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1 VIRUS – 100 SCHICKSALE: So leben, leiden und lachen in der Coronakrise die Schweizerinnen und Schweizer

Das Coronavirus hat uns Leid, Krisen und finanziellen Notstand gebracht. Aber es gibt auch Menschen, die Glück im Unglück hatten und deren Leben plötzlich eine positive Wende genommen hat. Lesen Sie hier 100 Corona-Geschichten von Frauen und Männern aus der ganzen Schweiz.

Team CH Media
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Erst dachten wir, dieses Virus grassiert nur in China, doch schon bald erreichte Corona auch Europa und somit die Schweiz. Wie ist es den Menschen in unserem Land in den vergangenen Monaten ergangen? Wie hat sie das Virus in ihrem ganz persönlichen Alltag getroffen? An diesem Projekt haben Journalistinnen und Journalisten aus den verschiedensten Regionen der Schweiz mitgearbeitet.

Wir danken all unseren Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen von CH Media für diese tolle Teamleistung. Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünschen wir einen vielseitigen Einblick ins Leben mit Corona!

Für das Projektteam: Flurina Valsecchi, Alexandra Stark und Patrik Müller

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«Seit vier Jahren war das 2020 in meinem Kalender mit einem dicken, roten Kringel markiert. Fast alles, was ich tat, hatte als Ziel, am 1. August im Schiessstand von Tokyo meine bestmögliche Leistung abrufen zu können. Doch dann kam...

...wir wissen alle, was dann kam. Mit der Pressekonferenz vom 16. März war klar: Ich muss meine Saison neu planen. Eine Woche später dann die Absage der Olympischen Spiele und damit auch aller anderen Wettkämpfe. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand den Sinn meines Lebens geklaut. Ich verlor jegliche Motivation und zweifelte gleichzeitig an meiner Einstellung zum Spitzensport. Erst nach einiger Zeit fand ich ganz zurück in den Alltag, zurück zu meinen Zielen.

Was macht man, um in einer schwierigen Zeit nicht die Hoffnung zu verlieren? Die Antwort für mich war akzeptieren, Geduld haben und realistisch sein. Nicht zu vergessen: Freude haben an den kleinen Dingen im Leben und die schönen Augenblicke zu geniessen. Denn ich hoffe, dass ich in einigen Jahren sagen kann: Wir haben es geschafft, uns mit dieser Situation zu arrangieren und trotz der Widrigkeiten noch etwas dazugelernt.»

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«Als Geschäftsführer des kantonalen und städtischen Gewerbeverbands St.Gallen hatte ich im Lockdown alle Hände voll zu tun. Mein Telefon klingelte heiss. Den Gewerbetreibenden stellten sich viele drängende Fragen, wie sie mit der ausserordentlichen Situation umgehen sollten.

Gleichzeitig erhielt ich als Leiter des Regionalen Führungsstabes vom Kanton den Auftrag, innert kurzer Zeit in der Stadt St.Gallenein Coronakonsultationszentrum aufzubauen. Das taten wir mit dem Zivilschutz in der grossen Halle 9 der Olma-Messen. Die Doppelbelastung als Krisenmanager an zwei Fronten war anstrengend, aber lehrreich.

Seit März bis heute machte ich insgesamt vier Coronatests. Alle waren negativ. Ich liess mich testen, weil ich zum einen Respekt vor einer Ansteckung hatte, zum anderen aus Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.»

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«Corona war für mich ein Tiefschlag, da ich nicht mehr kämpfen konnte. Trainings, Kämpfe, alles war abgesagt. Acht Wochen habe ich mich auf einen Kampf im April vorbereitet, der dann im März abgesagt wurde. Die Vorbereitung war schon getan, die Belohnung dafür blieb aber aus. Corona hat mich auch persönlich getroffen. Mein Vater war sehr krank und ist gestorben. Ich konnte wegen der Pandemie nicht an seiner Beerdigung teilnehmen. Online an seiner Abdankung teilzunehmen, war sehr heftig. Ich spüre dieses Gefühl heute noch jeden Tag und werde sehr emotional dabei. Es ist jetzt bereits einige Monate her, das Gefühl hat sich aber nicht verändert. Das Wort geht mir also sehr nahe. Jeder sollte das Recht haben, sich zu verabschieden.»

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«Ein Gast wurde Ende Juni nach einer Party positiv auf das Coronavirus getestet. Angesteckt hat sich niemand, es mussten aber 340 Personen für 10 Tage in Quarantäne. Seit diesem Tag haben wir das ‹Terminus› geschlossen. Rechtlich gesehen sind wir zwar nicht gezwungen, zuzumachen, aber es ist de facto eine Schliessung. Wir müssten unsere Partys derzeit wegen Coronavorschriften auf 100 Personen beschränken. So können wir nicht kostendeckend wirtschaften. Ich habe Gesuche für finanzielle Hilfe eingereicht, jedoch noch keine Rückmeldung erhalten. Wenn wir finanziell unterstützt werden, dann ist das Überleben gesichert.»

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«Am 28. Dezember werde ich 94 und mir geht es soweit gut. Schade finde ich halt, dass die Leute leider etwas unvernünftig werden und zu sorglos mit dem Virus umgehen. Manchmal fühle ich mich schon etwas einsam, dabei stelle ich dann am Abend fest, dass ich den ganzen Tag kein Wort geredet habe.

Abwechslung bringen die Besuche meiner Kinder und Enkelkinder und dann freue ich mich auf unsere wöchentlichen Rommé- und Jassnachmittage. An diesen treffen sich jeweils vier bis fünf Frauen unserer Alterssiedlung im Aufenthaltsraum. Ich vermisse auch die regelmässigen Spaziergänge um den Fussballplatz. Mit meiner Kollegin habe ich bei Spielen häufig eine Bratwurst gegessen – leider ist das zurzeit nicht möglich, weil das Clubhaus des FC Bazenheid geschlossen ist.

Ich habe Gottvertrauen und irgendwann müssen wir uns doch alle von dieser Welt verabschieden. Auf keinen Fall möchte ich aber an eine Maschine angeschlossen werden, damit mein Leben noch etwas verlängert wird.»

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«Etwa 50 meiner Patienten waren infiziert. Im Frühling betreute ich den ersten Mann im Kanton, der an Covid-19 verstarb. Seither sind alle Patienten genesen, auch jene, die ich ins Spital überweisen musste. Die Krankheit ist kein Todesurteil, auch nicht für Menschen über 80. Für ältere Menschen ist die Krankheit wohl gefährlicher als eine Grippe. Das Hauptproblem ist die hohe Infektionsrate und die Tatsache, dass diverse Krankheitsverläufe möglich sind. Viele Patienten wissen nicht, wo sie sich angesteckt haben, daher ist es sinnvoll, dass wir Masken tragen. Dies kann die Virenzahl, welcher wir ausgesetzt sind, reduzieren. Wichtig ist aber auch, dass die Menschen nicht eingesperrt werden, dass sie sich bewegen dürfen. Die Massnahmen müssen sinnvoll sein, denn wir müssen sie eine lange Zeit durchhalten. Im Hinblick auf die Verfügbarkeit eines Impfstoffs ist es wichtig, dass dieser sicher ist. Panik ist nicht angebracht - Vorsicht aber schon, denn: Das Virus sucht und findet den Weg.»

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«In einer Zeit als sich mein Leben in ruhigen Gewässern aufhielt, erreichte die Corona-Welle die Schweiz und stellte somit auch mein Leben auf den Kopf. Schulschliessung: Die Herausforderung Mutter und Lehrperson zugleich zu sein, forderte all meine Zuwendung. Als der Slogan: «Halte Abstand- rette Leben» die Wände besetzte, drohte meine Auffassung von Gesundheit und Krankheit unterzugehen. Dies kam mit der Einführung der Maskenpflicht auch sinnbildlich zum Ausdruck.

Mit der Überzeugung, dass das Tragen der Maske den Mitmenschen und mir mehr Schaden zufügt als einen Nutzen bringt, wurde ich zum potenziellen Feind der Gesellschaft. Dass ich eigenverantwortlich meiner Gesundheit Sorge trage wurde mir dabei nicht attestiert. Für mich sind soziale und seelische Aspekte ein grosser Anteil unserer Gesundheit. Eine vorhandene Krankheit erfordert Pflege und Hingabe. Die Isolation trägt nicht zur Heilung bei. Um den Kurs des Gleichgewichts zu halten, sollen andere Ansichten respektiert werden. Das ist die Grundlage unseres wahren Wohlstandes.»

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«Seit Monaten versuche ich möglichst die Hygienemassnahmen einzuhalten. Als Schulleiter bin ich für die Schutzkonzepte verantwortlich. Ich lebe aber in einer Gemeinschaft, in der die Regeln nur zum Teil eingehalten werden. Das auszuhalten, fiel mir von allem Anfang an schwer. Denn früher oder später wird sich so das Virus bemerkbar machen. Nun bin ich als einer von vierzehn Mönchen positiv getestetet worden. Zuerst einmal war das für mich eine Entlastung: Jetzt ist der befürchtete Moment da, die Spannung hat ein Ende!

Meine einzige Angst: Hoffentlich habe ich niemanden angesteckt. Ich hatte nur milde Symptome und konnte gut im Home-Office arbeiten. Erst als nach 10 Tagen Isolation die Nase immer noch tropfte und die Kopfschmerzen zunahmen, wurde ich ungeduldig und argwöhnisch. Ich musste Schritt für Schritt lernen, wahrzunehmen, was sich zeigt, so wie es ist. Und mir wurde die Möglichkeit geschenkt, das Loslassen einzuüben. Dank dem heimtückischen Chäferli!»

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«Ich bin jetzt 21 und etwas Vergleichbares kann man in meinem Alter nirgends erleben. Für die fehlenden sechs Wochen meines 19-wöchigen Abverdienens als Fourier bin ich am 4. April nach Dübendorf eingerückt und habe die besondere Lage, die das Coronavirus hervorgerufen hat, hautnah miterlebt.

Mir stand bei meinem Antritt lediglich ein Büromitarbeiter zur Verfügung, die anderen neun waren in Quarantäne. Noch kniffliger wurde es, als sich das Küchenpersonal kurze Zeit später ebenso in die Quarantäne verabschiedete. Nach zwei Tagen Improvisation erhielten wir einen Assistenzdienst, der aus Durchdienern bestand, die wegen der Coronakrisefür Notfälle aufgeboten wurden.

Nachdem ich nun 430 Diensttage hinter mir habe, würde ich alles nochmals genau gleich machen. Frauen, die einen ähnlichen Weg beschreiten wollen, empfehle ich, bleibt euch selber. Ich bin an den mir aufgetragenen Aufgaben gewachsen und habe mich weiterentwickelt.»

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«Ich hatte für die Plakette der kommenden Fasnacht schon Ideen im Kopf, doch Corona hat die Bauschtler Fasnacht – wie alle anderen – verunmöglicht. Doch das Balsthaler Fasnachtskomitee Fako ist auf mich zugekommen, und sich eine spezielle Corona-Plakette gewünscht. Es gibt nämlich viele Sammler und Fans dieser Plaketten. Und diese möchten eine spezielle Plakette für eine Fasnacht, die gar nie stattgefunden hat, auch in ihrer Sammlung haben. Ich habe nun ein eigentliches Corona-Sujet entworfen, auf welchem zwei niedliche Bööggli auf dem Kornhaus-Platz mit dicken Tränen im Gesicht stehen und traurig darüber sind, dass sie ihre Larven nicht tragen können, weil sie bereits Hygiene-Masken vor dem Mund haben. Nächstens werden sie gleich von grimmigen Coronaviren attackiert.»

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«Ich fliege nur noch alle sechs Monate auf einem Flugzeugtyp, damit ich meine Lizenz dafür nicht verliere. Das ist das erforderliche Minimum. Zum letzten Mal flog ich im Juni nach Hongkong, als man noch in der Stadt spazieren konnte. Heute werden die Crews im Hotel eingesperrt.

Die Stimmung beim Kabinenpersonal ist gut, wenn man einen Flug zugeteilt erhält, was zurzeit selten der Fall ist. Allerdings tritt man nicht alle Destinationen gleich unbeschwert an. Manche Flight Attendants haben Angst, dass sie bei einem positiven Test im Ausland in die Quarantäne müssten. Wir haben eine sogenannte Angstklausel, die es erlaubt, einen Flug abzulehnen, wenn man sich davor fürchtet. Es gibt einige Flugbegleiter, die davon Gebrauch machen, auch zum Beispiel, weil ein Familienmitglied zur Risikogruppe gehört.»

