Geschichte miterleben – das Schweizer Fernsehen hat mit seiner Reihe «Die Schweizer» den Leuten den Schlüssel oder das Einstiegstürchen dazu ins Wohnzimmer geliefert. Historischen Figuren zuschauen, an ihrem Schicksal teilhaben und sich ein Bild davon machen, welche Bedeutung sie für die moderne Schweiz gehabt haben – das Format der Doku-Fiction ist dafür bestens geeignet. Der Vorwurf, man dramatisiere da Dinge, von denen wir nichts wissen könnten, ist nicht berechtigt. So «könnte» es durchaus gewesen sein. Und das reicht ja wohl auch.

Aber ganz im Leeren handelten die Figuren ja auch nicht. Historiker betteten das Geschehen ein. Aber alle Hintergründe auszuleuchten, erlaubte das Format nicht. Ein bisschen Tempo muss schon sein. Nicht zu viel Doku, dafür möglichst viel Fiction.

Diesem Defizit hat das Schweizer Fernsehen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen der Pädagogischen Hochschule Luzern abgeholfen. In einem zweibändigen Videobook für Tablets werden die Geschichten der berühmten Männer vor der Zeitgeschichte nochmals aufgerollt. Ihr Handeln wird verständlicher und gewinnt Tiefe.

Im ersten Band «Wegbereiter der Eidgenossenschaft» werden Werner Stauffachers Verstrickung in den Schwyzer Marchenstreit, Niklaus von Flües Gang in die Emigration und Aufstieg und Fall von Hans Waldmann mit zusätzlichen Materialien nachvollzogen. Bilder, Karten, Videoausschnitte und Originalquellen ergänzen das Bild und runden es ab.

Band 1 kann im App Store für zwei Franken heruntergeladen werden. Band 2 ist ab Ende November und auch bei Google Play verfügbar.