Er kriegt fast jede rum, behauptet Mattias Pöhm. «Alles eine Sache des gezielten Vorgehens.» Auch Maximilian Pütz glaubt, das richtige Rezept zum erfolgreichen Flirten zu haben. «Zum Kennenlernen sind gute Sprüche wichtig, Charme, Dreistigkeit.» Nur vergessen die beiden Flirt-Experten dabei das Wichtigste: Frauen sind unberechenbar. Denn wenn sie nicht wollen, geht in Sachen Flirten fast gar nichts.

Auch wenn die sonnenreichste und hellste Jahreszeit noch so viele Hormone zu aktivieren vermag – es sind letztlich die Frauen, die das erste Signal zum Flirten geben. Und dieses beginnt nicht etwa mit einem kecken, lockeren Spruch, sondern schon viel früher. Diese Zeichen dauern nur einen Bruchteil einer Sekunde und basieren zu über 90 Prozent aufgrund von Optik, Auftreten, Körpersprache und Klang der Stimme. Dieser erste Eindruck, das Scannen des Gegenübers, entscheidet, ob es überhaupt zum Flirt kommt oder nicht. Da kann auch der lockerste Spruch danach wenig ausrichten.

Frauen haben 50 Kennzeichen

Dass ein Flirt in der Regel von der Frau ausgeht, hat nicht etwa mit weiblicher Arroganz oder Machtgetue zu tun. «Frauen haben von Natur aus einfach mehr Möglichkeiten, ihr Interesse am Gegenüber zu zeigen», weiss Tatjana Strobel, Sozial-Pädagogin und Buchautorin. Bei den Frauen sind es über 50 Kennzeichen, bei den Männern gerade mal 10. Allein schon mit den Haaren kann die Frau die verschiedensten Signale aussenden: Haare nach hinten werfen, sich durchs Haar fahren oder mit einer Strähne spielen. Dazu kommen weitere sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Becken, Beine oder Busen.

Kein Wunder, will man heute auch diese Sparte nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern seine Kompetenzen gezielt in einem Flirtkurs optimieren und die richtigen Kniffs erlernen. Flirten ist zum Big Business geworden, mit dem sich Geld verdienen lässt. Fast könnte man glauben, unserer Gesellschaft sei das Spiel mit Gesten und Mimik verloren gegangen. Die Flirterei ist nebenbei auch ein begehrtes Feld für wissenschaftliche Studien, deren Ergebnisse nicht ganz irrelevant sind für ein erfolgreiches Landen beim anvisierten Gegenüber (siehe Box).

Dabei hat sich im Prinzip wenig verändert seit der Steinzeit: Damals wie heute dient das Flirten grundsätzlich der Fortpflanzung. Für Tatjana Strobel aber nicht nur: «Für mich gehört das Flirten zum normalen Alltag – ganz ohne Fortpflanzungsabsichten.» Egal, ob Beginn einer grossen Liebe oder nur Mittel, um den Alltag zu versüssen: Beim Flirten liegt zunächst einmal alles drin.

Die richtige innere Einstellung

Grundvoraussetzung sei, sind sich die Flirtexperten einig, dass man sich selbst, seine Vorzüge, aber auch seine Schwächen kenne, also die persönliche innere Einstellung stimme. Erst dann kann ein Flirt gelingen, der Hormon-Cocktail abgeschossen werden und letztlich zu diesem prickelnden, magischen und möglicherweise auch erotischen Augenblick führen, dem man einfach nicht widerstehen kann.

Flirtkurse z.B. unter www.ucount.de, www.tatjanastrobel.com, www.flirtkurs.ch, www.christian-sander.net, www.poehm.ch