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«Ich habe ein Jahr als Chef de Rang gearbeitet, in einem Fünfsternehotel in Zürich. Ich liebe meine Arbeit, bin seit 28 Jahren in meinem Beruf, er ist ein Teil meines Lebens. Ich wurde im März plötzlich krank, ich war sehr müde. Ich wäre am Anfang nie auf die Idee gekommen, dass es Corona sein könnte, ich blieb einfach zu Hause und wollte mich auskurieren. Mein Chef erkundigte sich regelmässig und fragte nach mir und meiner Gesundheit, ich schickte die Arztzeugnisse als Bestätigung. Es schien alles ganz normal. Als ich wieder hätte anfangen sollen, sagte mein Chef am Telefon: Du musst nicht wiederkommen. Per Einschreiben wurde mir die Kündigung nach Hause geschickt. Sie zahlten mir noch zwei Monate mein Gehalt.»

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«Die erste Welle und den Lockdown konnten wir eigentlich gut in unserer kleinen Welt bewältigen. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten mehrheitlich normal weiterleben. Das einzige was gefehlt hat, war der Besuch. Die Angehörigen haben deswegen aber oftmals mehr gelitten als unsere Bewohner.

In der zweiten Phase im Herbst hat es unsere Institution aber hart getroffen. Wir hatten mehrere Infizierte sowie Todesfälle und mussten das Alterszentrum für zehn Tage schliessen. Alte Menschen in einem Einzelzimmer zu isolieren, ist nicht einfach. Es schlug ihnen aufs Gemüt. Einige wollten nicht mehr essen. Für viele war es schlimmer, nicht zu wissen, wann sie ihre Familien wiedersehen können, als krank zu sein.

Ich habe dieses Jahr gelernt, wie wichtig Beziehungen sind. Als Direktorin ist es manchmal schwierig, gewisse Massnahmen zu begründen und diese den Angehörigen zu erklären. Doch für uns steht immer der Schutz von allen im Fokus.»

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«Das Virus hat sich im Kanton Tessin zuerst und am stärksten ausgebreitet. Aufgrund der hohen Fallzahlen haben wir Massnahmen beschlossen, die nachher im ganzen Land umgesetzt wurden, etwa Eishockeyspiele ohne Zuschauer, die Schulschliessung oder das Ausrufen des Notstands. Gefreut hat mich die grosse Solidarität, die unser Kanton gezeigt hat. Sehr viele Menschen haben sich zum Beispiel freiwillig gemeldet, um Einkäufe für Senioren zu erledigen, als diese die Geschäfte zwischenzeitlich nicht betreten durften. Das Motto ‹Wir schaffen es gemeinsam› war keine leere Phrase.

Vielleicht haben wir dazu beigetragen, dass sich das Virus langsamer verbreitete als zwischenzeitlich befürchtet. Mit diversen Entscheiden haben wir eine Pionierrolle gespielt. Es war nicht immer einfach, dem Bund unsere Position zu vermitteln. Er verstand unserer Entscheide nicht, weil sich das Virus ennet des Gotthards viel langsamer verbreitet hat. Das führte zu Spannungen.

Die Nähe zu Norditalien hat sicher eine Rolle gespielt. Sie hat dazu beigetragen, schneller Massnahmen im Kampf gegen das Virus zu ergreifen. Insofern wirkte der Kanton Tessin wie ein Frühwarnsystem.»

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«Im sechsten Monat Homeschooling und im Lockdown habe ich mich selber besser kennen gelernt: als Rundum-Familienmanagerin mit einem plötzlich Frontliner-Ehemann in einer fremden Kultur mit zwei energetischen Jungs. Als Kindergärtnerin und Schulleiterin wusste ich um den grossen Einfluss des Elternhauses auf die Kinder. Dass aber Lehrer sie in ihrer gereiften Persönlichkeit nach dem Homeschooling nicht wieder erkennen, war für mich eine verblüffende Beobachtung. Ich habe einmal mehr begriffen, dass Todesangst real ist, wenn bestellte Schutzausrüstungen an der US-Grenze gestoppt werden und Hunderte von Patienten auf eine Behandlung in einer Millionenstadt warten. Bei all dem sind wir als Familie zusammengewachsen.»

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«Unser Produkt trägt die etwas sperrige Typenbezeichnung ‹II R nach EN 14683:2019›. Es ist zurzeit in, oder besser gesagt über aller Munde: Seit April dieses Jahres stellen wir - das Rothrister Familienunternehmen Wernli AG - Hygienemasken her. Wir sind spezialisiert auf die Herstellung von medizinischen und technischen Textilien. Wir sind sehr gut ausgelastet. Rund 700'000 Masken laufen jeden Tag vom Band. Während andere Unternehmen in der Krise Leute entlassen mussten, hat die Wernli AG für die Maskenproduktion rund 180 neue Jobs geschaffen. Produziert wird auf 12 Maschinen, und das rund um die Uhr. Wir haben alles selbst organisiert, evaluiert und vorfinanziert. Wir beliefern Kantone, Gemeinden und Schulen sowie Spitäler und den Grosshandel, also diejenigen, die beispielsweise Apotheken oder Heime beliefern.»

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«Ich wäre ohne Corona in New York. Doch mein Atelierstipendium der Stadt Zürich wurde verschoben und ich arbeite in der Schweiz weiter. Ich konzentriere mich nun voll und ganz auf die Produktion meines neuen Albums. Bis um ein, zwei Uhr in der Nacht arbeite ich daran. Es ist schön, mal wirklich Zeit dafür zu haben, für meinen Gesang und meine Gitarre. Corona hatte auch sein Gutes, es hat mich fokussieren lassen. Die Notwendigkeit, zu reduzieren, hat mehr Klarheit gebracht. Das ist für mich als Künstlerin wertvoll. Wenig Ablenkung war da von dem, was mir wichtig ist.

Ich lebe von der Hälfte meines normalen Einkommens. Ich kann die Miete bezahlen, die Krankenkasse und die Handyrechnung, sonst fast nichts. Auswärts essen geht nicht, alles, was nicht lebensnotwendig ist, kann ich mir nicht mehr leisten. Und ich persönlich bin noch eine von den Glücklicheren. Den meisten meiner Bekannten im Musikbusiness geht es finanziell miserabel. Man sagt, dass bloss ein Dutzend Musikerinnen und Musiker in der Schweiz überhaupt von ihrer Arbeit leben können. Ich finde, das darf nicht sein.»

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«Covid-19 zeigt mir unsäglich viele Gesichter, die das Leben seit dem 16. März nervös gestalten. Das Pendel meines Lebens und Arbeitens schlägt in diesen Monaten nicht existenziell aus, doch aber bereitet es mir etwas Achselschweiss, auch was meine Zukunft als freischaffender Künstler angeht. Von vier Gruppenausstellungen, an denen ich beteiligt gewesen wäre, wurden drei auf ungewisse Zeit verschoben. Eine Einzelausstellung, die ich am 14. März in Bern eröffnet habe, wurde zwei Tage später geschlossen, dafür verlief eine weitere im August erfrischend erfolgreich. Am meisten beglücken mich in dieser verrückten Zeit Kunstinteressierte, die sich und mir mit einem Kunstkauf unser Sinnesdasein würzen und bereichern. Das stimmt mich positiv und auch etwas gelassen, dass mir wie schon vor Corona niemand wirklich sagen kann, wie es für mich kommen wird.»

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«Das Virus verteufeln? Nein, das bringt nichts. Es liegt an uns, mit Corona zu leben. Wir müssen lernen, dass Krankheiten und der Tod zum Leben dazugehören. Das heisst aber nicht, dass wir jetzt leichtsinnig sind. Ich selbst bin an Covid-19 erkrankt, lag drei Wochen mit teils hohem Fieber im Bett. Ich in Isolation, meine Familie in Quarantäne.

Jetzt darf ich wieder als Pfarrerin der evangelischen Kirchgemeinde Matzingen arbeiten. Das Atmen fällt mir aber weiter schwer, zudem bin ich rasch müde und erschöpft. Deshalb rate ich, Corona ernst zu nehmen, sich aber gleichzeitig nicht verrückt zu machen. Was bringt ein gesunder Körper, wenn die Psyche Schaden nimmt?

Diesen inneren Kampf erlebe ich auch in meinem Alltag. Ich fürchte, dass vor allem ältere Menschen noch mehr vereinsamen. Darum habe ich Andachten auf Anrufbeantworter gelesen, schreibe Briefe mit Liedtexten fürs Singen zu Hause und bereite die Aufzeichnung für den Weihnachtsgottesdienst vor. Mein oberstes Gebot: ‹Seid solidarisch!›»

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«Ich wurde am 10. März 2020 positiv getestet und in das Regionalkrankenhaus von Locarno eingewiesen. Vier Tage lag ich auf der Intensivstation, zum Glück ohne Intubation, darauf verbrachte ich zwei weitere Wochen im Spital. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Krankheit überstanden habe. Es braucht dazu letztlich auch eine Portion Glück. Wie nah ich am Tod gewesen war, wurde mir erst später klar.

Eines aber steht fest: Es gibt einen Unterschied zwischen der Pest und dem Coronavirus. Der Pest konnte man nicht entkommen, dem Coronavirus hingegen schon. Für mich zeigte sich einmal mehr, dass man im Leben kämpfen muss. Man darf in keiner Situation aufgeben. Nie!»

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«Zweimal jährlich benötige ich eine Infusion mit einem Langzeitwirkstoff zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Im Anschluss ist jeweils mein Immunsystem geschwächt, und ich bin anfällig auf Infektionen. Im Frühling hatte ich mehr Angst, mich mit Covid-19 anzustecken. Als Vorsichtsmassnahme begann ich früh, eine Maske zu tragen. Ich bin froh, sind die Regeln inzwischen klar. So gibt es weniger unangenehme Situationen. Ich achte streng auf die Distanzregeln. Wenn Leute zu wenig Abstand halten, mache ich sie darauf aufmerksam – manchmal auch in barschem Ton. Mein Lebenspartner und ich fahren mit dem Auto zur Arbeit, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Im Büro achten alle auf die Abstände, dennoch arbeite ich teilweise im Homeoffice. Freunde und Familie sehe ich seltener, das ist schade. Ich hoffe, man kann Weihnachten gemeinsam feiern, und ich vertraue darauf, dass alle vorsichtig sind. Wenn ich mir etwas Gutes tun will, gehe ich in die Natur.»

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«Am 16. März 2020 erklärte der Präsident von Ecuador den Ausnahmezustand. Zu diesem Zeitpunkt war ich in meinem zweiten Zuhause Olón und leitete ein eigenständiges Café. Leider musste dies aufgrund von Corona geschlossen werden und situationsbedingt entstand ein neues Projekt vor Ort. Ich gründete mit meiner Deutschen Kollegin Jenny Bayer und Unterstützung einheimischer Freunde eine kleine Hilfsorganisation ‹Juntos Por Olón›.

Während zweieinhalb Monaten haben wir Olón mit 3500 Essenspaketenversorgt, wobei Spendengelder aus der ganzen Welt gesammelt wurden. Ich finde es grossartig, was mit der Organisation auf die Beine gestellt wurde. Es hat mich mehr geprägt als je eine andere Erfahrung zuvor. Ich durfte Menschen unterstützen, die fast nichts besitzen. Jenny und ich konnten nun sogar mit ‹Juntos Por Olón› einen Verein gründen, mit dem Ziel, die Lebensbedingungen in und um Olón langfristig und nachhaltig zu verbessern und die Bevölkerung unter Achtung und Einbezug ihrer kulturellen Werte solidarisch zu unterstützen.»

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«Wir Freischaffende haben ein schweres Los, all unsere Auftritte wurden abgesagt. Aus Sicherheitsgründen musste ich ebenfalls all meine Tanzlektionen absagen. Es ist das erste Mal, dass ich mir wirklich Sorgen um meine Existenz machen muss. Ich habe ein grosses Studio, diese Miete muss ich irgendwie bezahlen können. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch: Statt für Tanzkurse werde ich mein Studio in den nächsten Wochen tagsüber für Kinder öffnen. So kann ich mir immerhin ein kleines Einkommen sichern. Und wenn ich schon Platz bieten kann, damit Kinder sich austoben können, dann sollen die Kinder das auch nutzen.»

