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Darum küren Fischers Fritze die Forelle zum Fisch des neuen Jahres

Mit der Wahl der Forelle zum Fisch des Jahres will der Fischerei-Verband auf einen faszinierenden Bewohner der Natur aufmerksam machen. Und vor allem auf dessen erschwerten Lebensbedingungen in der Schweiz.

Seit 2010 wählt der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) alljährlich den «Fisch des Jahres». Nachdem die fischige Ehre zuletzt dem Aal (2018) und Egli (2019) zuteil wurde, fällt die Wahl dieses Jahr auf die Forelle – eine der häufigsten Fischarten der Schweiz und laut Fischerei-Verband den beliebtesten Fisch der Schweizerinnen und Schweizer. Die Forelle kommt laut Fischers Fritzen in allen Kantonen und allen Arten von Fliessgewässern vor, vom Hochgebirgsbach bis zum Mittellandfluss. Sie lebt aber auch gerne in stehenden Gewässern wie Bergseen und Quellteichen.

Die landläufige Unterscheidung zwischen See- und Bachforelle gilt laut SFV mittlerweile als veraltet. Aufgrund von genetischen Analysen nennt die heutige Fischsystematik fünf einheimische Hauptarten, die sich nach den grossen hydrologischen Einzugsgebieten einteilen lassen: Atlantische Forelle (Rhein/Obere Rhone/Genfersee), Donauforelle (Inn/Bündnerland), Doubs- oder Zebraforelle (Doubs/Rhone), Marmorataforelle und Trota Fario (Etsch und Po/Tessin).

Ein flinker Jäger

Forellen fallen insbesondere optisch auf, gehören sie doch zu den farbigsten Fischen hierzulande. Je nach Gewässer variiert ihr Grundton von rotbraun über buttergelb bis silberhell. Der Bauch ist in der Regel weiss. Ihr augenfälligstes Merkmal sind die Punkte: rot mit weissem Rand und oder schwarz in verschiedenen Grössen und Formen, von rund bis sternförmig. Ein weiteres typisches Merkmal ist die zwischen Rücken- und Schwanzflosse liegende Fettflosse, die oft rot umrandet ist.

Der stromlinienförmige Körper und die kräftigen Flossen machen die Forelle zu einem flinken Raubfisch, der alles jagt und frisst, was er überwältigen und herunterschlucken kann. Ihre lichtempfindlichen Augen verschaffen ihr Vorteile bei schwachem Licht und ihr grosses Maul ist gespickt mit spitzen Zähnen. Jungforellen ernähren sich von Kleinkrebsen und Insektenlarven. Mit zunehmender Grösse stehen auch Würmer, Schnecken und andere Fische auf ihrem Menuplan.

Einst üppig vorhanden, heute gefährdet: die Forelle.

Einst üppig vorhanden, heute gefährdet: die Forelle.

Doch die Forelle ist nicht nur Jäger, sondern auch begehrte Beute. Egel, Krebse und bodenlebende Fischarten fressen gerne Forellenbrütlinge. Eisvögel oder der Fischotter jagen ebenfalls den Forellennachwuchs. Und ausgewachsene Tiere werden gerne vom zweibeinigen Landbewohner Homo Sapiens Sapiens «gejagt».

Rasanter Rückgang

In Gebirgsregionen waren Forellen lange eine willkommene zusätzliche Eiweissquelle. Schon die Römer haben laut Fischerei-Verband fischlose Bäche und Bergseen mit Forellen besetzt. Bis ins 20. Jahrhundert gab es in vielen Regionen der Schweiz noch Forellenfischer, die von ihrer Rute teilweise leben konnten. Doch die Fangerträge sind von 1,2 Millionen Fischen in den 1970er Jahren auf heute knapp 300'000 Fische zurückgegangen.

Heute sieht sich die Forelle laut SFV zunehmend mit erschwerten Lebensbedingungen konfrontiert. Der Fischerei-Verband nennt dafür verschiedene Gründe: Verstaute und verbaute Gewässer, exzessive Wasserentnahme, Gewässerverschmutzung und Klimawandel. Zudem habe die falsche Bewirtschaftung mit der standortfremden atlantischen Forellen dazu geführt, dass ursprüngliche Forellenarten und lokale Formen verdrängt wurden.

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