THEATER
Diese Stücke kommen ans Schweizer Theatertreffen

Das Schweizer Theatertreffen hat die eingeladenen Inszenierungen bekannt gegeben. Ob das Festival vom 5. bis 9. Mai wirklich physisch im Kanton Freiburg stattfindet, entscheidet die Festivalleitung nach dem bundesrätlichen Entscheid Mitte April.

Julia Stephan
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Viel diskutiert: Ntando Celes Interpretation von Shakespeares «Othello».

Viel diskutiert: Ntando Celes Interpretation von Shakespeares «Othello».

Bild: Janosch Abel

In die Auswahl geschafft haben es aus der Deutschschweiz Christoph Marthalers «Das Weinen (Das Wähnen)» (Schauspielhaus Zürich), Boris Nikitins autobiografisch inspirierter Abend «Versuch über das Sterben», der die tödliche Erkrankung seines Vaters mit Nikitins Coming Out als schwuler Künstler kurzschliesst, das feministische Stück «verdeckt» von Ariane Koch über eine historisch verbürgte Giftmörderin in einer Inszenierung des Aargauer Theater Marie. Ebenfalls in der Deutschschweiz zu sehen war auch das viel beachtete, über den Röstigraben hinweg entstandene Projekt «Go Go Othello» von Ntando Cele und Raphael Urweider, das die Stereotype schwarzer Frauenkörper in der Kunst im ambivalenten Setting eines Nachtclubs zum Thema macht.

Aus der Westschweiz eingeladen sind «Le conte des contes» nach Giambattista Basile in der Regie von Omar Porras, Tony Kushners «Angels in America» (Regie: Philippe Saire), «Madone ou la force subversive de la bonté» (Regie: Delphine Lanza und Dorian Rossel) sowie «Wouah!», eine explosiver Abend von Nicole Seiler, der den Unsinn feiert. Aus dem Tessin kommt abermals eine Arbeit der Gruppe Trickster-p, Theaterpreisträger des Jahres 2027. In «Book is a Book is a Book» wird das Kulturerzeugnis Buch als Raum erkundet.

Kuratorenteam statt Jury

Erstmals in der Geschichte des Theatertreffens entschied keine mehrköpfige Jury über die Auswahl. Stattdessen hat eine künstlerische Co-Leitung, bestehend aus Thierry Loup und Julie Paucker, die Stücke ausgewählt. Der gut vernetzte Loup ist Direktor des Theaters Equilibre-Nuithonie in Fribourg. Die Dramaturgin Julie Paucker ist Mitbegründerin und Vorsitzende der Theatercompagnie Kula, einer Plattform für transnationales Theater. .

Ob das achte Schweizer Theatertreffen vom 5. bis 9. Mai an mehreren Standorten im Kanton Fribourg stattfinden kann oder ob die Ausgabe in einer digitalen Ausgabe ins Netz verlagert wird, will die Festivalleitung Mitte April nach dem bundesrätlichen Beschluss definitiv entscheiden. Man prüfe derzeit mehrere Szenarien.