Es ist kaum möglich, herauszufinden, wer damit angefangen hat, an das Ende einer Aussage die vier Worte «Punkt. Schluss. Fertig. Aus.» zu setzen. Aber die auffällige Art, mit den vier, durch Punkte voneinander getrennten, Begriffen einen Text abzuschliessen, scheint von Tag zu Tag beliebter zu werden.

Besonders an Stammtischen oder in Leserkommentaren, in denen politische Sachverhalte erklärt werden, bekommt man leicht den Eindruck, es gehöre fast schon zum guten Ton, besagte Schlussformel zu gebrauchen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die vorangehende Aussage auf Lokalpolitik bezieht («Unsere Gemeinde braucht keine neue Turnhalle! Solange die alte noch ihren Dienst tut, können wir das Geld sparen. Punkt. Schluss. Fertig. Aus.») oder ob es um Weltpolitik geht: «Trump hat mit dem Mauerbau ein Wahlversprechen einzulösen. Punkt. Schluss. Fertig. Aus.»

Ausländische Importe wie die Demokratie, die aus Griechenland kam, oder die Dialektik, die ebenfalls in Griechenland entwickelt wurde, können mit der neumodischen Vier-Wort-Floskel sauber gestoppt werden. Auch das philosophische Dreieck von These-Antithese-Synthese, das vom Ausländer Georg Wilhelm Friedrich Hegel entwickelt wurde, verliert an Bedeutung. Das Motto heutiger Gesprächskultur scheint zu lauten: Wozu brauche ich einen Dialog, wenn ich den Monolog beherrsche? Oder, um es amerikanisch zu sagen, Output ist wichtiger als Input.

Eine andere zurzeit bemühte Floskel sind die «christlich-abendländischen Werte». Darauf beziehen sich jene, die vom Christentum nur wissen, dass es nicht zum Islam gehört. Mit christlich-abendländischen Werten meinen diejenigen, die am lautesten christlich-abendländische Werte einfordern, zunächst einmal ihre persönlichen Werte oder Vorlieben.

Manche Menschen fürchten sich vor äusseren Veränderungen, weil sie spüren, dass jede äussere Veränderung innere Veränderungen mit sich bringen kann. Wenn in der Eisenbahn mehr Ausländer sitzen als vor zwanzig Jahren (äussere Veränderung), verstehe ich nicht mehr alle Dialoge meiner Mitreisenden (innere Veränderung). Wenn es mehr ausländische Lastwagen auf der Autobahn hat als früher (äussere Veränderung), kann ich nicht mehr gleich schnell von A nach B fahren wie in meiner Jugend (innere Veränderung). Also liegt es nahe, den Zustand einzufordern, als noch Platz war in der Eisenbahn und auf der Autobahn.

Manche Mitmenschen sehen in dem vorherigen, bequemeren Zustand der Schweiz im Nachhinein auch einen christlich-abendländischen Wert.

Vielleicht hat das eine (volle Züge, volle Autobahnen) nicht direkt mit dem anderen (christlich-abendländische Werte) zu tun. Dennoch neigen viele dazu, das eine mit dem anderen zu vermengen und daraus Schlüsse zu ziehen, über die ihrer Ansicht nach nicht mehr diskutiert werden darf. Punkt. Schluss. Fertig. Aus.