Nachtrag: Diese Aussagen hat Alanah Mörgeli im März gemacht. Ihr wurde nicht erlaubt, Kinder im Studio zu hüten.

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«Ich würde bei der Begrüssung auch gern wieder allen die Hand geben, ich bin nicht der Typ für Ellbogen- oder Schuhspitzenbegrüssungen. Die Nähe, die fehlt mir, wie allen anderen auch. Aber das müssen wir aushalten. Wir dürfen nicht nachlässig werden und jeden Zweiten abküssen, den wir treffen. Das ist gefährlich. Wenn wir uns jetzt an die Schutzmassnahmen halten, dann ist schon viel gewonnen. Dann wird es auch nicht wieder schärfere Einschränkungen geben müssen.»

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«Wenn man erkrankt, kann man sich schnell klare Ziele setzen. Man überlegt sich immer, welches der nächste Heilungsschritt sein soll, und man richtet sein Leben gezielt darauf aus. Bei der Pandemie ist es nun ganz anders. Sie ist viel weniger fassbar. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Zwar heisst es, bald komme ein Impfstoff, aber wie schnell dadurch Normalität einkehren wird, kann niemand sagen. Wir haben schon einige schwierige Zeiten durchgemacht, unser Unternehmen gibt es ja schon lange. Der Grossvater tauschte Kinofreikarten gegen Lebensmittelkarten ein, um die Familie ernähren zu können. In den Kinos konnte man nur wenig heizen, die Gäste kamen mit Pantoffeln und Wolldecken. Von all diesen Krisen haben wir uns erholt. Das Kino wird auch die aktuelle Krise überstehen.»

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«Ich habe dieses Jahr mit dem Studium an der HSG begonnen. Wegen Corona findet bei uns der Unterricht nur über Onlineplattformen statt. Die Professoren und Mitstudierenden habe ich nur ein einziges Mal gesehen. Somit ist es schwer abzuschätzen, auf was der Professor bei den Prüfungen Wert legt. Für die Studierenden ist es schwierig, sich auf darauf vorzubereiten. Auch Gruppenarbeiten mit fast unbekannten Kommilitonen sind speziell. Toll ist jedoch, dass alle Vorlesungen aufgezeichnet werden und nachgeschaut werden können.»

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«Ich war insgesamt zehn Wochen lang im Spital, wovon drei Wochen intubiert im künstlichen Koma. Nichts mehr war wie zuvor! Nach einer Weile stellten sie mich auf und sagten, ich solle versuchen zu stehen, aber ich sackte einfach zusammen. Danach war ich im Rollstuhl. Ich musste das Laufen wieder lernen. Mit dem Rollator im Gang des Spitals. Ich merkte: Laufen, das ist gar nicht so einfach. Schwierig waren auch die ersten Schritte auf der Treppe. Mit dem ersten Fuss konnte ich den Schritt noch machen, für den zweiten Fuss fehlte mir zu Beginn die Kraft. Ich bin dankbar, noch hier zu sein. Ärzte haben mir gesagt, dass ich mehrere Schutzengel haben müsse. Ich habe nun wieder Energie und Ideen. Aber körperlich ist es nicht mehr so wie früher.»

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«Ich arbeite auf der medizinischen Station im Kantonsspital Nidwalden. Die Vorbereitungen auf die Pandemie im Spital habe ich mit grossem Interesse verfolgt und war gespannt, was auf uns zukommt. Bei der ersten Welle hatte es dann bei uns eher jüngere Patienten mit doch teils schweren Schicksalen. Das hat mich auch emotional beschäftigt. Wegen des eingeschränkten Besuchsrechts waren wir ja oft die einzigen Ansprechpersonen. Das war wirklich eine Herausforderung. Die grosse Wertschätzung der Patienten hat mich dabei täglich neu motiviert. Die Erfahrungen aus der ersten Pandemiewelle haben uns bei der zweiten Welle sehr geholfen. Alles ist eingespielt und läuft sicher ab. Auch die Patienten freuen sich darüber, dass das Besuchsrecht gelockert worden ist.»

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«Es war ein Schock, als diesen Frühling die Deutschen und Schweizer Behörden je einen Grenzhag auf Klein Venedig errichteten. Mein Werk, die Kunstgrenze, mitten drin. Verunstaltet. Es hat in mir eine solche Wut aufgelöst, meine Tarotfiguren so verstellt zu sehen. Seit 2007 stehen sie auf dem 280 Meter langen Grenzabschnitt zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Kunst statt Maschendraht war bei der Einweihung die Devise. Meine Figuren stehen für Offenheit, Kreativität und Grenzenlosigkeit. Und dann das.

Durch den doppelten Gitterzaun wurde das Kunstwerk zu einem Zeichen von Angst, Abschreckung und Abgeschiedenheit. Ich selber durfte kurzzeitig auch nicht mehr in die Schweiz einreisen. Die Präsidentin der Dörflinger-Stiftung hat mir dann aber zum Glück eine Einreisebewilligung besorgen können, damit ich an Sitzungen in Kreuzlingen teilnehmen konnte. Als die Zäune Mitte Mai endlich wieder entfernt wurden, war ich sehr erleichtert. Zusammen mit Freunden haben wir an der Kunstgrenze ein Freiheitstreffen gefeiert.

Wie ich als Künstler mit der Corona-Situation umgehe? Ich arbeite einfach weiter. Unsere Galerie in Konstanz ist geöffnet. Ich zeichne. Ich male. Ich bereite Ausstellungen vor. Auch wenn ich mit meinem Alter zur Risikogruppe gehöre: Corona hat mir nie Angst gemacht.»

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«Von den Arosa Classic Cars über das St.Galler Fest bis zur Schaffhauser Herbstmesse begleite und unterstütze ich mit meiner Agentur jährlich diverse Anlässe als Supplierin in der Organisation, bei der Umsetzung und mit Kommunikationsmassnahmen. Durch die Coronakrise erlebe ich eine Zwangsarbeitslosigkeit im Bereich Events. Die Situation macht mich zwischendurch antriebslos. Ich muss mich öfters anstrengen, damit ich gewisse Arbeiten nicht auf den nächsten Tag verschiebe, da die Frage: ‹Wieso soll ich das jetzt erledigen? Morgen habe ich ja auch ganz viel Zeit!› immer mal wieder aufpoppt. Es ist heimtückisch. Ich versuche dennoch positiv zu bleiben. Finanziell ist das Geschäft aktuell noch tragbar. Dies auch dank der Unterstützung durch die Erwerbsersatzordnung.»

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«Ich gehe in die zweite Klasse der Sek P und war immer ein recht guter Schüler. Aber das Homeschooling hat mich irgendwie aus der Bahn geworfen, obschon uns unsere beiden Lehrerinnen immer sehr viele Aufgaben gegeben haben. Nach den Sommerferien habe ich fast nur noch ungenügende Noten bekommen. Besonders komisch ist es in Mathe. Meinen Mitschülern habe ich den Stoff erklärt und sie haben im Test eine 5 bekommen. Ich selber aber nur eine schlechte Note. Ich kann mir das nicht erklären, und mein Mathelehrer sagt, ich sei schon ein sehr aussergewöhnlicher Fall. Ich lerne jetzt sehr viel und nehme auch Nachhilfe, um auf einen genügenden Schnitt zu kommen, aber es ist sehr hart.»

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«Ich war mit einer Gruppe auf der Panamericana unterwegs, musste sie ziehen lassen und strandete im argentinischen Santa Fe. Der Grund: ein kaputter Motor. Dann kommt Corona. Die Grenzen gehen zu, das Hotel schliesst, in dem ich untergekommen bin. Die Besitzer finden ein Appartement für mich. Ich lehne ein Angebot der Botschaft für einen Rückflug ab, weil ich nicht ohne mein Wohnmobil gehen will. Es ist seit Jahren mein Daheim und noch nicht fahrbereit. Wochen später führt das Departement des Äusseren den allerletzten Flug in die Schweiz durch. Schnell muss ich abklären, ob ich das Wohnmobil trotz der Ostertage frei bekomme, ob es die 380 Kilometer zum Hafen schafft, ob ich es verschiffen darf. Und ob ich ein Schreiben erhalte, das bestätigt, dass ich am Flughafen erwartet werde. Immer wieder verhaftet die Polizei Menschen, die gegen die Ausgangssperre verstossen. Am 18. April heben wir ab. Der Dreijährige neben mir legt seinen Kopf auf meinen Schoss und schläft ein. Ich habe viel Menschliches erlebt in dieser fordernden Situation.»

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«Am Anfang dieses Jahres hatten auch wir an der Fachmittelschule (FMS) Fernunterricht, welchen ich sehr mochte. Ich konnte später aufstehen und war früher zu Hause. Ich musste aber mehr für die Schule lernen und selbstständig arbeiten. Dadurch wurde ich selbstständiger. In den Turnverein und in den Blauring konnte ich weiterhin gehen. Darüber war ich sehr froh. Das Maskentragen wurde mit der Zeit sehr anstrengend, ich finde es aber sinnvoll.

Im ersten Lockdown begann ich, gemeinsam mit sieben Freunden eine Skatehalle einzurichten und zu gestalten, die uns das Kompetenzzentrum Jugend Werdenberg gratis zur Verfügung stellte. Mittlerweile haben wir mehrere Rampen, einen Tischfussball-Kasten und einen Pingpong-Tisch. Dass wir diese Halle zur Verfügung gestellt bekamen, war Zufall und hatte nichts mit Corona zu tun. Ich denke aber, dass wir ohne dieses Virus weniger Zeit darin investiert hätten. Mittlerweile haben wir, mit zwei an die Halle angrenzenden Zimmern, fast schon eine kleine Wohnung.»

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«Zusammen mit meinem Cousin Thomas Werder und dessen Frau Karin von der gleichnamigen Metzgerei in Endingen entstand im März die Idee: Daraufhin schlossen sich Behörden und Detaillisten aus den fünf Dörfern Tegerfelden, Endingen, Lengnau, Schneisingen und Siglistorf zusammen, um gezielt Menschen über 65 und Personen mit chronischen Vorerkrankungen zu unterstützen und zu schützen. Während zwölf Wochen sind so 3125 Hauslieferungen durchgeführt worden. Die Solidarität und die Bereitschaft der Detaillisten und Gemeinden, bei der Aktion mitzumachen, war beeindruckend. Von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein bereiteten die Surbtaler Detaillisten die Lieferungen vor. Die Kunden dankten für den Einsatz ihrerseits mit Karten, Kuchen, Briefen, SMS – oder im persönlichen Gespräch. Beispielsweise eine Frau, die sechs Wochen lang ihr Haus nicht verlassen konnte, schenkte den freiwilligen Helfern Konfitüre mit Früchten aus dem eigenen Garten. Es sind berührende Erlebnisse, die unser Tal noch stärker zusammengeschweisst haben.»

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«Mit Covid-19 fordern mich in meinem Berufsalltag zwei Veränderungen ganz unterschiedlich. In Berufs- und Laufbahnberatungen sehe ich bei Schülerinnen und Schülern wie auch bei Erwachsenen nur noch einen kleinen Teil des Gesichtes. Der Augenkontakt ist bereits bei der Begrüssung zentral, ein Lächeln im Gesicht erkenne ich an kleinen Falten rund um die Augen. Die Körpersprache nimmt eine noch wichtigere Rolle ein. Auch in der Stimme nehme ich Nuancen ausgeprägter wahr.

Anderseits habe ich mich mit technischen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Laufbahnberatungen führe ich auch online durch, die Personen sitzen mir am Bildschirm gegenüber. Ebenso habe ich eine Infoveranstaltung auf Video aufnehmen lassen und einen Elternabend online durchgeführt. Die technischen Veränderungen werde ich gerne beibehalten, das Gesicht meines Gegenübers möchte ich unbedingt wieder als Ganzes wahrnehmen können.»

