Beauty
Ich hab’ die Haare auch im Lockdown schön

Lange und volle Haarpracht mit nur einem Handgriff – dank Extensions geht das auch zu Hause. Ich habe die preiswerte und die teure Variante getestet.

Deborah Gonzalez
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Auch im Lockdown sollen die Haare gut aussehen – zur Not helfen dabei auch Extensions.

Auch im Lockdown sollen die Haare gut aussehen – zur Not helfen dabei auch Extensions.

Pexels

Soll ich oder soll ich nicht? Jeden Morgen die eine Frage. Seit knapp einem Jahr. Jeden Tag seit März letzten Jahres entfacht in mir die gleiche Diskussion. Soll ich mich für den Tag fertig machen oder lieber weiter im Jogginganzug herumgammeln? Schliesslich ist das spannendste, was im Homeoffice passieren kann, ein Zoom-Call. Trotzdem solle man sich herrichten, sagen die Psychologen. Das helfe, damit man motiviert in den Tag starten kann.

Und ganz so schwierig ist es in der Schweiz nicht – sollte man zumindest meinen. Denn im Gegensatz zu Deutschland, wo im Lockdown die Coiffeure geschlossen sind, sind diese hierzulande geöffnet. Trotzdem verzeichnen einige Coiffeursalons weniger Besucher. Viele Termine bleiben frei und die Salons sind leerer als sonst. «Viele denken sich: <Wieso sollte ich so viel Geld ausgeben, wenn mich eh keiner sieht?>», erklärt eine Coiffeuse aus Zürich die Leere in ihrem Salon. Selbst die Stammkunden würden ihre Termine verschieben. Wer normalerweise alle drei Monate zum Färben kommt, versuche es in die Länge zu ziehen, und einen Monat später zu kommen.

Bei mir ist es auch nicht anders. 300 Franken für das Haarefärben ausgeben, um vom Bett zum Sofa zu gehen und dann wieder zurück? Das erscheint mir dann doch etwas viel. Also müssen andere Lösungen her. Alternativen, dank welchen man in den ganzen Zoom-Meetings aussieht, als ob man beim Coiffeur war.

Ein Click entfernt vom Hollywoodstar-Look

Lange musste ich nicht suchen, denn wie fast immer, weiss mein Telefon vor mir, was ich denn wirklich brauche. Während ich auf Instagram hin und her wischte, erschien immer wieder eine Werbung. Sie zeigte verschiedene Haarteile in allerlei Farben. Von Pferdeschwänzen über Fransen und Haarverlängerungen. Ein bekannter asiatischer Anbieter verkauft die Haarstücke für unter 10 Franken. Andere Unternehmen bieten Echthaar-Extensions ab 150 Euro an. Eine Branche, die vom Lockdown zu profitieren scheint.

Extensions sind in Zeiten des Coronavirus sehr beliebt.

Extensions sind in Zeiten des Coronavirus sehr beliebt.

Pixabay

«An speziellen Tagen, an denen man toll aussehen möchte, haben wir gemerkt, dass die Bestellungen mehr wurden», heisst es von Seiten des deutschen Unternehmens Elegance, das sich auf Haarextensions spezialisiert hat. Und schaut man auf die Influencer, wird schnell klar, dass auch sie auf Clip-in-Extensions und Fake-Ponytails setzen.

Ebenso wie bekannte Hollywood-Stars. Sängerin Ariana Grande ist wohl die bekannteste Ponytail-Trägerin weltweit. Ihren Look wollen viele. Und diesen nachzuahmen, ist heutzutage nur noch einen Klick entfernt. Das einzige, was man hierfür wissen muss: die exakte Haarfarbe. Damit das unechte Haar im eigenen Haar nicht auffällt, muss der Farbton übereinstimmen.

Volles, prachtvolles Haar in wenigen Minuten? Und noch viel wichtiger: Schafft es wirklich jeder, sich die Haare richtig reinzusetzen? Eine kurze Internet-Recherche zeigt, dass es eigentlich ganz einfach funktionieren sollte. Die Haarteile haben kleine Clips, die am eigenen Haar befestigt werden. Clip auf, Haarteil über das eigene Haar setzen, Clip zu. Dann sollte man die obere Haarschicht darauflegen, damit man die falschen Haare nicht erkennt.

Aber: Muss es teuer sein oder reichen Haarverlängerungen für unter 10 Franken? Ein grosser Unterschied zeigt sich bereits bei der Bestellung. Während die teureren Varianten viele verschiedene Haarfarben anbieten, war die Auswahl des asiatischen Markts eher gering. Spezielle Haarfarben gibt es dort nicht. Blond, rot, braun, schwarz. Hell bis dunkel. Keine Modefarben wie silber, grau oder lila. Wer solche Farben möchte, muss sich die Haarteile selbst einfärben – was jedoch nur bei Echthaar funktioniert. Hier fällt die preiswerte Variante also durch.

Die hochwertigeren Clip-in-Extensions von Rapunzel of Sweden und der Ponytail der Marke Elegance kamen nur ein paar Tage nach der Bestellung an. Bei der preiswerteren Version galt es, Geduld zu haben. Eineinhalb Monate nach Bestellung kam das Haarteil an. Der erste Unterschied fällt schon beim Auspacken auf.

Bei der chinesischen Version steigt sofort ein seltsamer Geruch in die Nase. Ausserdem sieht man auf den ersten Blick, dass es sich um synthetisches Haar handelt. Die einzelnen Strähnen fühlen sich an, wie die Haare einer Barbiepuppe. Auch am eigenen Haar sieht der Fake-Pferdeschwanz nicht besser aus. Die teureren Varianten hingegen fühlen sich samtig weich an. Ausserdem kann man die Extensions, wie das eigene Haar, stylen, glätten, waschen, föhnen und locken. Das Kunsthaar hingegen schmilzt, sobald das Glätteisen einmal drüber geht.

Möchte man für ein Foto oder ein Event eine voluminöse Frisur, reicht die preiswertere Version. Möchte man aber langfristiger auf Haarextensions setzen, lohnt es sich, etwas tiefer ins Portemonnaie zu greifen – dann sieht man auf Fotos, aber auch im Zoom-Call jeden Tag aufs Neue coiffeurfrisch aus.