Technik

Erst guter Ton macht Konferenzgespräche erträglich

Schlechte Tonqualität macht müde (Symbolbild)

Schlechte Tonqualität macht müde (Symbolbild)

Schlechte Übertragungsqualität lässt Teilnehmer von Telefonkonferenzen rasch ermüden und unproduktiv werden. Mit Software wird die Qualität verbessert und die Unterscheidung einzelner Stimmen möglich.

Wenn Live-Gespräche aufgrund gekappter Reisebudgets nicht möglich sind und eine Video-Konferenzschaltung zu aufwendig ist, weil sich die Teilnehmer in sehr teuer ausgestatteten, speziellen Räumen einfinden müssen, sind Telefon-Konferenzschaltungen bei Firmenkunden weiterhin die erste Wahl.

«Allerdings ist die Tonqualität oft so mies, dass die Teilnehmer vom konzentrierten Zuhören rasch ermüden», sagte die britische Design-Ingenieurin Anna Mieczakowski an einer Veranstaltung des britischen Netzbetreibers in London. «Das kann fatal sein, denn bereits kleine Missverständnisse bei einer Konferenzschaltung können grosse finanzielle Folgen haben.»

Für BT hat Mieczakowski untersucht, mit welchen Mitteln heute im Firmenumfeld Konferenzschaltungen vorgenommen werden und was die Beteiligten dabei am meisten stört. «Schlechter Ton» wurde am meisten bemängelt, noch vor unzuverlässiger Technologie.

Bessere Stimmunterscheidung

BT lanciert deshalb einen Dienst, der auf die Geräuschunterdrückungstechnologien von Dolby (siehe Box) zurückgreift. Mit dieser Technologie wird die Übertragungsqualität deutlich besser, wie ein Augen- und Ohrenschein in London ergab. Die Software arbeitet dabei in den Rechenzentren von BT und wird den Kunden in Form eines speziellen Konferenzschaltungsservice zugänglich gemacht.

BT nutzt zudem auch die Mikrofonqualität der Endgeräte besser. Denn bei vielen Smartphones haben Mikrofone den besseren Ton als die Netze. «Wir haben eine auf zwei Jahre beschränkte, exklusive Zusammenarbeit mit Dolby vereinbart», sagte Luis Alvarez, CEO von BT Global Services. In der Versuchsphase mit Firmenkunden hätte sich gezeigt, dass viele Anwender zwar die umständlichen und teuren Telepresence-Videokonferenzräume weiterhin nutzen würden. «Aber viele Anwender erkennen durch die bessere Tonübertragung wieder den Stellenwert der Stimmenübertragung und nutzen die Telefonkonferenzen intensiver.»

Am deutlichsten würden die Vorteile bei der Verwendung einer Stereo-Sprechgarnitur ausgenützt, erklärt man bei BT. Ab nächstem Frühling soll die bessere Tonqualität auch über Smartphones und Tablets möglich werden. Und weil dann auch die verbesserte Mikrofonqualität in Smartphones genutzt wird, würde die softwareunterstützte Stimmentrennung weiter verbessert werden.

Eine Stunde ist genug

Damit würde laut Mieczakowski jeder Konferenzteilnehmer gut heraus-gehört, nicht nur die lautesten Sprecher. «Selbst Emotionen sind besser herauszuhören», sagt sie, «und das hilft den Chefs, zu erkennen, wann es Zeit ist, die Konferenz zu beenden.» Denn laut ihrer Umfrage haben die Telefonkonferenzteilnehmer spätestens nach einer Stunde genug gehört – unabhängig davon, wie gut der Ton ist.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1