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«Normalerweise stehen im August und September am Rorschacher Bodenseeufer Skulpturen aus Sand. Nicht in diesem Jahr. Das waren besondere Tage für mich. Sie haben eine gewisse Leere mit sich gebracht. Nach 21 Jahren im Sommer plötzlich Zeit zu haben, die fehlenden Freunde aus aller Welt, die sonst die Arionwiese quirlig gemacht haben – es fühlt sich sehr speziell an. Wirklich traurig war es aber am Tag des geplanten Schlussabends, als ich schweren Herzens allein um die Wiesen spazierte. Es ist ein Riesenanliegen von mir, das Sandskulpturen-Festival 2021 durchzuführen. Ich werde im Februar die Lage checken. In welcher Form und mit welchen Mitteln das Festival stattfinden kann, ist aber noch völlig offen.»

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«Drei Monate, nachdem ich den Coiffeursalon Löckli übernahm, folgte der Corona-Lockdown. Ich hatte sechs Wochen Zwangsferien, das war genug. Ich bin dankbar und überglücklich, dass ich wieder arbeiten kann. Darum will ich etwas Gutes tun. Fünf Prozent des Monatsumsatzes im Juli spendeten wir der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe. Während des Lockdown habe ich oft an beeinträchtigte und kranke Kinder gedacht, die in der Krise noch mehr leiden mussten, weil deren Familien sie im Spital oder Heim nicht besuchen durften. Ich will ihnen eine Freude bereiten. Auch unser ganzes Trinkgeld spendeten wir. Ich liebe den Coiffeursalon. Mein Ziel ist es, die nächsten 20 Jahre hier zu arbeiten und mich um die Kundschaft zu kümmern.»

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«Der Coronavirus hat mich im Oktober erwischt, als die Temperaturen noch angenehm waren. Ich hatte am Anfang hohes Fieber, jedoch keinen Husten. Ein paar Tage später kam dann noch sehr starkes Kopfweh dazu. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich in meinem Leben derart krank war. Ich musste lange im Bett bleiben. Es vergingen elf Tage, bevor ich mich zum ersten Mal kurz aus der Wohnung wagte. Ich liess mir dann auch Zeit, um den Tritt wieder zu finden. In dieser Phase habe ich auch sehr viel geschlafen. Obwohl seit meiner Corona-Erkrankung schon Wochen vergangen sind, fühle ich mich immer noch matt. Das merke ich etwa dann, wenn ich nach einem Mannschaftstraining selber noch ein bisschen Sport treiben möchte. Ich werde sehr schnell müde. Wichtig ist, dass die EVZ-Spieler sich diesen Virus nicht einfangen. Das wäre ein grosses Problem für unsere National-League-Mannschaft.»

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«Am 14. Februar 2020 eröffnete ich die Ausstellung in der Kunsthalle Palazzo in Liestal. Es war die letzte Vernissage der Kunsthalle mit gegen 300 Gästen. Vier Wochen später kam der Lockdown und die Ausstellung wurde für mehrere Wochen geschlossen. Das war hart. Für mich war der Lockdown eine Phase des Durchschnaufens und Ausruhens. Zusammen mit einer Künstlerkollegin sammelte ich rund 2000 Schutzmasken, die damals knapp waren, und wir übergaben diese Alters- und Pflegeheimen, Spitälern und der Spitex. Das Leben hat sich mit Corona für mich nicht grundlegend geändert. Ich denke mir neue Projekte aus und arbeite an einer Gruppenausstellung 2021.»

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«Seit Beginn der Winterpause im November 2019 haben viele Schausteller keinen Franken mehr verdient. Und bereits sagen die ersten Gemeinden die Jugendfeste von nächstem Sommer ab, das ist schlimm. Hier gehen Existenzen zugrunde, ganze Schaustellerdynastien sind bedroht. Wenn ich dann sehe, wie viele Leute sich an einem Samstag in den Einkaufszentren drängen, gleichzeitig aber die Chilbi aus Angst und trotz strengen Hygienekonzepten abgesagt wird, werde ich wütend. Der Bund hat zwar finanzielle Hilfe versprochen, aber es dauert alles so lange.»

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«Geplant war nämlich, dass ich dieses Schuljahr ein Austauschjahr in den USA absolviere. Chicago, Lake Michigan und der amerikanische Lebensstil - auf all das muss ich jetzt noch ein weiteres Jahr warten. Meine Vorfreude war riesig und alles war vorbereitet. Doch dann kam die grosse Enttäuschung in den Sommerferien. Aufgrund der Covid-19-Situation wurde mein Austauschjahr abgesagt. Sofort war für mich klar, dass ich dieses Erlebnis auf nächstes Jahr verschieben will. Ich konnte alles super mit der Kantonalen Mittelschule Uri regeln und startete nach den Sommerferien 2020 wieder mit dem Unterricht am Kollegi. Nun ist die Vorfreude auf den nächsten Sommer noch viel grösser und ich hoffe, dass es diesmal klappen wird.»

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«Die Situation ist so, wie sie ist. Natürlich würde ich, würden wir alle, lieber Fussball spielen oder gemeinsam eine Partie schauen und dazu eine Bratwurst essen. Aber es gilt jetzt halt, diese Pandemie zu besiegen. Zu den Ausfällen bei den Einnahmen nur ein Beispiel: Anfang Jahr hatten wir so viele Buchungen für unser Mietzelt wie noch nie. Dann kam Corona – und alles wurde storniert.»

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«Corona hat im Frühling mein Leben auf einen Schlag verändert: Was mit leichten Symptomen begann, endete in einen Kampf ums Überleben. Intensivstation, künstliche Beatmung, Tiefschlaf. Daran erinnere ich mich nur noch bruchstückhaft. Das Ausmass meiner Corona-Erkrankung wurde mir in Nottwil erstmals bewusst: Die Unterarme konnte ich etwas bewegen, den Kopf auch. Der Rest des Körpers war gelähmt. Die darauffolgende Reha war eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe. Ein täglicher Kampf. Doch diesen habe ich gewonnen, vorerst. Aber bis zu meiner vollständigen Genesung steht mir noch ein langer und beschwerlicher Weg bevor. Ich kämpfe mich täglich zurück ins Leben. Physiotherapie, viele Arztbesuche, Untersuchungen im Unispital prägen meinen Alltag. Corona hat nicht nur mein Leben verändert, das Virus prägt es anhaltend – beruflich und privat. Meine Genesung braucht weiterhin viel Zeit. Und die muss ich mir nun nehmen. Das wurde mir Anfang November schmerzlich bewusst.»

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«Über Monate hinweg durfte niemand das Dorf verlassen. Aktuell bin ich seit August wieder in der Schweiz, beim vierten Anlauf hatte es endlich geklappt. Es war wie in einem Krimi und sehr anstrengend. Und nun sind mir hier so ziemlich die Hände gebunden, da ich ja ausschliesslich persönliche Aktivitäten und Veranstaltungen durchführe, um auf unser Hilfswerk aufmerksam zu machen. Tatsächlich werde ich wohl dieses Jahr Weihnachten nach acht Jahren wieder einmal in der Schweiz verbringen, und hoffe, Anfang des neuen Jahres zurück nach Senegal reisen zu können. Im Senegal halten sich die Zahlen der Coronafälle zum Glück in Grenzen. Damit das so bleibt, werden seit März immer noch keine Europäer ins Land gelassen.»

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«Unser Team ist am Anschlag und arbeitet bis zur Erschöpfung. Wir führen pro Tag 120 bis 150 Tests durch. Die Zahl der Menschen, die sich testen lässt, nimmt fast jeden Tag zu. Seit letzter Woche haben wir draussen ein Zelt aufgestellt, weil es nicht mehr genügend Platz hat im Wartezimmer. Wenn es so weiter geht, müssen auch wir die Anzahl Tests pro Tag beschränken. Das würde allerdings unserer Haltung widersprechen. Das Coronavirus kann enorm gefährlich sein, aber es gibt Leute, die kümmert das nicht. In unsere Praxis kommen junge Leute, die einen Abend lang in einem Keller ohne Fenster Musik machten mit Freunden und überrascht sind, wenn sie positiv getestet werden.»

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«Während des Lockdowns kam bei einer Planungssitzung unseres Chors die Idee einer Nachbarschaftshilfe auf. Zusammen mit den anderen Jugendvereinen unserer Pfarrei starteten wir sofort dieses Projekt mit über 40 Jugendlichen aus dem Quartier. Da die meisten zu Hause waren und Zeit hatten, klappte die ganze Sache super und wir konnten Anfang Mai gegen 230 Einkäufe und andere Besorgungen tätigen. Für mich war das als Koordinator am Telefon, der zusammen mit zwei weiteren Personen die Anfragen entgegennahm, eine gute und schöne Sache. Wir konnten älteren Menschen helfen und zeigen, dass auch die Jungen im Ernstfall für sie da sind. Später entwickelten sich im Chor noch viele weitere Ideen, an deren Organisation und Durchführung ich mich ebenfalls beteiligen konnte: etwa ein ‹Quarantänechor› mittels Musikprogramm, eine spielerische ‹Chorchallenge› mit Musik und vieles mehr. Auch war ich als Kameramann bei den über 100 persönlichen Videobotschaften des Samichlaus Anton-Michael mit dabei. So gab es doch immer wieder etwas zu tun, trotz der nicht ganz einfachen Zeit.»

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«Ich bin vor zwölf Jahren nach Kuba ausgewandert. Dort führe ich mein eigenes Reisebüro. Der internationale Tourismus ist seit März komplett zusammengebrochen. So hatte ich im November eine Umsatzeinbusse von 99,6 Prozent. In Kuba leidet das ganze Land, wenn der Tourismus am Boden ist. Denn jeder Kleinunternehmer – vom Fruchtverkäufer bis zum Töpfer – ist irgendwie vom Tourismus abhängig. Das Einhalten der Hygienemassnahmen erfordert auf der Insel kreative Köpfe. Beispielsweise gibt es kaum Masken. Deshalb näht sich jeder seine Maske selbst aus alten Vorhängen, Leintüchern oder was sich sonst dazu eignet. Ich habe mir eine Maske aus meiner alten Bettwäsche genäht. Weil ich auf Kuba momentan keine Arbeit habe, bin ich seit Ende Oktober in der Schweiz. Das Ganze hat für mich auch etwas Schönes: Ich geniesse es, erstmals nach zwölf Jahren etwas länger in der Schweiz zu sein und Zeit mit meiner Familie und meinen sieben kleinen Neffen zu verbringen.»

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«Seit 35 Jahren machen wir Zirkus, Clownauftritte und Zeltvermietungen – und leben davon. Aktuell sind wir aber ziemlich zum Nichtstun gezwungen. Verschobenes und Abgesagtes dominiert unsere Agenda. Wir erhalten Kurzarbeitsentschädigung für unsere Mitarbeiter und vom Kulturamt etwas für die Ausfälle. Aber eigentlich wollen wir lieber ‹lustig machen›, auftreten und animieren – nicht Formulare ausfüllen.

Alle Figuren, die ich spiele, strahlen eine Leichtigkeit des Seins aus. Diese Leichtigkeit im Leben zu bewahren, ist gerade nicht so einfach. Für uns ist es eine Zeit im Zeichen des Eichhörnchens: Nüsschen sammeln, damit es durch den Winter reicht. Und kleine Brötchen backen.

Schön ist es, zu spüren, dass es auch Menschen gibt, die verstehen, dass unser Zirkus nicht einfach eingehen darf. Sonst wären wir ja, wenn es dann wieder möglich, ist nicht mehr da. Wir freuen uns sehr darauf – dann da zu sein, Freude zu verbreiten und Projekte zu leiten. Es muss und wird weitergehen.»

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«An einem Mittag im November rief meine Schwester, die im Spital arbeitet, zu Hause an – das ist unüblich. Ihr Coronatestergebnis sei positiv. Sofort informierte ich meine Lehrmeisterin und liess mich testen: positiv. Ich war überrascht, weil ich nur ein wenig Halsschmerzen hatte. Später kam der Geschmacksverlust hinzu. Zunächst versuchten meine Schwestern, meine Eltern und ich eine Maske zu tragen und im eigenen Zimmer zu bleiben, wo wir auch gegessen haben. Doch als meine Mutter erkrankte und mein Vater positiv getestet wurde, vernachlässigten wir diese Regeln. Wir sassen jeden Abend zusammen und spielten Spiele. Vermisst habe ich den Kontakt zu meinen Freunden. Es hat mich aber gefreut, dass viele Leute an uns gedacht haben, uns Essen schenkten oder mir Unterlagen von der Arbeit und der Schule brachten.»

