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Die Schweizer iPhone-App "Plear" ersetzt den Reiseführer

Zwei Schweizer Studenten der Kunsthochschule Zürich haben eine Applikation mit Audio-Touren entwickelt. Kopfhörer einstöpseln und ab in die City, um mehr über die angesagtesten Kleiderläden und coolsten Pubs zu erfahren.

Raffael Schuppisser
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Wir schlendern durchs Zürcher Niederdorf, im Ohr die Stimme von Janine, die uns zu den «geilsten Kleiderläden» in Zürich führt. Auf der Shopping-Tour begleitet die junge Modeberaterin über die iPhone-App «Plear». Diese ist ab Dienstag offiziell im App Store erhältlich.

Sehenswürdigkeiten, Shops und Cafés

«Mit ‹Plear› wird es möglich, eine Stadt auf eine neue, persönliche Weise kennen zu lernen», verspricht der Obersiggenthaler Rafael Schneider, der die Applikation zusammen mit Fabian Scheiwiller entwickelt hat. Dafür stehen dem Nutzer verschiedene Audio-Touren zur Auswahl. Sobald man sich zum Startpunkt einer Tour begeben und die Kopfhörer eingestöpselt hat, geht es los: Der «Tourguide» meldet sich über eine aufgezeichnete Audiodatei zu Wort. Er erzählt Wissenswertes über den Ort, an dem man sich gerade befindet, und weist einen zum nächsten Informationspunkt – das kann eine Sehenswürdigkeit, ein Shop oder auch ein Café sein. Sobald man diesen erreicht hat, beginnt die Stimme automatisch wieder zu sprechen. Dafür nutzt die App die GPS-Funktion des Handys.

Das funktioniert bei der von Janine zusammengestellten Shopping-Tour gut. Eine Sightseeing-Tour jedoch nahm ein abruptes Ende, als wir einen Wegpunkt ausliessen und es nicht möglich war, beim nächsten wieder einzusteigen.

Bedürfnis der jungen, Technik-affinen Generation

Ähnlich wie die Enzyklopädie Wikipedia beruht auch «Plear» auf nutzergenerierten Inhalten. «Bei ‹Plear› kann jeder aus der App heraus eigene Touren erstellen», sagt Rafael Schneider. Die von den beiden Studenten der Kunsthochschule Zürich entwickelte Applikation will das Insider-Wissen einer Stadt anzapfen und Touristen zur Verfügung stellen. Damit nimmt sich die App eines Bedürfnisses einer jungen Technik-affinen Generation an. Wer für einen Städtetrip nicht ein Hotel bucht, sondern über das Portal «Couchsurfing» eine Schlafgelegenheit bei einem Fremden sucht, der will nicht mit einem biederen Reiseführer durch die Stadt gondeln, sondern sich von der lokalen Bevölkerung führen lassen.

http://plearapp.com