Viel Kies

Die Thurgauer Kulturstiftung widmet den neuen Band der Reihe «Facetten» Daniel V. Keller. Er hat Hunderte von Kieselsteinen fotografiert und aus Kiesbeton virtuelle Architekturen geschaffen.

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Doppelseite mit farbiger Klarsichtbeilage aus dem Künstlerbuch «Daniel V. Keller: For a Fish Tank or a Parking Lot». (Bild: PD)

Doppelseite mit farbiger Klarsichtbeilage aus dem Künstlerbuch «Daniel V. Keller: For a Fish Tank or a Parking Lot». (Bild: PD)

Sehr cool: Daniel V. Kellers erstes Künstlerbuch. Sehr unterkühlt: die Gestaltung aus dem St. Galler Verlag Jungle Books, neu für die Publikationsreihe «Facetten» der Thurgauer Kulturstiftung. Sehr umfangreich: Kellers Fotosammlung von Kieselsteinen, dem Material unserer aus Beton gebauten Umwelt. Abgebildet im Buch: die Steinchen 1698 bis 6143, je neun auf den hauchdünnen Seiten. Dazwischengelegt: drei Handvoll fiktive bis fantastische Architekturen, aus Kiesbeton gestaltete und auf farbige Folien gedruckte urbane Landschaften. Zwischen die Kunst geschoben: ein Essay von Maurits de Bruijn über den Planeten Erde, über Lava und Gesteinsschollen, Berge und Kies, Strassen und Betonbauten. Über das, was Keller umtreibt.

Der Thurgauer Daniel V. Keller ist Jahrgang 1987, hat in Amsterdam und New York studiert, macht derzeit den Master in London, hat den Adolf-Dietrich-Förderpreis und weitere Preise gewonnen, war zuletzt diesen Sommer im Nextex St. Gallen zu sehen. Er ist fasziniert von Materialien, Architektur und ihren Elementen. Das Buch ist gleichzeitig Recherche und Fiktion, Material und Modell. Kies ist der Stoff unserer Zeit, er liegt in den Fischaquarien ebenso wie in den Parkplatzbelägen – und als Beton wächst er uns über den Kopf.

Buchvernissage: Mi, 28.11., 19 Uhr, Shed im Eisenwerk, Frauenfeld

Daniel V. Keller: «For a Fish Tank or a Parking Lot», hrsg. Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Facetten 18, Jungle Books 2018