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«Covid-19 hat einen starken Einfluss auf meinen Arbeitsalltag. Das Maskentragen erschwert die Arbeit mit den Kindern, schützt uns aber gleichzeitig und ermöglicht uns, den Krippenalltag Woche für Woche aufrechtzuerhalten und somit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Die Kinder haben sich rasch an die Masken gewöhnt. Ich stelle jedoch fest, dass sie meine Mimik weniger wahrnehmen und aufnehmen können. Ich brauche mehr Energie, um mit den Kindern zu kommunizieren.

Das Mittagessen nehmen wir nicht mit den Kindern ein. Das finde ich schade, weil das Gemeinschaftsgefühl verloren geht. Schön ist, dass das Team durch Covid-19 noch näher zusammengerückt ist. Wenn ein Teammitglied in Quarantäne muss, ist es für uns alle selbstverständlich, einzuspringen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern erlebe ich sehr gut, sie bringen uns viel Vertrauen entgegen und halten sich an das Schutzkonzept. Ich wünsche mir, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können.»

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«Covid-19 oder ‹Conora›, wie mein Sohn sagt, hat verschiedene Gesichter. Wir waren mitten im Umbau und hatten Küche und Provisorium am 29. Februar bereit für die Gäste. Zwei Wochen später kam der Lockdown. Die anfängliche Hoffnung, der Spuk sei schnell wieder vorbei, wich bald der Ernüchterung. Mein Team war hochmotiviert und hatte viele gute Ideen. Es war eine Chance, Neues auszuprobieren. Ich lernte meine Mitarbeiter von einer anderen Seite kennen, die Schlossfamilie wuchs zusammen. Die noch andauernde Sanierung gab viel Arbeit, trotzdem durfte ich die Abende mit meiner Frau und den drei Kindern verbringen. Diese Pandemie hatte auch schöne Gesichter. Sie zeigte aber auch ihre hässliche Fratze. Annulationen enttäuschter Brautpaare, Umsätze brachen weg, Existenzangst. In der zweiten Welle braucht es mehr Energie, das Positive zu sehen. Der Thurgauer Tourismuspreis für das Schloss Hagenwil hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Es tut gut, wird der Einsatz, den wir gemeinsam geben, geschätzt.»

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«Ich sah, dass sich die Menschen in vielen grösseren Städten via Facebook organisierten, um Hilfe zu koordinieren. Ich fand, dass es das in Aarburg auch geben soll. Innert knapp zwei Tagen setzten mein Mann und ich die Facebook-Seite auf, gestalteten die Flyer und das Logo. Die Reformierte Kirche Aarburg unterstützte das Projekt von Beginn an. Das Projekt ist ein Erfolg. Ich habe gesehen, wie hilfsbereit die Menschen sind. Ich selbst ging für drei ältere Personen einkaufen. Eine von ihnen sagte zu mir: ‹Seit Jahren ist das das Schönste, was mir passiert ist.› Diese Aussage berührte mich sehr. Gleichzeitig gaben mir solche Rückmeldungen auch die notwendige Kraft, das Projekt weiterzuführen. Wenn man etwas von Herzen macht, gibt das einem mehr Energie, als es einem nimmt. Jetzt wünsche ich mir, dass die Seite weiter besteht. Sie soll dazu dienen, dass die Menschen aus Aarburg ihre Fähigkeiten austauschen können und sich weiterhin gegenseitig unterstützen.»

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«Ich war gerade auf der Suche nach einer Zivildienst-Stelle und fand so zum Contact-Tracing bei der Lungenliga Zentralschweiz. Das passt perfekt – ich wollte nämlich unbedingt einen Job, bei dem man viel in den Austausch mit Leuten kommt. Meine Aufgabe ist es, Leute anzurufen, die positiv getestet wurden, oder die Kontakt mit einer positiven Person hatten. Unser Anruf kommt in der Regel aber nicht überraschend, da die Personen meist schon über die Situation im Bild sind. Wir klären sie darüber auf, wie sie sich in der Quarantäne oder in der Isolation genau verhalten sollen: Zum Beispiel dass man die eigenen vier Wände nicht verlassen und sich auch nicht im Garten aufhalten darf. Die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren ist zwar nicht unsere Aufgabe. Aber wenn wir einen Verdacht haben, können wir dies dem Kanton weitermelden. Die grosse Mehrheit der Leute verhält sich korrekt und ist dankbar, dass wir sie beraten und unterstützen. Es kommt vor, dass wir es mit Coronaskeptikern zu tun haben. Aber auch diese können wir meist schnell beruhigen und zusammen eine Lösung finden.»

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«Ich mag meine Arbeit sehr, doch wegen Corona ist die Lage manchmal angespannt. Wegen Angst vor Ansteckungen möchten viele Kunden nicht, dass wir für Beratungen zu ihnen nach Hause gehen. Die bisher komplizierteste Zeit war aber, als meine 19-jährige Schwester Chiara positiv auf Corona getestet wurde – und zwar völlig symptomfrei. Erkrankt war ihre Kollegin, getestet wurde Chiara aber nur, weil unsere Mutter darauf bestanden hatte. Meine Familie führt ein Pizza-Restaurant und Speisewagen. Eine unbemerkte Verbreitung des Virus musste auf jeden Fall verhindert werden. Nach dem positiven Test musste die ganze Familie zehn Tage lang zu Hause in Quarantäne bleiben. Da niemand Symptome entwickelte, wissen wir bis heute nicht, ob jemand das Virus hatte oder nicht.»

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«Die Musikgesellschaft Niederhelfenschwil war bereit für die Neuuniformierung, die sie mit einem Fünf-Tage-Fest vom 20. bis 24. Mai 2020 feiern wollte. Für mich als OK-Präsident und auch für alle OK-Mitglieder kam es dann ganz anders. Diese noch nie dagewesene Situation veranlasste uns am 18. März 2020 den Anlass auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Nur dank unserer Sponsoren, Gönner, und Festführerinserenten konnten die aufgelaufen Kosten gedeckt werden. Das ganze OK hat den Mut nicht verloren und wird, sobald es die Situation zulässt, diese Festtage durchführen. Ein grosses Dankeschön geht an alle, welche die vielen Vereine auch in dieser schwierigen Zeit weiterhin unterstützen.»

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«Die Coronakrise hat meine Branche schwer getroffen. Insbesondere freischaffende Künstlerinnen und Künstler sind existenziell bedroht. Von einem auf den anderen Tag erhielt ich ein Berufsverbot. Dank der Erwerbsersatzentschädigung, welche vielen Berufskolleginnen und Berufskollegen im Ausland übrigens verwehrt blieb, konnte ich meine Lebenskosten einigermassen decken. Die leeren Tage waren für mich sehr schwierig. Diverse unterstützende Gesten von Freunden, Verwandten und Bekannten haben mich in dieser Zeit gestärkt. Jetzt, in der zweiten Welle, darf ich arbeiten. Spontane Anfragen gehören zum Alltag. Doch bei keinem Projekt kann ich sicher sein, dass es auch tatsächlich stattfinden wird. Dies ist längerfristig sehr belastend. Im nächsten Jahr wurden bereits zahlreiche grössere Veranstaltungen abgesagt. Aus Unsicherheit warten viele Konzertveranstalter mit neuen Anfragen. Dies bringt meine Branche noch mehr ins Hintertreffen. Doch was wäre ein Leben ohne Musik? Es ist zu hoffen, dass diese Krise bald ein Ende nimmt und die Sprache der Seele wieder unbeschwert geteilt werden kann. Denn Kultur ist wichtig, ja lebenswichtig.»

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«Aufgrund der Pandemie wurde unser Hauslieferdienst viel stärker genutzt als je zuvor. Denn das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich geändert. Für uns war es eine Herausforderung, alle Kunden zu bedienen und gleichzeitig uns selbst sowie unsere Mitarbeiter zu schützen. Gemeinsam haben wir es aber geschafft und sind stolz darauf, so viele Kunden im Freiamt mit unseren frischen und regionalen Produkten beliefern zu dürfen. Dank der grösseren Nachfrage konnten wir vieles lernen und verstehen jetzt unsere Kunden besser. Deshalb liefern wir seit November auch alle Taschen persönlich aus, damit wir näher bei unseren Kunden sein können.»

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«Die Planung war ein ständiges Auf und Ab. Nach der Verlobung im November 2019 wollten wir Ende Februar 2020 alles aufgleisen. Dann kam Corona. Zunächst dachten wir, das betrifft uns nicht. Als aber der Lockdown ausgerufen wurde, waren wir im Tief und wollten die Hochzeit absagen. Doch wir hielten daran fest. Ende August war es dann so weit. Wir mussten damit rechnen, einen Teil der Gäste plötzlich wieder ausladen zu müssen. Eine Absage war aber keine Option mehr. Wer hätte uns garantiert, die Hochzeit 2021 durchführen zu können? Wir hatten schon so viel in die Planung gesteckt und waren voller Vorfreude. Natürlich haben einige Gäste abgesagt, dafür hatten wir vollstes Verständnis. Während der Hochzeit merkten wir aber nichts mehr vom Virus und feierten bis 5 Uhr morgens. Corona konnte uns unseren Hochzeitstag nicht vermiesen! Wir hatten Glück: Es erkrankte niemand und die Lage liess es zu, ein solches Fest zu feiern – hätten wir einen Monat später geheiratet, wäre alles anders gekommen.»

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«Mein grosses Problem: Als Covid-19 gekommen ist, sind sämtliche Veranstaltungen abgesagt worden. Von einem Tag auf den andern. Das Einreichen von Gesuchen für Ausfallentschädigungen ans Kulturamt ist ‹en huere Formularchrieg›. Die Entschädigungen stehen in keinem Verhältnis zum Schaden, der teilweise nur einen Drittel abdeckt. Diese Entschädigungen sind Ende Oktober eingestellt worden. Da im Moment niemand einen Anlass plant, bleibt meine Agenda leer. Ausserdem sind Vorstellungen im Theater auf maximal 50 Zuschauer beschränkt, was ebenfalls eine finanzielle Einbusse bedeutet. Im April haben wir eine Produktion auf Tele D gemacht. Die Zuschauer haben freiwillig einbezahlt, sie waren grosszügig. Persönlich habe ich die Kontakte stark heruntergeschraubt. Jetzt bin ich zu 50 Prozent als Contact-Tracer tätig. Es stimmt für mich. Wir reden mit den Leuten auf den Kontaktlisten, die in Quarantäne müssen. Wie sind sie eingerichtet? Wie kann man sie unterstützen? Infizierte wissen oft nicht, wo sie sich angesteckt haben. Wenn das Contact-Tracing ausläuft, bedeutet das auch, dass wir die Bühne wieder rauffahren könnten.»

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«Alles ging so schnell: die Bedrohung durch ein Virus, der Lockdown – landesweit angeordnet, die Schliessung der Oberstufenschule ‹Sproochbrugg› in Zuckenriet und somit auch der Bibliothek in diesem Gebäude. Es stellte sich mir die Frage: Bleibt die Bibliothek für unbestimmte Zeit geschlossen oder kann der Bibliotheksservice weitergeführt werden, und die Ansteckungsgefahr trotzdem so gering wie möglich gehalten werden. Nach reiflichen Überlegungen und Rücksprachen entstand die Idee der . Die Leserinnen und Leser ‹bestellten› ihre Medien mit einer Reservierung über den Onlinekatalog des Bibliotheksverbundes St.Gallen-Appenzell. Mittwochs verpackten wir die Bücher in Plastiksäcke und ordneten sie nach Wohnort und Strasse. Donnerstags brachten wir unsere Pakete zu den Briefkästen der Lieferadressen und nahmen die zu retournierenden Medien in Plastiksäcken zurück. Diese gingen in einen Keller in Quarantäne. So konnte die Distanz eingehalten und der direkte Kontakt vermieden werden. Schön war, dass wir online mit den Lesenden in regem Austausch bleiben konnten.»

