Eine Drohne ist als «unbemanntes Flugzeug» definiert. Allerdings ist damit nicht immer eine grosse amerikanische Aufklärungsdrohne in Afghanistan gemeint. Die «Mini-Drohne» wurde nämlich in den letzten Jahren zum Spielzeug für Jedermann oder zum Hilfmittel für professionelle Zwecke.

Das Grundprinzip von Mini-Drohnen ist dasselbe wie beim Modellflugzeug. Ein «Pilot» mit Fernsteuerung kann das Flugobjekt mit begrenzter Reichweite und Akkulaufzeit lenken. Allerdings geht das bei den neuen Mini-Drohnen nach dem Prinzip eines Helikopters, aber mit mehreren Rotoren.

So können damit im Gegensatz zu Modellflugzeugen ruhige und kontrollierte Flüge ausgeführt werden. Mit einer Kamera bestückt, sind somit ruhigere Videoaufnahmen und gezielte Fotos aus der Luft möglich.

Die Flugkörper kommen allerdings auch in der Wissenschaft und bei Film und Fernsehen zum Einsatz. Vom Matterhorn hat die ETH Lausanne, mithilfe von Bildern aus Drohnen heraus, ein 10 cm genaues 3-D Modell erstellt. Das Schweizer Fernsehen setzt bei Sportübertragungen auf die Drohnen.

Sichtkontakt zum Flugobjekt nötig

Laut dem schweizerischen Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sind die «unbemannten, ferngesteuerten Luftfahrzeuge» rechtlich den anderen Flugmodellen gleichgestellt. Der Einsatz kann gewerblich, privat, beruflich oder wissenschaftlich erfolgen. Die Regeln bleiben gleich.

Die meisten Mini-Drohnen im Massenmarkt sind zwischen wenigen Gramm und ein paar Kilogramm schwer. Die Regelung für Drohnen bis 30 Kilogramm befindet sich in der «Verordnung über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien».

Die Drohnen-Fans müssen sich seit 2009 an die aufgefrischten Regeln des BAZL halten: Sichtkontakt zum Flugobjekt ist die Regel. Darüber hinaus dürfen ohne Bewilligung keine «Erweiterungen der Sichtweite» bei der Kamera z.B. mittels Feldstecher angebracht werden. Dabei spielen der Datenschutz und die Sicherheit vor Abstürzen die tragenden Rollen.

Es ist sogar geregelt, dass eine Direktübertragung des Kamerabildes in der Drohne per Videobrille zum steuernden «Piloten» nur gestattet ist, wenn ein anderer «Überwacher» die Drohne mit eigenen Augen sieht und am selben Ort steht wie der «Pilot», um den Drohnenflug «von aussen» zu beobachten.

Videoaufnahmen sind erlaubt, wenn der Schutz der Privatsphäre gewährleistet ist. Wie es der ursprüngliche Zweck von militärischen Aufklärungsdrohnen vormacht, können auch Mini-Drohnen für Überwachung und Spionage dienen. Datenschützer warnen deshalb vor Späh- und Spannerflügen über Nachbars Hecke.

Der Markt boomt

Brack Electronics bietet in der Kategorie «Multikopter» 36 Modelle von zehn Herstellern an.

Brack nennt gegenüber der «Nordwestschweiz» Angebote mit 4,5 cm Durchmessern im Spielzeuglook für 59 Franken bis zu grossen Geräten für über 1000 Franken mit 8-Propellern, integrierter Kamera und 300 Metern Reichweite. Die Stabilität steige mit der Anzahl von Propellern.

«Die Geräte liegen im Trend», sagt der Produktmanager des Elektronikgeschäfts: «Im ersten Quartal 2014 haben wir mit Drohnen bereits mehr als die Hälfte des letztjährigen Jahresumsatzes erzielt». Der Hype liege aber nicht nur bei den Drohnen, sondern auch allgemein im Bereich der ferngesteuerten Geräte, berichtet das Unternehmen.

Brack fügt hinzu, dass im professionellen Drohnen-Markt die technischen Möglichkeiten und Preise den Massenmarkt nochmals übersteigen.

Mini-Drohnen sind im Trend