Romantik

Liebe in Zeiten des Internet

Jedes Paar hat eine «Kennenlern»-Geschichte. In Amerika lernt sich bereits eins von zehn Paaren übers Netz kennen. Die New Yorker Fotografin Jena Cumbo hat Paare fotografiert, deren Beziehungen nicht in einer Bar oder am Arbeitsplatz begonnen haben.

Wo findet man den richtigen Partner: In einer Bar oder auf der Strasse? Seit es das Portal OkCupid gibt, suchen die Amerikaner die Liebe nur noch im Internet. Eine beliebte Plattform bei den New Yorkern ist okCupid. Man versorgt den Server mit Daten, beantwortet Fragen zu Lieblingsbüchern und Dingen, ohne die man nicht leben kann, und ein Algorithmus weiss, wer da draussen der Richtige ist.

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München fanden in Zusammenarbeit mit den Data-Mining-Experten der Ludwig-Maximilians-Universität heraus: Auf der Suche nach der Liebe gehen Männer und Frauen im Internet sehr unterschiedlich vor. Um genau zu sein: Sie bedienen alle Klischees. Der Studie zufolge sind mit 41 Prozent bei Männern vor allem Casual-Dating-Seiten äusserst beliebt. Ein weiteres Drittel der Männer tummelt sich auf Singlebörsen.

Die Partnervermittlungen für die verbindlichere Suche liegen dagegen abgeschlagen auf dem letzten Platz, mit nur 24 Prozent. Bei den Frauen sieht das etwas anders aus: Die Singlebörsen liegen bei ihnen mit 51 Prozent vor den Partnervermittlungen, die aber mit 34 Prozent auch noch beliebt sind. Für die Form des Casual-Datings dagegen kann sich nur eine Minderheit von 15 Prozent der Frauen begeistern.

Dass sich jene, die sich für Partnervermittlungen interessieren, auf Erfolge hoffen können, zeigt eine Studie der University of Chicago: Wer sich im Internet auf der Partnersuche kennengelernt hat und später heiratet, ist zufriedener mit seiner Ehe als andere, ergab diese Untersuchung. Von den über 19.000 Befragten hatte sich mehr als ein Drittel über das Internet kennengelernt.

In Amerika gründet bereits eine von zehn Paarbeziehungen auf dem Kennenlernen einer Social Media-Plattform. Die Fotografin aus Brookly, Jena Cumbo, hat laut «New York Times International Weekly» in einem fortlaufenden Fotoprojekt Paare gesucht, die sich übers Internet kennengelernt haben und auch dazu stehen. Sie plant, daraus ein Buch zu machen. Es soll helfen, das herrschende Vorurteil abzuschwächen, wonach Internet-Bekanntschaften noch immer etwas Anrüchiges anhaftet. (cls)

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