Peter Kraus, Art Furrer, Lys Assia, Emil, Monika Kälin – alle waren sie gekommen, um die Premiere von «Sternenfänger» zu feiern. Geboten wurde Artistik auf höchstem und Comedy auf tiefstem Niveau.

Zusammen mit seinem Sohn Gregory hatte er «Salto Natale» 2002 gegründet; «Sternenfänger» ist die elfte Produktion. Der Aufforderung im Programmheft – «Erleben Sie Sternstunden» – kann allerdings nur teilweise Folge geleistet werden. Genau genommen erlebt der Besucher eine ziemlich wilde Achterbahnfahrt hinauf zu artistischen Höhepunkten und tief hinunter in bisweilen peinliche Geschmacklosigkeiten.

Premiere von Salto Natale mit Rolf Knie

Premiere von Salto Natale mit Rolf Knie

Die Live-Musik ist sehr laut und indifferent: Egal, ob neun junge Chinesinnen Ikarierkunst auf Rädern zeigen oder ihre erst 18-jährige Landsfrau Jiao Kaikai Handstand-Artistik in Vollendung präsentiert, ob das Ballett das Publikum an den Carnevale Veneziano entführt oder Picasso Jr. mit spanischem Temperament Pingpongbällen und Tellern jongliert: Alles wird begleitet von einem musikalischen Einheitsbrei.

Nervenkitzel in der Todeskugel

Die Originalität und der hohe Schwierigkeitsgrad der Luftnummer des polnischen Trios Wozniewski ist, wenn ein Beleuchtungsmast die Sicht versperrt, nur zu erahnen. Rundherum ein ungetrübter, grosser Genuss hingegen ist die rasante, mitreissende Nummer der beiden deutschen Diabolo-Meister, die als «Golden Time» firmieren. Ebenso grandios begeistert das russische «Acro Trio», drei weibliche Muskelpakete, die Hebe- und Stemmakrobatik vom Feinsten präsentieren. Schliesslich bieten als «Globe of Death» fünf junge Motorradfahrer Nervenkitzel pur, indem sie kreuz und quer durch ihre Todeskugel aus Stahl von 4,25 Metern Durchmesser rasen, als würden sie auf einer schnurgeraden Autobahn fahren.

Wie an einem Turnerabend

Aber da sind dann halt auch noch «D’Holmikers» aus der Ostschweiz, die gruslig-schräg verkleidet eine Reck-Nummer bieten, wie man sie an jedem ländlichen Turnerabend gleichwertig geboten bekommt, sowie der Spanier Angel Amieva, der als Schmeissfliege einen riesigen Haufen Kot bearbeitet. Und – eben – back on Stage: Rolf Knie. Bei seinem ersten Auftritt lässt er sich von der abwechselnd dämlich kichernden und schrill lachenden Komikerin Galina Hayes mit einem Feuerlöscher abspritzen und nimmt sie als Objekt für ein etwas unbedarftes Hütchenspiel. Höhepunkt des missglückten Comebacks indes ist zweifellos Rolf Knies zweiter Auftritt: Da nämlich tanzt er in Bettfinken Polka – nur bekleidet mit einer weitherum sichtbar verschmutzten Windel.

Salto Natale Bis 2. Januar, Spielorte und Tickets siehe www.saltonatale.ch