1. Was bedeutet 5G?

Die Abkürzung steht für die fünfte Generation von Mobilfunknetzen, die in einigen Jahren das aktuelle 4G ablösen soll. Was die Technologie genau bieten soll, wird noch diskutiert. Die Rede ist von Downloadgeschwindigkeiten bis zu 10 GBit pro Sekunde – das wäre hundert Mal schneller als bisher. Die zweite grosse Veränderung: Das neue Netz soll weit schneller reagieren als bisher, ungefähr innert einer Tausendstelsekunde. Zudem soll es Dutzende Milliarden Geräte gleichzeitig ansprechen können. Weiter soll der Energieverbrauch pro übertragene Dateneinheit sinken und die Zuverlässigkeit steigen.

2. Wozu brauchen wir das?

Bei einer Datenrate von 10 GBit pro Sekunde könnten wir einen Spielfilm innert weniger Sekunden auf unser mobiles Gerät laden. Das ist schneller als für private Nutzer überhaupt nötig, doch es eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich virtuelle Realität. Denkbar wäre beispielsweise, dass ein Chirurg via Roboter einen Tausende Kilometer entfernt liegenden Patienten operiert. Weiter soll das Internet der Dinge möglich werden: Objekte sollen mittels 5G-Technologie miteinander kommunizieren – sei dies der Kühlschrank, der meldet, dass keine Butter mehr vorhanden ist, oder der Container eines Logistikunternehmens, der seinen Standort via Internet durchgibt. Die kurzen Reaktionszeiten und die hohe Zuverlässigkeit machen 5G auch für autonome Fahrzeuge interessant, die praktisch ohne Verzögerung auf die Bewegungen anderer Fahrzeuge reagieren müssen. Zudem werden Anwendungen wie Videokonferenzen, die schon mit der vierten Generation des Mobilfunknetzes möglich sind, besser funktionieren.

3. Wann wird 5G eingeführt?

Verschiedene Unternehmen haben bereits 5G-Testnetzwerke präsentiert, so die Deutsche Telekom an der Elektronikausstellung IFA, die heute in Berlin zu Ende geht. Samsung kündigt ein lokales 5G-Netz für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea an und das chinesische Unternehmen Huawei will im selben Jahr an der Fussballmeisterschaft in Moskau eine Technologie demonstrieren. Zu einer breitflächigen Einführung ist der Weg aber noch weit. Eine Arbeitsgruppe der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) will im kommenden November die Anforderungen an die 5G-Technologie festlegen. Der technische Standard soll dann im Jahr 2020 vorliegen. Bis die breite Bevölkerung 5G-Netze nutzen kann, dürfte es dann nochmals einige Jahre dauern.

4. Werden wir dadurch stärker mit Handystrahlung belastet?

Das lässt sich noch nicht sagen, da noch keine Messungen vorliegen. Grundsätzlich werden wir mit einem schnelleren Netz auch mehr Daten übertragen, was mit Strahlung verbunden ist. Allerdings soll 5G auch effizienter sein, also weniger Strahlung pro übertragene Dateneinheit benötigen. Um die angestrebten Geschwindigkeiten zu erreichen, müssten an dicht frequentierten Orten wie Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren zusätzliche Sender installiert werden. Das muss aber nicht heissen, dass Menschen dort stärker bestrahlt werden – denn der grösste Teil der Strahlungsbelastung stammt vom Gerät an unserem Ohr, und diese Belastung sinkt bei besserem Empfang.

5. Was bedeutet das für die Gesundheit?

Ob Handystrahlung im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte die Gesundheit schädigt, ist umstritten. Nachgewiesen ist, dass sich beim Telefonieren das Gehirn und das Körpergewebe erwärmen. Ziemlich sicher verändern sich auch die Hirnströme. 5G soll allerdings in Gebäuden nebst den bisherigen auch weit höhere Frequenzen nutzen als 4G. Strahlung dieser Frequenzen dringt nicht in den Körper ein, sondern wird durch die Haut absorbiert, wodurch das Risiko von Hirnschäden quasi ausgeschlossen wird. Allfällige Auswirkungen auf die Haut müssen dagegen noch untersucht werden.


Vom Autotelefon zum mobilen Computer...

Das Ur-Handy Motorola DynaTAC 8000X (1983), die Handy-Legende Nokia 3210 (1999), die Smartphone-Revolution mit dem ersten iPhone (2007) und der aktueller Branchenleader Samsung Galaxy S8 Plus.

Das Ur-Handy Motorola DynaTAC 8000X (1983), die Handy-Legende Nokia 3210 (1999), die Smartphone-Revolution mit dem ersten iPhone (2007) und der aktueller Branchenleader Samsung Galaxy S8 Plus.

... und die entsprechende Entwicklung des Mobilfunknetzes: