Die Einwohner des Aargaus seien zufrieden, ja sehr zufrieden mit dem kulturellen Angebot. «Auch für mich war 2017 ein gutes Kulturjahr.» Das sagte Regierungsrat Alex Hürzeler zur Eröffnung des 3. Kulturforums. Doch der Kulturminister will mehr: «Wir haben ein ‹Kulturkonzept 2017–2022›, dieses Papier müssen wir mit Inhalt füllen.» Gut hundert Veranstalterinnen, Funktionäre, vereinzelte Kunstschaffende und erstmals einige Mitglieder aus dem Kantonsparlament diskutierten einen Samstag lang über Massnahmen.

Wie kann die Kultur mehr private Gelder generieren? Wie Räume und mehr Echo finden? Wie die Laienkultur fördern? In zweimal sieben Workshops wurden Wünsche und Ideen formuliert, einiges angetippt, aber für viele Themen fehlten die Ansprechpartner. Über interkulturelle Teilhabe sprachen (fast) nur Eingeborene, über Nachwuchsförderung die alten Kulturhasen, und bei der Diskussion über private Förderung fehlten Leute aus der Wirtschaft oder Stiftungen.

Trotzdem, Ideen gibt es. Um beispielsweise die 30 Prozent Bewohner des Kantons mit Migrationshintergrund als Publikum oder Kulturschaffende zu gewinnen, müssten sie in Kommissionen, bei der Programmierung und in Fördergremien beteiligt sein. Damit Kulturveranstalter Spenden generieren können, müssen sie wissen, wie man auf die Liste der Steuer-Abzugsberechtigten kommt – oder Zugang zu Veranstaltungen mit Wirtschaftsleuten bekommen.

Plattformen für Raumangebote und -bedürfnisse könnten die ständige Suche vereinfachen – gerade auch für den Nachwuchs. Um die Laienkultur zu stärken, müssten die kantonalen Stellen die Förderkriterien anpassen. Support des Kantons möchten die Kulturschaffenden bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit: Ausbau des Magazins Aaku, eine einzige Agenda-Plattform, Beratung für die Nutzung neuer Kommunikationskanäle, und als Lobby-Massnahme soll «Kultur über Mittag» für Mitglieder des Grossen Rates wieder etabliert werden.

Das Kulturforum hat Zukunft

Das kulturpolitische Triumvirat des Aargaus strahlte Zuversicht aus. Regierungsrat Alex Hürzeler musste zwar eingestehen, dass die Finanzen knapper werden (minus 5 Millionen Franken oder 10 Prozent seit 2011), weitere Kürzungen seien im November im Grossen Rat zum Glück nicht durchgekommen. «Und im Swisslos Fonds haben wir ein gutes Polster für die nächsten Jahre.»

Kuratoriumspräsident Rolf Keller memorierte die Ziele: mehr Kooperation, Vermittlung und Teilhabe. Dabei sei schon einiges passiert, betonte der kantonale Kulturchef Thomas Pauli-Gabi: Mit der Vernetzung der Gemeindebibliotheken, einem Effort für Freiwilligenarbeit, dem Schwerpunkt «Kulturerbe 2018» und der Weichenstellung für die Alte Reithalle Aarau seien wichtige Massnahmen aufgegleist.

Man kann gespannt sein, welche Inputs das Kultur-Departement und das Kuratorium aus dem 3. Kulturforum aufnehmen. Klar ist bereits, das Kulturforum wird wieder stattfinden, es soll gar alljährlich zum wichtigen Treff- und Austauschforum werden. Der Teilnehmerkreis soll erweitert, das jeweilige Ziel oder Thema geschärft werden.