80. Geburtstag
Selbst James Bond erlag den Reizen von Ursula Andress

Ihr Name ist bildgewordene Nostalgie. Das Ex-Bondgirl Ursula Andress hat am Freitag Geburtstag. Die nun 80-Jährige ist froh, dass der Rummel vorbei ist.

Hans Jürg Zinsli
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Das Schweizer-Ex-Bondgirl Ursula Andress reiste zu ihrem 70. Geburtstag in einem James Bond Aston Martin DB5 im Hafen von Edinburgh an, um auf der Royal Yacht Brittania zu feiern. (Archiv)

Das Schweizer-Ex-Bondgirl Ursula Andress reiste zu ihrem 70. Geburtstag in einem James Bond Aston Martin DB5 im Hafen von Edinburgh an, um auf der Royal Yacht Brittania zu feiern. (Archiv)

KEYSTONE/GARY DOAK

«Früher bot ein Mann eine Million Dollar für eine Nacht mit mir. Heute freue ich mich, wenn mir ein Clochard wie vor ein paar Tagen einen Zigarettenstummel anbietet!» Das sagte Ursula Andress kürzlich in der «Glückspost». Ja, die Berner Actrice, die morgen ihren 80. Geburtstag feiert, hat Humor. Ihr Name ist bildgewordene Nostalgie.

Als muskulöse Muscheltaucherin in «James Bond jagt Dr. No» (1962) setzte Andress den Massstab für alle folgenden Bond-Girls. Kein Zufall, dass sie zur grossen Geburtstagsparty vor zehn Jahren in einem originalen Aston Martin an Bord der königlichen Jacht «Britannia» gefahren wurde. Inzwischen ist die Ehrenbürgerin von Ostermundigen jedoch froh, wenn der Rummel um ihre Person ausbleibt.

Mit Brando nach Hollywood

Ganz anders war das in den Fünfzigerjahren: Mit 17 Jahren floh Ursi aus der Gärtnerei ihres Grossvaters in Ostermundigen (ihr deutscher Vater war wegen NSDAP-Mitgliedschaft des Landes verwiesen worden). Mit dem französischen Schauspieler Daniel Gélin, der gerade in Bern drehte, brannte sie zuerst nach Paris durch. Dann nach Rom. Dort begegnete sie Marlon Brando, der sie umgehend nach Hollywood mitnahm.

Und bald standen die Stars Schlange: James Dean, Ryan O’Neal und Dean Martin wurden ihre Liebhaber. 1957 heiratete Andress den Filmproduzenten John Derek. Später pflegte sie langjährige Liebschaften mit Jean-Paul Belmondo und Harry Hamlin, dem späteren Vater ihres Sohnes Dimitri.

Und die Filme? Ein schwieriges Kapitel. Andress erhielt zwar in den Fünfzigerjahren beim Hollywoodstudio Paramount Pictures einen Mehrjahresvertrag. Doch die Schauspielerei war nie ihr erklärtes Ziel. Mangelnde Englischkenntnisse erschwerten ein Vorankommen zusätzlich. Und hätte ihr nicht ein gewisser Kirk Douglas ins Gewissen geredet, es wäre wohl nichts mit dem berühmtesten Bond-Girl der Geschichte geworden.

Spitzname: «Ursula undressed»

An den Erfolg von «Dr. No», der ihr sogar einen Golden Globe einbrachte, konnte Andress nie mehr anknüpfen. Aufgrund weitgehenden Verzichts auf Textilien in späteren Filmen erntete sie den Übernamen «Ursula undressed». In der Schweiz wurde sie zu «Ursi National». Ihre letzte Rolle spielte sie 2005 – als lebende Madonnastatue in Clemens Klopfensteins schräger Satire «Die Vogelpredigt». Oder steht noch eine allerletzte Rolle an? Laut «SonntagsZeitung» soll die Bieler Regielegende Klopfenstein noch einen Vampirfilm mit Bikini-Legende Andress planen. Wir sind gespannt.

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