Tatort-Kolumne
Lustige Sticheleien zwischen den Kommissaren retten die neue Folge aus München

In der neuen Folge aus München geht es um luzide Träume und den Konkurrenzkampf im Orchesterbetrieb. Leider ist dieser Krimi genau gleich gestrickt wie die vergangene Folge aus Frankfurt.

Susanne Holz
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«Tatort» aus München: «Dreams».

«Tatort» aus München: «Dreams».

Bild: Das Erste

Immer mal wieder kann sich der «Tatort»-Fan des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die ARD keinen Deut drum schert, die einzelnen «Tatort»-Folgen auch nur ansatzweise aufeinander abzustimmen. Sprich, zu schauen, dass nicht ständig die gleichen Darsteller zu Ganoven oder Opfern werden. Oder dass nicht fünf Mal in Folge das gleiche Thema dominiert – ob in Köln, Wien oder Zürich.

Die kommende Folge aus München könnte ganz flott sein, wäre sie nicht exakt nach dem Muster der gerade vergangenen Folge aus Frankfurt gestrickt. Das Drehbuch (hier wie da mitgeschrieben von Johanna Thalmann) stellt hier wie da zwei junge Frauen in den Mittelpunkt, die einerseits Freundinnen, andererseits Konkurrentinnen sind.

Und war es in Frankfurt der Literaturbetrieb, in dem die Protagonistinnen Karriere machen wollten, so ist es in München der Musikbetrieb. Und waren es in Frankfurt Szenen aus einem Buch, die von der Kamera zum Leben erweckt wurden, so sind es in München Träume, die den Krimirealismus szenisch ergänzen.

Nein, der durchschnittliche «Tatort»-Fan ist noch nicht so alt, als dass ihm solches nicht auffallen würde. Was die Folge «Dreams» jedoch rettet, in der es um luzide Träume und eine gnadenlose Orchesterwelt geht, ist das lustige Geplänkel der Münchner Kommissare Leitmayr, Batic und Kalli Hammermann untereinander – ja, hier sind sich wiederholende Muster erwünscht.

Toll sind auch die winterlichen Impressionen aus München, die Orchestermusik und das Mahler-Zitat «Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.» Ergänzt vom Satz der leidenden Protagonistin: «Das Beste tut immer weh.»

«Tatort» aus München: «Dreams». Sonntag, 7. November 2021, SRF 1, 20.05. Den Trailer finden Sie hier. Wir geben drei von fünf Sternen.

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