Die Schriftstellerin habe beschlossen, die Akademie zu verlassen, teilte das Gremium am Freitag in Stockholm mit. Mit ihr sei eine Übereinkunft erzielt worden, dass sie 12'875 schwedische Kronen (rund 1417 Franken) monatlich als Entschädigung erhalte. Ausserdem bekomme sie Unterstützung dafür, damit sie weiter in der Wohnung leben könne, die sie von der Akademie gemietet habe.

Man sei gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ein gerichtliches Verfahren in dem Streit keinen Sinn ergebe. Die Akademie verwies auf die langjährigen Verdienste von der 65-Jährigen.

Kein Literaturnobelpreis

Der Skandal bei der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, dreht sich um Frostensons Ehemann, den Regisseur Jean-Claude Arnault, und um sie selbst. Arnault wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus wirft die Akademie Frostenson vor, die Gewinner des Literaturnobelpreises an ihn vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstossen zu haben.

Frostenson hatte zuletzt finanzielle Forderungen an die Akademie für ihren Austritt gestellt. Der Streit hat zu mehreren Rücktritten und letztlich auch dazu geführt, dass im vergangenen Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben wurde.