Covid-Impfung
Impftermin geschwänzt wegen EM-Match? Plötzlich gibt's mehr als genug Kapazitäten

Impfzentren melden öfter freie Termine. Eine erste Ermüdung der Kampagne? Das BAG nimmt Stellung.

Bruno Knellwolf
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Die Schweiz hat so viel Impfstoffe wie noch nie.

Die Schweiz hat so viel Impfstoffe wie noch nie.

Pablo Gianinazzi / Keystone/Ti-Press

Die Impfkampagne läuft auf Hochtouren. Inzwischen hat beinahe die halbe Schweiz, also 3,8 Millionen Menschen, zumindest eine Impfdosis erhalten. Ein Drittel der Bevölkerung ist vollständig geimpft.

Aus den Impfzentren hört man inzwischen aber öfter, dass einige ihre Impftermine nicht wahrnehmen. Als Gründe werde die Fussball-EM, das schöne Wetter und eine gewisse Sorglosigkeit angesichts der sinkenden Infektionszahlen genannt.

100'000 Impfungen pro Tag

Gemäss Virginie Masserey vom BAG hat das aber unter anderem auch mit dem nun hohen Tempo der Impfkampagne zu tun. Anfang Jahr war die Geschwindigkeit beschaulich, die Schweiz wurde als Impfschnecke bezeichnet. Inzwischen ist die Impfkapazität aufgrund der vielen Lieferungen von Pfizer und Moderna gross wie noch nie. «Jeden Tag werden in der Schweiz 100'000 Personen geimpft», sagte Masserey in Bern.

Durch die vielen Impfdosen, die diesen Monat in die Schweiz geliefert werden und den Vollbetrieb in den Impfzentren, ist die Zahl der angebotenen Termine hoch. Dass vereinzelte Termine nicht genutzt würden, heisse deshalb nicht, dass die Leute nun weniger impfwillig seien, sagte Masserey.

Viele Gründe für freie Termine

«Die Nachfrage ist nach wie vor gut nachdem nun überall die Altersschranken aufgehoben worden sind», sagte dazu Rudolf Hauri, der oberste Schweizer Kantonsarzt. Es gebe mannigfache Gründe, warum Termine nicht wahrgenommen würden. Ferien oder eine akute Erkrankung zum Beispiel, weshalb ein Termin auch mal verschoben werde. «Das ist nicht Ausdruck einer Verweigerung», sagte Hauri. Trotzdem wird mit der neusten BAG-Kampagne versucht, jüngere Personen zum Impfen zu animieren.

Masserey hielt auch fest, dass die Meldungen zu Nebenwirkungen den Erwartungen aus den klinischen Studien entsprächen. «Die Häufigkeit ist normal und ein gutes Zeichen, weil Nebenwirkungen zeigen, dass das Immunsystem aktiviert ist», sagte Masserey. Das sei nicht sehr angenehm, daure aber nur ein bis zwei Tage.

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