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Bäume geben «Umwelterinnerungen» laut Forschern an nächste Generation weiter

Das Forscherteam machte sich ein Bewässerungsexperiment im Kanton Wallis zunutze.

Das Forscherteam machte sich ein Bewässerungsexperiment im Kanton Wallis zunutze.

Bäume können «Erinnerungen» ihrer Lebensbedingungen an die nächste Generation weitergeben. Das haben Schweizer Forscher nachgewiesen. Die Erkenntnis könnte Bäumen auch beim Klimawandel helfen.

(rwa) Bäume können wie andere Pflanzen sehr flexibel auf ihre Umwelt reagieren, indem sie etwa bei Trockenheit mehr Wurzeln bilden. Diese spezifischen Anpassungen an die Umwelt werden aber nicht an die Nachkommen vererbt. Die Errungenschaften des Baumes sind damit für die nächste Generation verloren. Das war zumindest lange Zeit die Lehrmeinung.

In den letzten Jahren hat die Wissenschaft bei Tieren und auch Menschen Mechanismen entdeckt, mit denen Reaktionen auf Umwelteinflüsse an den Nachwuchs weitergegeben werden. Nun haben Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) diese Fähigkeit erstmals auch bei Waldbäumen nachgewiesen. Am Donnerstag haben sie ihre Ergebnisse präsentiert.

Forscher experimentierten im Kanton Wallis

Für die Studie machte sich das Forscherteam ein langjähriges Bewässerungsexperiment im Pfynwald im Kanton Wallis zunutze. Dort wachsen Föhren unter extrem trockenen Bedingungen. Bestimmte Waldparzellen werden aber bewässert. Bei einem Teil wurde die Bewässerung nach zehn Jahren wieder gestoppt.

Die Resultate waren deutlich: Nachkommen von an Trockenheit gewöhnten Elternbäumen gediehen mit wenig Wasser klar besser, da sie mehr Wurzelmasse gebildet hatten. Bei genügender Wasserversorgung lagen jedoch Jungbäume vorn, deren «Eltern» sich auf bewässerten Flächen befanden.

«Das ist der erste Nachweis, dass Elternbäume Umweltinformationen an ihre Nachkommen weitergeben, die dadurch besser mit den Lebensbedingungen klarkommen», wird Studienautor Arthur Gessler in der WSL-Mitteilung zitiert.

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