Grafikprogramm

Microsoft versetzt Paint den Todesstoss – und krebst zurück

Das Grafikprogramm Paint von Microsoft ist am Ende.

Das Grafikprogramm Paint von Microsoft ist am Ende.

Die Zeit von Microsofts Grafik-Programm «Paint» läuft nach mehr als 30 Jahren ab. Der Konzern setzte den Klassiker auf die Liste veralteter Software bei seinem nächsten Update des Betriebssystems Windows 10 im Herbst. Ganz verschwinden wir Paint jedoch nicht.

Die letzten Tage waren für uns, die vor 2000 geboren wurden, schwer. Polo Hofer ist von uns gegangen und jetzt auch noch das: Microsoft kündigt an, das Grafikprogramm Paint künftig nicht mehr als ständiges Desktop App zur Verfügung zu stellen. Ein Update soll das Programm nach mehr als 30 Dienstjahren ins digitale Nirvana befördern und so beenden, was bis heute für Millionen von Menschen ein Stückchen Kindheit ist.

Kleine Paint-Picassos

„Deprecated“ steht kurz und bündig auf der Liste der Programme, die Microsoft mit dem neuen Windows 10-Update auslaufen lässt. „Überholt“ nennt der Tech-Riese damit das Programm, das die Kinder der 90er im Glauben liess, malen zu können und sie wie kein Zweites bei den ersten digitalen Gehversuchen begleitete. Nostalgie kommt auf. Man erinnert sich: An den ersten virtuellen Pinselstrich, die erste Fotomontage. An den sperrigen alten Computer, an dem man sass und die Kabel, die der Maus und somit dem Meisterwerk im Weg waren. Kurz: An all das, was Microsoft nun offenbar abschaffen will.

Oder doch nicht

Die Nostalgie dauert nicht lange. Sie schlägt kurz nach der Ankündigung des Tech-Giganten in Trauer und Empörung um. Trauernde veröffentlichen letzte und erste Paint-Bilder auf den sozialen Netzwerken, während Empörte ohne Paint keinen Grund mehr sehen, nicht zu Linux zu wechseln. Das geht dann doch zu weit. Microsoft schreitet ein und veröffentlicht am Dienstag eine Stellungnahme. Darin zeigt sich der Konzern gerührt von der „Liebe zu MS Paint“ und beruhigt die Aufgebrachten: „MS Paint ist hier, um zu bleiben. Es kriegt aber ein neues Zuhause: Im Windows Store wird es weiterhin zum kostenlosen Download bereitgestellt.“

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