1 Virus – 100 Schicksale
«Ich habe mir eine Maske aus meiner alten Bettwäsche genäht»: Andrea Büchel (35) aus Romanshorn führt ein Reisebüro auf Kuba

Die Pandemie hat ihre Branche lahmgelegt und zwingt die Tourismusfachfrau zu einer Zwangspause. Das Schöne dabei: Erstmals seit zwölf Jahren bleibt Andrea Büchel etwas länger in der Schweiz und geniesst die Zeit mit ihrer Familie.

Annina Flaig
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Andrea Büchel lebt seit zwölf Jahren auf Kuba.

Andrea Büchel lebt seit zwölf Jahren auf Kuba.

Bild: PD

«Ich bin vor zwölf Jahren nach Kuba ausgewandert. Dort führe ich mein eigenes Reisebüro. Der internationale Tourismus ist seit März komplett zusammengebrochen. So hatte ich im November eine Umsatzeinbusse von 99,6 Prozent. In Kuba leidet das ganze Land, wenn der Tourismus am Boden ist. Denn jeder Kleinunternehmer – vom Fruchtverkäufer bis zum Töpfer – ist irgendwie vom Tourismus abhängig. Das Einhalten der Hygienemassnahmen erfordert auf der Insel kreative Köpfe. Beispielsweise gibt es kaum Masken. Deshalb näht sich jeder seine Maske selbst aus alten Vorhängen, Leintüchern oder was sich sonst dazu eignet. Ich habe mir eine Maske aus meiner alten Bettwäsche genäht. Weil ich auf Kuba momentan keine Arbeit habe, bin ich seit Ende Oktober in der Schweiz. Das Ganze hat für mich auch etwas Schönes: Ich geniesse es, erstmals nach zwölf Jahren etwas länger in der Schweiz zu sein und Zeit mit meiner Familie und meinen sieben kleinen Neffen zu verbringen.»

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