Affeltrangen
Strom aus der Region: Gemeinde fördert Solarenergie - mit Erfolg

In der Gemeinde Affeltrangen produzieren 81 Solaranlagen saubere Energie für das gesamte Gemeindegebiet.

Sabrina Bächi
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Immer mehr Affeltranger Dächer tragen eine PV-Anlage.

Immer mehr Affeltranger Dächer tragen eine PV-Anlage.

Bild: Mario Testa (Affeltrangen, 8. Januar, 2021)

(red) Seit einigen Jahren zählt Affeltrangen unter den Thurgauer Gemeinden zu den Vorreitern, wenn es um die Nutzung des Solarstrompotenzials geht. Die Installation von Fotovoltaikanlagen wurde von der Gemeinde durch besonders hohe Ver­gütungen für den eingespeisten Strom schmackhaft gemacht und mittels eines Fonds auch finanziert. Die immer zahlreicher werdenden Solarstromanlagen und die damit wachsenden Strommengen setzten diesem Modell aber bald Grenzen, erklärt Glauco Schaub, Leiter der Technischen Werke Affeltrangen (TWA).

Vor allem war der Verwaltungsaufwand für die Vergütung des ökologischen Mehrwerts in Form von Herkunftsnachweis-Zertifikaten (HKN) kaum mehr zu bewältigen. Das Vertriebsmodell «Thurgauer Naturstrom», eine gemeinsame Initiative der EKT Energie AG und von über 70 Thurgauer Gemeinden, bot hier eine professionelle Lösung, bestätigt Schaub.

81 Anlagenbetreiber haben sich bisher gemeldet

Glauco Schaub, Gemeinderat Affeltrangen

Glauco Schaub, Gemeinderat Affeltrangen

Bild: Mario Testa
«Das ist eine erfreuliche, gute Sache.»

Dies einerseits, weil bei der Vermarktung von Solarstrom ständige Anpassungen nötig seien, andererseits, weil durch «Thurgauer Naturstrom» die Vermarktung und damit die lokale Umlage der vor Ort erzeugten HKN gesteigert werden könne. Vor einem Jahr haben die TWA und «Thurgauer Naturstrom» alle Solarstromproduzenten auf Gemeindegebiet angeschrieben und ihnen eine vertragliche Lösung angeboten, Naturstrom-Produzenten zu werden.

Bis heute haben sich 81 private Anlagenbetreiber diesem Modell angeschlossen und erhalten damit neben der Energie via HKN auch den ökologischen Mehrwert vergütet. Mittlerweile speisen diese Solarstromproduzenten – mit Anlagen bis zu 60 Kilowatt-Spitzenleistung – jährlich 750000 Kilowattstunden Strom ins örtliche Netz ein. Das entspricht über sieben Prozent der von den Haushalten verbrauchten Jahresstrommenge von gut zehn Gigawattstunden.

Acht Prozent Solarstrom aus der Gemeinde

Damit setzt die Gemeinde Affeltrangen ihre Absicht um, lokale, erneuerbare Energien zu fördern und den ökonomischen Wert im Versorgungsgebiet zu behalten, bilanziert Schaub. Die Technischen Werke Affeltrangen versorgen seit Anfang 2020 alle Haushalte standardmässig mit ökologisch aufgewertetem Strom.

Die dafür nötigen Herkunftsnachweis-Zertifikate entfallen zu bereits acht Prozent Solarstrom aus dem Dorf. Den grossen Rest machen Zertifikate aus Schweizer Wasserkraft und Kehrichtverbrennungsanlagen aus. Die Tarife in der Gemeinde Affeltrangen wurden per Anfang 2021 trotz des hohen ökologischen Standards leicht gesenkt. (red)

Thurgauer Naturstrom

Strom aus der Region

Thurgauer Naturstrom ist eine Initiative der EKT Energie AG und von über 70 Thurgauer Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU). Die erneuerbare, zertifizierte Energie wird ausschliesslich in Anlagen im Thurgau produziert. Dazu zählen mehr als 1300 Solaranlagen, 14 Kleinwasserkraftwerke, eine Biogasanlage und die Kehrichtverbrennungsanlage in Weinfelden. (red) Hinweis www.thurgauer-naturstrom.ch