Jetzt kommen die Netzsperren. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat die Internet-Provider offenbar per E-Mail informiert, dass sie per 1. Juli 2019 die Netzsperren rauffahren sollen. 

Nach dem Ja zum Geldspielgesetz vor fast genau einem Jahr hat die zuständige Spielbankenkommission nun die «technischen Spezifikationen» für Netzsperren gegen ausländische Online-Casinos veröffentlicht – beziehungsweise sie haben es versucht. Denn das PDF auf der Webseite des Bundes beinhaltet lediglich ein Wort: «Testpdf».

Die Spielbankenkommission wollte im PDF eigentlich darlegen, wie die umstrittenen Netzsperren technisch umgesetzt werden sollen. Eine Anleitung für die Provider also, wie sie mit Internet-Sperren den Zugang zu ausländischen Online-Glücksspielen blockieren sollen.

Das ging offenbar tüchtig in die Hose. Statt der Spezifikationen stellte die Behörde ein leeres Test-PDF ins Netz. Der Fehler wurde bis jetzt (Donnerstagmorgen) nicht korrigiert.

Das PDF auf der Webseite der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK).

Das PDF auf der Webseite der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK).

Der peinliche Lapsus ist für Kritiker, die mit den Netzsperren das freie Internet bedroht sehen, ein gefundenes Fressen. Auf Twitter hagelt es Hohn und Spott:

Geldspielgesetz? Worum geht's genau?

Mit dem neuen Geldspielgesetz dürfen Schweizer Casinos Geldspiele wie Poker, Black Jack oder Roulette neu auch im Internet anbieten. Gleichzeitig werden Internet-Provider wie die Swisscom gezwungen, mit Internet-Sperren den Zugang zu ausländischen Online-Glücksspielen zu blockieren.

Welche Anbieter gesperrt werden sollen, bestimmt die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK). Sie kann nun unliebsame Konkurrenz wie 888poker, PokerStars und Partypoker auf eine Sperrliste setzen – und die Provider blockieren in ihrem Auftrag den Zugang zu den entsprechenden Webseiten.

Das neue Geldspielgesetz und die dazugehörigen Verordnungen sind seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Wer aus der Schweiz Webseiten ausländischer Online-Glücksspiele aufruft, sieht immer häufiger solche Meldungen:

(oli)