane Ernährung erfahren, kann sie oder er sich auf den Profilen von ausgewiesenen Experten einen Überblick verschaffen – und mit ihnen unkompliziert in Kontakt treten. Auch hier gilt: Die Link-Empfehlungen hinterfragen und allenfalls prüfen (Punkt 1).

3. Googeln ohne viel Zeitverschwendung

Ein Beispiel: Schüler müssen einen Vortrag über die Herstellung von Schuhen erarbeiten. Folgende Tricks helfen, den Informationsknäuel im Web rasch zu entwirren:

a) Wer sich nicht durch die Seiten von Schuhherstellern klicken will, sondern gezielt nach Dokumenten sucht, gibt in der Suchleiste «Lederschuhe, filetype:Pdf» ein.

b) Sind Informationen zu Leder- und Stoffschuhen gefragt, sucht man: «Lederschuhe AND Stoffschuhe». Sind Informationen zu Leder- oder Stoffschuhen gefragt, sucht man: «Lederschuhe OR Stoffschuhe».

c) Wer eine Redewendung nicht mehr in voller Länge weiss, dem hilft Google. Dafür muss nur die bekannte Passage mit einem Stern versehen werden. Zum Beispiel: «Auf Schusters*».

d) Sind Schuhtrends aus den vergangenen zwei Jahren gefragt, lässt sich die Suche entsprechend eingrenzen. Die Jahreszahlen müssen mit zwei Punkten verbunden werden: «Schuhtrends 2016..2018».

e) Anstössige Inhalte werden vermieden, indem vor dem Suchbegriff «safesearch» geschrieben wird.

f) In der Menüleiste von Google (unter «Tools›) können die Resultate zusätzlich nach Zeit, Sprache und Land gefiltert werden.

4. Aus der eigenen Blase ausbrechen

Lexika bieten überprüfte und standardisierte Inhalte an. Google spuckt hingegen dem Nutzer, je nach Alter, Geschlecht und bisherigem Suchverlauf andere Informationen aus. «Wer mit eingeloggtem Google Account, beispielsweise Gmail, googelt, bekommt angepasste Ergebnisse», sagt Hargittai. Die Professorin empfiehlt deshalb, sich von Zeit zu Zeit aus dem Account auszuloggen oder eine andere Suchmaschine wie Duckduckgo.com auszuprobieren. So bricht man aus der Filterbubble (auch Echokammer genannt) aus. Diese setzt dem Nutzer nur Informationen vor, die mithilfe eines Algorithmus für ihn berechnet wurden.

5. Vertrauen ist gefährlich, Kontrolle ist besser

Was für Journalisten gilt, ist auch für junge Rechercheure im Internet gültig: Kritisch nachhaken. Das entlarvt Falschmeldungen und Manipulationen. Ist die Information zu schön, um wahr zu sein, stimmt wahrscheinlich etwas nicht mit ihr. Trieft die Nachricht nur vor Superlativen, dürfte sie kaum so rekordverdächtig wie beschrieben sein.

«Das Hauptproblem von Kindern ist, dass sie oft zu schnell und ungefiltert den Informationen Glauben schenken», sagt Hargittai. Deshalb bräuchten sie die Begleitung und die aktive Unterstützung der Eltern. Das empfiehlt auch «Jugend und Medien», die Plattform des Bundes für Medienkompetenz. Denn ob ein Bild oder ein Film echt ist, lässt sich selten auf den ersten Blick erkennen.

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