Universität Bern

Berner Forscher rekonstruieren Klimaschock im alten Rom

Ein Vulkanausbruch am anderen Weltende löste am Mittelmeer Missernten und politisches Chaos aus, so die Theorie der Forscher. (Symbolbild)

Ein Vulkanausbruch am anderen Weltende löste am Mittelmeer Missernten und politisches Chaos aus, so die Theorie der Forscher. (Symbolbild)

Ein Vulkanausbruch in Alaska soll das Ende der römischen Republik herbeigeführt haben. Darauf weisen Computersimulationen eines internationalen Forschungsprojekts der Universität Bern hin.

(wap) Missernten, Seuchen und Unruhen begleiteten den Niedergang der römischen Republik und des Ptolemäerreiches in Ägypten. Forscher aus sechs Ländern – darunter vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern – vermuten nun, dass hinter den historischen Ereignissen ein globaler Klimaschock steht, der von einem Vulkanausbruch in Alaska ausgelöst wurde. Auslöser dafür war ein Fund im Grönlandeis: Forscher fanden in Bohrkernen feinste Vulkanasche. Sie stammt vom Vulkan Okmok auf den Aleuten-Inseln in Alaska, der im Jahr 43 vor Christus ausbrach. Dabei wurde Schwefelsäure 30 km hoch in in die Atmosphäre geschleudert, es kam zu einer globalen Abkühlung.

In Bern wurde nun mit Computermodellen berechnet, welchen Effekt der Ausbruch auf das Klima in Europa und Afrika gehabt haben könnte. Laut einer Mitteilung der Universität Bern vom Dienstag zeigen die Resultate eine schockartige Abkühlung um bis zu sieben Grad, eine massive Zunahme der Niederschläge in Europa und einen Ausfall des Monsunregens in Ostafrika. Die Jahre 43 und 42 vor Christus wären demnach von schweren Missernten gezeichnet gewesen, sowohl im vom Bürgerkrieg zerrissenen Rom als auch in dessen Kornkammer Ägypten.

Die soeben in in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences publizierten Ergebnisse der Klimaforscher könnten also eine Wissenslücke schliessen, die Althistoriker und Archäologen lange ratlos gemacht habe, schreibt die Universität Bern in einer Mitteilung. Allerdings räumen die Autorinnen und Autoren der Studie zu den Folgen des Okmok-Ausbruchs laut Mitteilung ein, dass es unterschiedliche Faktoren waren, die zum Fall der Römischen Republik und des ptolemäischen Königreichs beitrugen. Aber sie sind überzeugt, dass der Vulkanausbruch in Alaska und die dadurch ausgelösten abrupten Umweltveränderungen zusätzliche Stressfaktoren für diese antiken Reiche darstellten.

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