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«Soziologen haben für die nächsten 100 Jahre Arbeit. Dies geht mir seit Beginn der ausserordentlichen Situation nicht mehr aus dem Kopf. Es ist absolut faszinierend zu beobachten, wie ich und mit mir mein ganzes Umfeld mit dem Virus umgehen. Von Panik über Verschwörungstheorien bis zu lässigem Pragmatismus ist so ziemlich alles dabei. Wie coronaverträglich bin ich? Wir werden gefordert – als Menschen wie auch als Unternehmer. Als Mensch interessiert es mich wesentlich mehr. Die Krise dauert an. Habe ich Geduld, Kraft und genügend Optimismus, um auch nach elf Monaten noch positive Gedanken zu haben? Ja, das habe ich. Das Jahr 2020 brachte uns eine unglaubliche Chance. Zu sehen, wer wir sind und wie wir mit uns umgehen. Mir gefällt's.»

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«Untergehen wollen wir nicht. Wir vier Frauen haben beschlossen, ein Café einzurichten und gemeinsam aufzubauen. Alle waren motiviert. Budget hatten wir keines, wir haben uns selber um alles gekümmert. Mit Schleifpaper und Pinsel haben wir uns ans Werk gemacht. Es hat super funktioniert, wir haben uns blind verstanden. Das hat unser Team noch stärker zusammengeschweisst. Unsere Familien haben uns mit Rat und Tat unterstützt.»

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«Die Idee kam mir, als ich im April einen evangelischen TV-Gottesdienst aus Deutschland schaute. Jemand erwähnte dort, er habe einem kleinen Geschäft eine Monatsmiete geschenkt. Genau das imponierte mir. Ich suchte ein Geschäft, das mir sympathisch erschien – und wurde in einer Papeterie in Kriens fündig. Ich bin dort zwar nicht regelmässiger Kunde und kannte auch die Inhaberin nicht persönlich. Doch ich wusste aus der Presse, dass sie eine mutige junge Frau ist. Denn sie hatte die Papeterie, die praktisch vor dem Aus stand, vor einigen Jahren übernommen. Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Deshalb habe ich ihr vorerst 40 Prozent einer Monatsmiete bezahlt. Sie fiel aus allen Wolken und war hoch erfreut. Ich kann nur andere ermutigen, ebenfalls ein Zeichen zu setzen und dem Kleingewerbe auf diese Art zu helfen.»

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«Februar 2020. Mein Jahr schien bereits durchgeplant: In vier Monaten Matura abgeschlossen, ein Praktikum bei der «Wiler Zeitung», gefolgt voneinem Sprachaufenthalt in Perth. Nur einen Monat später kam die Vorstellung eines perfekten Jahres ins Wanken. Die altbekannte Schule war vom einen Tag auf den anderen vorbei, der Abschluss wortwörtlich distanziert. Was ich nächstes Jahr mache? Bis Ende Juli lautete meine Antwort: «Einen Sprachaufenthalt in Australien. Hoffentlich.»

Die Ungewissheit blieb. Trotzdem kam ich dazu, ein Visum zu beantragen, das Verzweiflung und 500 Franken kostete. Kaum drei Wochen später war klar, dass mein Traum von Australien ein Traum bleiben wird. Immerhin der Sprachaufenthalt war noch möglich, der mich schlussendlich nach London trieb – angefangen mit einer zweiwöchiger Quarantäne zu zweit auf engem Raum und einem Corona-Selbsttest. Doch gerade wegen diesen ungewöhnlichen Umständen war mir alles recht – selbst ein erneuter Lockdown konnte mir nichts mehr anhaben.»

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«Im Lockdown habe ich alle Gemeindemitglieder ab 65 Jahren angerufen. Das waren täglich 10 bis 15. Bei rund 100 Personen musste ich die Zeit aber auf eine halbe Stunde beschränken und längere Gespräche abbrechen, obwohl einige Frauen und Männer am liebsten weitergeredet hätten. Weil viele ältere Personen nicht anderweitig vernetzt sind – also weder E-Mail noch Whatsapp nutzen – war das gute alte Telefon auf einmal von grosser Bedeutung. Ende April war ich in der Mitte der zweiten Runde, als die Selbstisolation bei einigen Personen erste psychische Probleme ausgelöst hat. Auf diese konnte ich durch den Telefonhörer seelsorgerisch etwas Einfluss nehmen. Die Einsamkeit ist aber nicht zu unterschätzen: Es gibt tatsächlich Leute, die mir im zweiten Gespräch mitteilten, es habe sich seit meinem letzten Anruf niemand mehr bei ihnen gemeldet.»

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«Das Coronavirus setzte unserer mehrmonatigen Reise um die Welt im Frühling ein jähes Ende. An Bord brach die Pandemie aus und die Behörden von Australien wollten das Kreuzfahrtschiff nicht in den Hafen bei Perth einlaufen lassen. Die Passagiere durften ihre Kabinen nicht verlassen und Schwerkranke wurden auf Bahren von Bord gehievt. Das war schon ein unheimlicher Anblick. Die Australier liessen sich nach Verhandlungen mit der Schiffsbesatzung dann doch erweichen, wir konnten von Bord und heimfliegen. Die Reise war wirklich toll, bis das Virus kam. Wir haben viel gesehen und erlebt. Wir mussten uns nach der Rückkehr zwei Wochen unter Heimquarantäne begeben, durften das Haus nicht verlassen und niemanden empfangen. Unseren Sohn und unsere Tochter mit ihren Familien durften wir nicht in die Arme schliessen, sondern ihnen nur vom Balkon aus zuwinken. Das war hart.»

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«Das Coronavirus hat uns von heute auf morgen vor eine spezielle Situation gestellt. Mitarbeitende, die zur Risikogruppe gehören, machen keine Hausbesuche mehr – das hat das Planen von Einsätzen über den Haufen geworfen. Patientinnen und Patienten, die erkrankt sind, werden im Schutzanzug besucht – wobei das bisher nur in Einzelfällen vorgekommen ist. Ansonsten wird bei Hausbesuchen eine Maske getragen, Abstände können bei der Pflege kaum eingehalten werden – das haben unsere Mitarbeitenden aber sehr gut umgesetzt.»

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«Ich gehe nun schon seit 47 Jahren in Luthern Bad auf die Jagd, sie ist meine grosse Leidenschaft. Doch eine solche Situation habe ich noch nie erlebt. An der Jagd selber ändert sich zwar kaum etwas, doch die Kameradschaft fehlt mir sehr. Für gewöhnlich singen oder jodeln wir Jäger jeweils am Mittag und am Abend zusammen, das dürfen wir jetzt aber nicht. Das Mittagessen nehmen wir im Freien zu uns, zum Glück waren die Temperaturen bis jetzt angenehm. Den Abend haben wir in den letzten Jahren immer zusammen ausklingen lassen. Da wurde gelacht, ein Schnaps genommen, und wir liessen den Tag Revue passieren. Es wurde manchmal schon ein bisschen spät. Jetzt fahren aber alle nach der Jagd gleich nach Hause. Trotzdem staune ich, dass wir trotz Corona die Situation gut meistern können. Das Schutzkonzept funktioniert. Und schlussendlich bin ich einfach froh, dass ich trotzdem noch auf die Jagd gehen kann.»

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«Seit ich mein Geschäft nach dem Lockdown wieder geöffnet habe, läuft es ziemlich gut. Die Menschen haben während der Pandemie mehr Zeit, kreativ zu sein, und brauchen nun im Hinblick auf Weihnachten viel Material für ihre Geschenke. Insofern hat Corona für mich bisher keine grossen Nachteil dargestellt und auch keine grossen Einbussen verursacht. Da ich das Geschäft aber erst vor einem Jahr eröffnet habe, fehlen mir Vergleichszahlen. Die Einschränkungen, welche die Coronamassnahmen mit sich bringen, sind für mich derweil nicht so gross. Einzig Farb- und Stilberatungskurse, die wir im Sommer angeboten haben, sind seit der Verschärfung der Massnahmen alle abgesagt und bis auf weiteres auch nicht geplant. Ist Corona einmal vorbei, freue ich mich darauf, diese Anlässe wieder durchführen, ohne Maske zu bedienen und die Kundinnen und Kunden wieder auf Anhieb zu erkennen.»

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«Unser neues Stück ist speziell auf die Coronasituation adaptiert: Alle darstellenden Personen treten separiert voneinander in Plexiglas-Boxen auf. Das Publikum wandert in Gruppen à zehn Personen von Box zu Box und erlebt eine zehnminütige Einlage. Überraschenderweise gibt das dem einzelnen Schauspieler viel mehr Freiheit. Wir müssen uns weniger an den anderen orientieren und können uns selbst mehr ausdrücken.»

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«Während der ersten Welle hatten wir etwa acht oder neun Covid-19-Patienten gleichzeitig. Das war sehr anstrengend. Denn für die Pflege dieser Patienten mussten wir immer in plastifizierte Anzüge schlüpfen. Mit der Zeit wird es sehr heiss dort drin, man wird patschnass – es war sehr ermüdend. Das ist aber nicht so schlimm. Schlimmer ist, wie abhängig wir vom Material sind. Wir mussten teilweise sehr sparsam damit umgehen. Covid-19-Patienten bleiben fast alle einen Monat auf der Intensivpflegestation. Das ist eine lange Zeit und die Bettenkapazität schwindet, das ist besorgniserregend. Krass fand ich, dass all die Patienten, die wir normalerweise auf der IPS pflegen, während ein bis zwei Monate einfach nicht mehr da waren. Wo sie geblieben sind, weiss ich auch nicht. Im November habe ich die Stelle gewechselt. Derzeit soll es auf der Intensivpflegestation noch schlimmer sein, denn viele Mitarbeiter sind selber erkrankt und fallen aus – und es ist kein Ende in Sicht.»

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«Es ist schön zu sehen, dass trotz aller notwendigen Massnahmen Kunden in unseren Laden kommen. Ich sehe dies nicht als selbstverständlich an. Die Maskenpflicht im Laden habe ich schon vor dem Obligatorium freiwillig eingeführt, da ich es für besser halte. Man muss ja nicht immer warten, bis man eine Direktive von oben erhält. Unsere Lehrtochter ist in ihren Ferien positiv auf Covid-19 getestet worden. Ich denke, das war unser Glück, denn so mussten wir nicht gleich allesamt in Quarantäne. Für mich war es aber auch ein Zeichen, noch vorsichtiger zu sein. Auch in meiner Familie halten wir uns an die Regeln. Wir treffen uns kaum noch mit jemandem, dafür haben wir auch mehr Zeit für einander. Nur als Gesellschaft schaffen wir es aus dieser Krise. Jeder einzelne muss sich ein bisschen zurückhalten. Wir müssen Sorge tragen zu uns und zu unseren Mitmenschen, einen weiteren Lockdown verträgt die Gesellschaft und die Wirtschaft nicht.»

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«Ich besuchte während der Herbstferien ein Lager. Dort wurde eine Person positiv getestet und nach Hause geschickt. Ich selber verbrachte eine Woche in Quarantäne, ohne Symptome zu haben. Der Kantonsarzt erlaubte mir, nach den Ferien wieder zur Schule zu gehen. Doch noch am ersten Tag traten allmählich merkwürdige Symptome auf: Mein Gesicht schwoll an, Nase und Kopf schmerzten. Am nächsten Tag wurde ich positiv getestet.

Grundsätzlich habe ich mental mehr unter der Krankheit gelitten als physisch. Einerseits war ich schockiert und fragte mich, was nun mit mir passieren würde. Andererseits machte ich mir Sorgen, dass ich jemanden angesteckt haben könnte. Auch zeigten die Menschen in meinem Umfeld teilweise wenig Verständnis, setzten mich unter Druck und machten mir Vorwürfe, weil ich nach den Ferien einen Tag lang in der Schule war. Manche Leute waren böse, weil ich sie beim Contact-Tracing angegeben hatte. Ich glaube, Angst macht dumm. Man denkt nicht mehr klar. Letztlich stellte sich heraus, dass ich niemanden angesteckt hatte – zum Glück.»

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«Corona hat mich langsam, aber umso heftiger erwischt. In den ersten beiden Tagen hatte ich kaum Symptome, ab dem dritten Tag aber extreme Kopfschmerzen und über 38 Grad Fieber. Ich lag während zwölf Tagen völlig erschöpft und in Isolation zu Hause im Bett. Nach ein paar Tagen muss man aufpassen, dass man vor lauter Einsamkeit nicht beginnt, mit seinem eigenen Spiegelbild zu reden. Ich hatte von Anfang an Respekt vor dem Virus. Doch seit ich diese Krankheit am eigenen Leib erfahren habe, kann ich Menschen, die auf der Strasse gegen Masken und die Massnahmen des Bundesrates demonstrieren, noch viel weniger verstehen.»

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«Ich stellte mir meinen Abstecher an die Universität von Oklahoma anders vor, wollte in den USA sportlich und persönlich profitieren und zu einer einzigartigen Erfahrung kommen. Doch wegen Corona finden die Vorlesungen an der Uni ausschliesslich online statt. Die Leichtathletiktrainings sind zwar real, aber werden unter strengen Sicherheitsmassnahmen abgehalten. Wir sind dort eine Gruppe von sieben Stabspringern. Meistens trainieren aber nur drei Athleten miteinander. Darüber hinaus beschränken sich die Kontakte auf die WG- und Trainingspartnerinnen. Das Leben ist ziemlich einsam so. Das bedrückt. Weil sich die Sportanlagen in Gehdistanz zur Studentenwohnung befinden, ist mein Radius arg limitiert. Ich vermisse die Familie, die Freunde und die persönlicheren Kontakte. Vor allem die Wochenenden sind einsam und ohne Inhalt.»

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«In diesen schwierigen Zeiten gehört es zu unserer Verantwortung, das Wohlbefinden der Menschen stark zu gewichten. Corona verlangt eine Haltung. Anfangs von Unsicherheit geprägt, versuche ich jetzt, den Menschen Zuversicht zu vermitteln. Ich war als Diakon mit den negativen Seiten der Pandemie konfrontiert: Angst, Einsamkeit, Suchtmittelmissbrauch, Familienstreit. Ich stelle vermehrt einen Wandel fest: Die Menschen nehmen Mitmenschen und Umwelt mehr wahr und die Entschleunigung tut ihnen gut.

Bei Regierung, Wirtschaft und Gesellschaft zählt das Geld. Wo aber bleibt die Wertschätzung des Menschen? ‹Es sterben ja nur die Alten›, solche Aussagen machen mich wütend. Waren es nicht sie, denen wir den Wohlstand verdanken?

Ich habe meinen Nachrichtenkonsum eingeschränkt, meide den Kontakt mit negativen Menschen und Verschwörungstheoretikern – und halte mich an Gott. Ich glaube, dass persönliche und gesellschaftliche Werte eine neue Dimension erhalten. Wollen wir als Kirche relevanter Bestandteil der Gesellschaft sein, müssen wir uns diese Werte zu eigen machen.»

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«Ich betreue einen 20-jährigen Mann mit geistiger Behinderung sowie einen 30-jährigen Autisten bei mir zu Hause. Der Jüngere hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bedeutete, dass wir alle drei in Quarantäne mussten. Für die beiden jungen Männer war das sehr schwierig zu verstehen. Ich musste den ganzen Tag darauf achten, dass sie nicht aneinander geraten und Abstand halten. Vor allem vom Autisten geht ein hohes Gewaltrisiko aus, wenn er mit der Umwelt überfordert ist. Trotzdem haben wir das alle drei gut gemeistert. Die Quarantäne war aber harmlos im Vergleich zu diesem Ereignis: Während des Lockdowns im Frühling durfte ich meine sterbende Mutter nicht besuchen. Dies war der Horror für mich.»

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«Dieses Jahr ist einfach nur brutal. Corona hat uns einen weiteren Tiefschlag versetzt. Durch den Lockdown sind im Frühling unsere stärksten Monate weggebrochen. Und nun können wir auch keine Veranstaltungen im Winter durchführen, um Reserven für den Park zu bilden. Die Abhängigkeit von Spenden bin ich nicht gewohnt, in den fünf Jahren zuvor lief der Park immer gut; wir konnten ihn ständig erweitern. Noch einmal möchte ich ungern auf die Solidarität zurückgreifen. Im schlimmsten Fall, wenn es wirklich nicht mehr anders geht, mache ich den Park zu und betreibe nur noch Artenschutz, um Lohnkosten einzusparen. Aber ich versuche, zuversichtlich zu bleiben. Momentan bleibt mir auch gar nichts anderes übrig.»

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«Die Maske kann bei längerem Tragen durch die Reibung auf der Gesichtshaut zu Irritationen mit Störungen der Hautbarriere führen. Für die Hautinfektionen unter der Maske gibt es mittlerweile sogar einen eigenen Begriff: ‹MASKNE› – zusammengesetzt aus Maske und Akne. Um die Talgproduktion zu reduzieren, sind Pflegeprodukte mit Vitamin A empfehlenswert. Wer nun häufig Maske tragen muss, sollte seine Haut gut mit einer leicht desinfizierenden Seife reinigen. Man sollte auf eine Hautpflege achten, die zum eigenen Hauttyp passt. Wer also eher fettige Haut hat, sollte auf eine fettige Crème verzichten, damit die Poren nicht verstopfen. Frauen können Make-up tragen, sollten jedoch eher ein leichtes wählen, um die Haut nicht zu sehr zu strapazieren.»

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«Für mich war sofort klar, dass ich helfen will. In der jetzigen Situation ist die Hilfe von allen gefragt, die eine Möglichkeit zur Hilfe sehen. Egoismus ist fehl am Platz. Gerade weil wir nicht wissen, was kommt, müssen wir einander unterstützen. Insgesamt sind in Subingen rund 40 Helferinnen und Helfer einsatzbereit. Sie zu finden war eine einfache Aufgabe: Viele haben sich bei mir direkt gemeldet, noch mehr auf der Gemeindeverwaltung. Ich glaube, das ist das Schöne im Elend. Es greift eine Solidarität, die wir sonst im normalen Alltag nicht spüren.»

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«Als wir im Frühling von einem Tag auf den anderen schliessen mussten, haben wir viele Lebensmittel verschenkt. So konnten wir mit Salatsaucen und selbstgemachter Glace den Leuten eine Freude machen. Während des Lockdown hatte ich so viel freie Zeit wie noch nie. Das war ungewohnt. Wir räumten den Estrich und arbeiteten viel im Garten. Meine Frau und ich gingen häufig in die Natur, genossen dabei ein Picknick und machten uns Gedanken zur Zukunft des Betriebs. Während des Lockdown entschieden wir, die Gartenwirtschaft zu vergrössern. Das hat sich gelohnt. Es war eine riesige Freude, als wir den «Hirschen» wieder öffnen durften und die Gäste zurückkehrten. Viele genossen es, wieder einzukehren und zeigten uns auch ihre Freude. Das hat mich berührt. Es ist schwierig, langfristig zu planen – zum Beispiel Spezialitätenwochen. Die Situation erfordert Flexibilität. Wir müssen wohl noch lange mit dem Virus leben. Momentan kaufe ich Lebensmittel eher defensiv ein, falls wir erneut schliessen müssen.»

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«So wie sich die Situation im Tessin und im Ausland entwickelt hat, war davon auszugehen, dass die gleichen Massnahmen in der Schweiz folgen werden. Doch als der Bundesrat diese dann tatsächlich aussprach und die Gaststätten schloss, musste ich weinen. Aber ich fasste mich schnell wieder. Denn in so einer Situation kommt die Macherin in mir zum Vorschein. Wir stellten einen Lieferdienst und einen Take-away-Service auf die Beine. Manchmal half auch mein Sohn. Er ist Fahrlehrer und durfte im Lockdown nicht arbeiten. Für uns war das praktisch, da er sich im Limmattal gut auskennt und Bescheid weiss, wo es Umleitungen gibt. Wir spürten im Lockdown sehr viel Solidarität. Bei einer Lieferung hat mir jemand sogar einen Strauss Rosen vor die Tür gestellt. Das war so herzig, ich habe mich sehr gefreut.»

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«Der erste Tag des Lockdowns war geradezu erschreckend: Ich war mitten in der Rushhour vom Verkehrshaus Richtung Innenstadt unterwegs. In meinem Bus sass ein einziger Fahrgast, die Strasse war leer. Das ist mir schon massiv eingefahren. Jetzt, in der zweiten Welle, ist es anders. Die Busse sind wieder voller als noch im Frühling. Aber trotzdem fehlt der Kontakt mit den Menschen: Niemand darf aktuell vorne einsteigen, auch die vordersten Sitze bleiben aus Sicherheitsgründen leer. Neuerdings haben wir als zusätzlichen Schutz für die Mitarbeitenden auch noch eine Scheibe bei der Führerkabine. Die kleinen Gespräche mit den Fahrgästen fehlen – man hat da jeweils viele schöne und auch traurige Geschichten erfahren. Heute trauen sich die Leute kaum noch, den Chauffeur anzusprechen. Generell machen die Leute aber das beste aus der Situation. 99 Prozent der Fahrgäste tragen eine Maske – da möchte ich ihnen wirklich ein Riesenkompliment machen!»

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«Wir stehen vor grosser Ungewissheit. Bei uns hat man bereits gestern nur noch in Notfällen betreut, konkret acht Kinder von Spital- oder Polizeimitarbeitenden. Die Notfallbetreuung kann man zwar verrechnen – Kitas nehmen dadurch aber viel weniger ein als im normalen Betrieb. Viele Kitas leben von Monat zu Monat. Können sie über längere Zeit keine Rechnung mehr stellen, können sie auch keine Löhne mehr zahlen. Der Verband fordert nun finanzielle Unterstützung vom Kanton, denn ich bin mir sicher: Wenn die Wirtschaft wieder anläuft, braucht es uns.»

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«Vor wenigen Wochen konnte ich wieder mit dem Lauftraining anfangen, nachdem ich am 20. Oktober positiv auf Covid-19 getestet wurde. Nebst den bekannten Symptomen und einer Abwesenheit an meinem Arbeitsplatz als Primarlehrer hiess das: fünfeinhalb Wochen keine Bewegung. Ich weiss nicht, wann ich zuletzt eine solch lange Pause gemacht habe, es muss an die zehn Jahre her sein. Momentan trainiere ich zwar nur moderat, merke aber, dass ich wieder besser in Form komme. Auch wenn doch noch einiges fehlt, bis ich wieder bei 100 Prozent bin. Allerdings wurden die meisten Läufe abgesagt und ich plane so oder so, erst im kommenden Frühling oder Sommer wieder wettkampfmässig zu laufen. So gesehen habe ich noch genug Zeit, mich vorzubereiten und werde sicher nichts überstürzen.»

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«Nach der ersten Eingewöhnungszeit ist bei uns schnell einmal der Alltag eingekehrt. Morgens war immer Hausaufgabenzeit, nachmittags haben wir das Velofahren wiederentdeckt. Fortan haben wir unsere Umgebung erkundet, auf dem Bauernhof eingekauft oder waren im Wald unterwegs. Die Kinder haben oft beim Kochen mitgeholfen und auch andere Alltagsaufgaben erledigt. Diese Familienzeit haben wir sehr genossen.»

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«Seit dem Ausbruch der Coronapandemie ist nichts mehr so wie früher, das mussten viele Menschen teils schmerzhaft erfahren. Sei es aus gesundheitlichen Gründen oder aber, weil sie in ihrer Existenz bedroht sind. Das Virus hat auch mein letztes Amtsjahr sehr geprägt.

Die Erfahrung der neu gewonnenen Ruhe hat zwar auch meiner Seele gutgetan und hat dazu geführt, dass eine Entschleunigung stattgefunden hat. Auf der anderen Seite macht mich die Pandemie auch sehr nachdenklich und die vielen Schicksale, auch solche in unserer Gemeinde, beschäftigen mich sehr. Ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen, deshalb hätte ich mich gerne ganz persönlich und im grösseren Rahmen von ihnen verabschiedet. Leider wird dies nicht möglich sein.

Letztlich überwiegt die Dankbarkeit, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, so vielen verschiedenen und interessanten Menschen zu begegnen, um die Geschicke der Gemeinde Ebnat-Kappel zu leiten.»

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«Ich bin alleinerziehende Mutter eines 17-jährigen Sohnes und habe mich bei Caritas Aargau in Baden gemeldet, weil ich nicht mehr weiter wusste. Nach dem Lockdown am 13. März musste ich meinen kleinen Laden, den ich in Zürich führe und der mich und meinen Sohn bis anhin knapp über Wasser hielt, geschlossen halten. Damit ist mir die Existenzgrundlage weggebrochen. Ich habe mich noch nie in einer schlimmeren Situation befunden. Da ich nur wenig Deutsch spreche, bin ich froh, habe ich bei der Caritas Aargau schnell administrative und auch moralische Unterstützung erhalten. Ich schäme mich nicht, Hilfe geholt zu haben. Das Schöne an der Schweiz ist doch, dass man nie alleine gelassen wird.»

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«Im März war schnell klar, dass ich meine 17. Spielzeit nicht im April starten kann. Alle Personen, die schon Plätze reserviert hatten, mussten wir persönlich kontaktieren. Ende Mai kam dann die Meldung, dass wir wieder spielen dürfen. Zwei Tage später stellten wir im Eilzugstempo die Container und das Zelt. Am 10. Juni erfolgte der Saisonstart mit Philipp Fankhauser. Die Vorstellung war ausverkauft.

Ich bin froh, durfte ich bis am Saisonende im Oktober immerhin über 40 Anlässe durchführen – mit Schutzkonzept und ohne nachgewiesene Infektionen. Dann hatte ich nebst sehr viel Pech und einer finanziell alles andere als lukrativen Saison auch Glück. Kurz nachdem wir alles abgebaut hatten, brach die zweite Welle so richtig heftig über die Schweiz herein und es wurden noch einschneidendere Massnahmen verhängt. Sicher immer zu Recht. So kam ich mit einem dunkelblauen Auge davon und hoffe, dass Ende April 2021 meine 18. Saison starten kann – wie auch immer. Auf die Kultur, die uns so guttut.»

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«Mein Mann Franz und ich führen das Reisebüro Mondial seit 35 Jahren. Der Lockdown war ein harter Einschnitt. Wir waren nur noch mit Annullierungen und Umbuchungen beschäftigt. Stand heute verzeichnen wir einige wenige Neubuchungen. Unsere Mitarbeiterin ist seit März in Kurzarbeit. Wir sind sogenannte Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und haben den Minimalbetrag von 3320 Franken monatlich pro Person zugesprochen erhalten – allerdings nur für April und Mai. Unser Umsatz ist um fast 80 Prozent eingebrochen. Bis jetzt kommen wir über die Runden. Wir beziehen seit Juni keine Löhne mehr und leben von den privaten Reserven, damit die Firma nicht belastet wird. Wir sind zuversichtlich, dass die Reisebüros nach Abflauen der Krise wieder gefragt und geschätzt sein werden. Bis dahin ist die staatliche Hilfe ein willkommener Weg. Bei der Härtefallregelung nützen Kredite wenig, denn eine Rückzahlung innert nützlicher Frist ist schwierig. A-fonds-perdu-Beiträge sind für unsere Branche das einzig Richtige.»

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«Als wir den Adler am 21. August eröffneten, lief es trotz Corona die ersten Wochen sehr gut. Aber den 19. Oktober habe ich als den schwarzen Montag in meinem Kalender verbucht. Bis dahin war mein Reservationsbuch voll, ab diesem Tag aber hagelte es Absagen. Reservierungen, Vereinsanlässe, Vorausbuchungen für Weihnachtsessen – alles gestrichen. So hatten wir im November nur rund 25 Prozent des Umsatzes vom September. Trotzdem habe ich den Schritt, mich in der Gastronomie mit dem ‹Adler› als erstes eigenes Lokal selbstständig zu machen, nicht bereut. Es kommen ja auch wieder bessere Zeiten.»

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«Wir haben, so glaube ich, eine gute Kompromisslösung gefunden. Es ist ein Balanceakt: Zum einen wollen wir die Sicherheit der Zuschauer gewährleisten, zum anderen wollen wir aber auch nicht den Charme der Sommerfilme zerstören. Früher war alles viel spontaner und es gab auch keine Sitznummern. Heute sind wir froh, wenn die Leute ihr Ticket im Vorverkauf kaufen, damit keine langen Schlangen an der Abendkasse entstehen. Aber das Durchführen des Festivals war klar ein Herzensentscheid. Es gibt keinen richtigen Kinosommer ohne die Sommerfilmtage. Im besten Fall schreiben wir eine schwarze Null am Ende, aber uns geht es nicht ums Finanzielle. Unsere Stammgäste sind auch glücklich über den Entscheid.»

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«Mit einem vielversprechenden Geschäftsjahr 2020, mit vollen Auftragsbüchern, wurde der Veranstaltungstechnik-Branche mit Beginn der Pandemie ein Berufsverbot auferlegt, das uns faktisch bis heute vorliegt. Leider waren die im Vorjahr getätigten grösseren Investitionen somit nicht sinnvoll.

Es ist ein Überlebenskampf. Eigentlich sollten uns auch die versprochenen Hilfen unterstützen. Die hohen Hürden und Sanktionen sind für unser Kleinunternehmen jedoch leider nicht hilfreich. Und trotzdem heisst es durchhalten und nach vorne schauen. Neue Events und Veranstaltungen planen. Sich trauen, in die neue Normalität zu gehen. Unsere Branche ist nicht tot, sie wurde nur stillgelegt. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Irgendwann geht's weiter.

Nun hoffen wir alle auf die Impfung. Wir hoffen, dass diese die Wende bringt. Bis dahin machen wir alles Unmögliche möglich. Und wir nehmen den Bundesrat beim Wort: ‹Wir lassen euch nicht im Stich. Der Bundesrat kümmert sich um euch.›»

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«Masken hinterlassen bei einem Vollbart einen unschönen Abdruck. Ich habe darum meinen gestutzt. Es ist viel angenehmer. So ist auch der Schutz besser gewährleistet. Die Pflege mit einem Bart-Öl ist jetzt noch wichtiger, sonst wird der Bart struppig. Und: Man muss sich unbedingt die Hände desinfizieren, bevor man seinen Bart unterwegs stylt.»

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«Die erste Erinnerung nach einem Monat im künstlichen Koma ist der grosse Durst. Und eine Minute fühlte sich an wie eine Stunde. Als ich merkte, dass ich meine Hand keine zwei Zentimeter weit bewegen konnte, dachte ich, das Leben ist zu Ende. An die Zeit im Koma kann ich mich nicht erinnern, höchstens an eine Art Ozeanwellen. Aber mein Unterbewusstsein hat sicher registriert, dass mir mein Sohn und meine Tochter an Videokonferenzen sagten, dass ich kämpfen solle und dass sie mich sehr liebten. Das hat das Personal auf der Intensivstation ermöglicht. Man konnte meinen Kindern nicht sagen, ob ich es schaffen würde.

Es hatte mich wie aus dem Nichts getroffen. Am Samstagmorgen hatte ich Fieber, am Abend musste ich auf den Notfall. Zwei Tage später wurde ich intubiert. Ich hatte das Gefühl, zu ersticken. Sieben Tage, nachdem ich aus dem Koma erwacht war, konnte ich vier Sekunden lang auf den Beinen stehen. Nach 45 Tagen im Spital kam ich in die Zürcher Rehaklinik Wald. Es kommt mir vor, als wäre ich von einer anderen Welt zurückgekommen. Ich freue mich sehr über das Leben.»

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«Es war eine gewisse Panik vor einer Geldentwertung oder einem Zerfall des Finanzsystems feststellbar, weshalb die Nachfrage nach Gold im Lockdown enorm stieg. Wir könnten verkaufen wie die Weltmeister. Aber die grosse Nachfrage und der nur sehr eingeschränkt mögliche Neuankauf würden über kurz oder lang unsere Eigenvorräte vernichten. In unserer Branche, das zeigt die Geschichte, gibt es immer wieder mal eine Krise. Damit lebt man und dafür haben wir auch vorgesorgt.»

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«Im März, während der ersten Coronawelle, infizierte ich mich mit dem Coronavirus. Es folgte ein langer und schwerer Krankheitsverlauf. Ich verbrachte insgesamt 30 Tage im Spital – darunter zwölf Tage auf der Intensivstation. Ich wurde künstlich beatmet und mittels Magensonde ernährt. Das Virus führte bei mir zu starker Verwirrtheit. Dies ging so weit, dass ich Träume für echt hielt. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt im Kantonsspital Uri wurde ich in die neurologische Abteilung des Luzerner Kantonsspitals verlegt. Angst war bei mir nie ein Thema gewesen. Hätte ich sterben müssen, dann hätte ich dies akzeptiert – ich hatte ein schönes Leben. Heute geht es mir wieder ausgezeichnet, ich habe mich von der Krankheit erholt. Dies ist für mich nicht selbstverständlich. Zu Beginn fühlte ich mich sehr schwach und ich habe insgesamt 14 Kilogramm abgenommen. Seit meiner Genesung hat sich meine grundsätzliche Einstellung zum Leben verändert – vieles schätze ich noch mehr als je zuvor.»

«Die erste Erinnerung nach einem Monat im künstlichen Koma ist der grosse Durst. Und eine Minute fühlte sich an wie eine Stunde. Als ich merkte, dass ich meine Hand keine zwei Zentimeter weit bewegen konnte, dachte ich, das Leben ist zu Ende. An die Zeit im Koma kann ich mich nicht erinnern, höchstens an eine Art Ozeanwellen. Aber mein Unterbewusstsein hat sicher registriert, dass mir mein Sohn und meine Tochter an Videokonferenzen sagten, dass ich kämpfen solle und dass sie mich sehr liebten. Das hat das Personal auf der Intensivstation ermöglicht. Man konnte meinen Kindern nicht sagen, ob ich es schaffen würde.

Es hatte mich wie aus dem Nichts getroffen. Am Samstagmorgen hatte ich Fieber, am Abend musste ich auf den Notfall. Zwei Tage später wurde ich intubiert. Ich hatte das Gefühl, zu ersticken. Sieben Tage, nachdem ich aus dem Koma erwacht war, konnte ich vier Sekunden lang auf den Beinen stehen. Nach 45 Tagen im Spital kam ich in die Zürcher Rehaklinik Wald. Es kommt mir vor, als wäre ich von einer anderen Welt zurückgekommen. Ich freue mich sehr über das Leben.»

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«Wo finden wir ein Publikum, während Corona die Theaterberufe abschafft? Ich biete drei Antworten an:

1. Im Gottesdienst, der letzten erlaubten Form von Kultur. Nicht beten, sondern die Gemeinde suchen, die aus alten Leuten besteht, die zu Hause mit Überleben beschäftigt sind. Sie also nicht finden, wieder gehen.

2. Draussen realisieren, dass ehemaliges Publikum zu Spielern wurde, allerdings schwachen: Es gibt nur melodramatische Figuren, Gut und Böse, Opportunisten und Covidioten.

3. Also doch beten: Dass die Alten bis zur Wiedereröffnung nicht an kultureller Vertrocknung und Einsamkeit verenden. Und der Politik danken, dass sie - wenn schon nicht den Kulturbetrieb - doch 90 Prozent des Publikums retten will.»

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«In der ersten Welle war es faktisch eine Betriebseinstellung. Wir mussten aufgrund finanzieller Einbussen einen Kredit in Höhe von 500'000 Franken aufnehmen und hofften auf eine Verbesserung des Geschäfts ab Wiedereröffnung der Grenzen. Doch durch die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln kam die Angst bei den Leuten wieder zurück; wir haben momentan nur zehn Prozent der üblichen Buchungen. Bereits jetzt ist die Situation hochdramatisch. Man macht sich ernsthafte Gedanken um die Existenzfähigkeit. Es ist ganz klar, dass viele Reisefirmen und Reisebüros in dieser Zeit verschwinden werden.»

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«Meine Familie und ich wollten während des Lockdowns im Frühling den Menschen irgendwie helfen. Meine Kinder wollten zuerst für ältere und vorerkrankte Personen Einkäufe erledigen. Weil wir jedoch erst seit knapp drei Jahren wegen meines Mannes in der Schweiz leben und meine Kinder da noch in die International School gingen, konnten sie leider noch nicht so gut Deutsch, sondern Französisch und Englisch. Das Verständigungsproblem war eine Hürde. Im Gegenzug habe ich dann begonnen zu backen und zu kochen, was mich schon immer begeistert hat. Wir haben in der Nachbarschaft mit kleinen Zetteln dafür Werbung gemacht. Die Nachfrage war sofort da und wurde immer grösser. Mittlerweile bereite ich täglich Essen auf Bestellung zu. Deswegen beschloss ich, meine eigene Firma zu gründen. Unter dem Label ‹Happynomie›, zusammengesetzt aus den Wörtern Happiness und Gastronomie. So biete ich meine Kochkünste seit Mai als Vollzeitköchin auf Bestellung an.»